Hormus-Hängepartie der Bundeswehr: „Wir sind einfach ein Land der Waschlappen geworden“
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Deutschland hält sich eine Beteiligung an einer internationalen Mission in der Straße von Hormus offen. Doch ausgerechnet in dem Moment, in dem die Bundeswehr zeigen müsste, dass sie einsatzfähig ist, spricht Verteidigungsminister Boris Pistorius über unklare Voraussetzungen, wartende Schiffe und die Hitze in Dschibuti.
Hintergrund: Am Mittwoch hatte Pistorius zunächst gesagt, dass die beiden Bundeswehr-Schiffe „Fulda“ und „Mosel“ nicht unbegrenzt in Dschibuti auf einen möglichen Einsatz zur Minenräumung in der Straße von Hormus warten würden. Im Sommer werde deshalb entschieden, ob die Soldaten zurückkehren und ihren Sommer „bei 40 Grad in Berlin statt bei knapp 50 in Dschibuti verbringen“. Später widersprach er seiner Einschätzung.
„Wir sind einfach ein Land der Waschlappen geworden“
Bei NIUS LIVE kritisierte Pauline Voss, stellvertretende Chefredakteurin von NIUS, die Kommunikation des Verteidigungsministers scharf. Pistorius habe erst erklären müssen, warum überhaupt der Eindruck entstanden sei, Deutschland könne seine Schiffe wieder abziehen. Voss sagte: „Da muss man wirklich sagen, wir sind einfach ein Land der Waschlappen geworden.“ Es gehe nicht um fehlende Motivation der Soldaten, sondern um eine politische Haltung, die vor jedem echten Einsatz zurückschrecke: „Das ist einfach eine Waschlappenhaftigkeit, die in der hohen Politik herrscht.“
Julian Reichelt, NIUS-Chefredakteur, nannte die Lage und die Aussagen der Bundesregierung „wirklich sehr verwirrend“. Man verstehe nicht, was Berlin in der Straße von Hormus eigentlich wolle. Gleichzeitig verwies Reichelt auf das gestoppte Fregattenprojekt F126, bei dem bereits Milliarden verbraucht wurden. „Ich finde, so was wie diese Fregattenkatastrophe wäre eventuell früher der Grund für einen Rücktritt gewesen“, sagte er.
Reichelt stellte sich demonstrativ hinter die Soldaten. Über die Kommandantin eines Minenjagdbootes sagte er: „Die ist einfach heiß auf den Einsatz.“ Seine Pointe: Nicht die Marine wirke zögerlich, sondern die politische Führung. „Der Pistorius soll der von Puttkamer nicht ihre Mission nehmen. Die möchte jetzt Minen finden.“
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