Wal Timmy ist tot!
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Ein toter Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. Nun bestätigen Behörden: Es handelt sich um den als „Timmy“ bekannt gewordenen Ostsee-Buckelwal.
Nachdem ein in der Ostsee gestrandeter Buckelwal in Deutschland wochenlang die Schlagzeilen beherrschte, taucht knapp zwei Wochen nach seinem riskanten Abtransport Richtung Nordsee vor der dänischen Küste ein toter Wal auf. Es ist der Kadaver von Timmy. Das bestätigte die örtliche Umweltschutzbehörde gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, wie der Sender TV2 berichtet.

Der Verwesungsprozess ist bei Timmy bereits fortgeschritten.
Taucher der dänischen Naturschutzbehörde Naturstyrelsen und eine deutsche Tierärztin machten sich am Samstag – nach ersten Begutachtungen am Freitag – ein Bild von dem vor der Insel Anholt liegenden toten Wal, wie auf Livestream-Bildern zu erkennen war. Dabei tauchten sie teils auch unter das Tier und konnten so die Identität scheinbar verifizieren. Die eigentlich auf Pferde spezialisierte Tierärztin Anne Herrschaft gehört zu der privaten Initiative, die den vor der Insel Poel gestrandeten Wal per Lastkahn Richtung Nordsee transportiert hatte – eine Aktion, von der viele Experten zuvor abgeraten hatten.
Wal vermutlich seit einiger Zeit tot
Nach dänischen Schätzungen ist der vor Dänemark aufgetauchte Wal mutmaßlich bereits seit einiger Zeit tot. Morten Abildstrøm von Naturstyrelsen sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Stück aus seiner Schwanzflosse sei abgetrennt worden. Laut der dänischen Umweltbehörde Miljøstyrelsen sollen die Gewebeproben in Dänemark analysiert werden. Ob ein Gewebestück des Wals auch nach Deutschland geschickt werden solle, sei bislang nicht bekannt, sagte Abildstrøm. Ein Abgleich des Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung des Wals helfen. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – quasi wie ein Fingerabdruck.

Möwen picken am Kadaver herum
Es gebe momentan keine Pläne, den Wal-Kadaver zu entfernen, sagte Abildstrøm von der Naturschutzbehörde. Da er weit vom Strand entfernt liege, störe er niemanden, meinte er und fügte hinzu, dass sich derzeit mehrere Dutzend Möwen an dem toten Tier satt äßen. Zahlreiche Möwen tummelten sich seit der Strandung am Donnerstag um das Tier und pickten an dem etwa 75 Meter vor dem Strand liegenden Kadaver herum. Die dänische Umweltbehörde forderte die Menschen auf der Insel dazu auf, sich von dem Wal-Kadaver fernzuhalten, schrieb die Zeitung Ekstra Bladet. Eventuelle Krankheitserreger könnten demnach von dem toten Tier auf Menschen übertragen werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Wal aufgrund von Fäulnisgasen explodiere.

Wochenlanger Rummel um den Wal
Der vor der deutschen Küste gestrandete Buckelwal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war von der privaten Initiative mithilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer vom dänischen Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Es war ein verurteilenswürdiges Schauspiel, meinte NIUS-Kommentatorin Julia Weishaupt.
Seit seiner Freilassung blieb unklar, was mit dem Wal geschehen ist. Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bislang keine bekannten oder gesicherten Daten dazu, wo sich das Tier befindet. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.
Forscher spricht von „Tierquälerei“
Der Walforscher Peter Teglberg Madsen von der Universität Aarhus sagte bereits zuvor dem dänischen Sender TV2: „Der wurde ja in die Nordsee geschubst, krank und geschwächt, und dann ist er vermutlich nach Anholt getrieben.“ „Ich finde, das ist Tierquälerei, was da vor sich gegangen ist. Das war ein krankes und sterbendes Tier“, so Teglberg Madsen. Er meinte, man hätte den Wal in Frieden lassen sollen, „statt ihn zwei Tage lang bis zur Nordsee zu schleppen“, wo er vermutlich ertrunken sei.
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