300.000 Euro Jahresgehalt: Klingbeil gibt Chef-Posten bei Immobilien-Behörde an persönliche Freundin
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Deutschland bekommt eine neue, hochbezahlte Immobilien-Chefin, die zufälligerweise Partei-Genossin und nach NIUS-Informationen auch persönliche Freundin von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil ist. Ausgerechnet Klingbeils Finanzministerium hat die Rechts- und Fachaufsicht für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) inne und gibt den Vorschlag ab, wer diesen Posten mit rund 300.000 Euro Jahresgehalt übernehmen soll.
Die Hamburger SPD-Politikerin Dorothee Martin wird ab dem 1. Mai dieses Jahres Vorstandsmitglied der BImA werden und ab dann – gemeinsam mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern – die Verantwortung über 38.000 Wohnungen, 19.000 Liegenschaften und 453.000 Hektar Grundstücksfläche (größer als Luxemburg) im Wert von mehr als 22 Milliarden übernehmen. Seit Anfang des Jahres ist sie bereits als Beraterin bei der BImA angestellt.

Lars Klingbeil bei einer Wahlkampfveranstaltung von Dorothee Martin vor etwa einem Jahr (Quelle: Instagram/doromartin_hamburg)
„Die Diplom-Politologin aus Hamburg verfügt über langjährige Erfahrungen in der Immobilienwirtschaft und besitzt zudem eine umfassende Expertise in den Bereichen Politik und Verwaltung durch Mandate auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Behörde. Sie folgt auf Paul Johannes Fietz, der Ende April 2026 in den Ruhestand geht.
Klingbeil ist regelmäßiger Gast und Unterstützer seiner Parteifreundin
Der Chef-Posten wird auf Vorschlag des Finanzministers vergeben und dann im Bundeskabinett von der Bundesregierung bestätigt. Klingbeil und Martin sind seit Jahren vertraute Parteigenossen und sollen auch ein gutes persönliches Verhältnis haben, wie NIUS erfuhr. Schon als Generalsekretär und später auch als Parteivorsitzender hatte Klingbeil Wahlkampf-Veranstaltungen und Diskussionsrunden der Hamburger Politikerin besucht.

Im Januar 2020 besuchte Klingbeil, damals SPD-General, Martin in Hamburg. (Quelle: Instagram/doromartin_hamburg)
Dorothee Martin war von 2011 bis 2020 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und im Anschluss bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags. Sie war im Mai 2020 in den Deutschen Bundestag nachgerückt, nachdem der SPD-Politiker Johannes Kahrs sein Mandat niedergelegt hatte. Vor ihren politischen Mandaten war sie nach eigenen Angaben 15 Jahre in der Immobilienbranche tätig.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist so etwas wie das Verwaltungs-Unternehmen für alle Gebäude, Liegenschaften und Grundstücke, die im Besitz der Bundesrepublik Deutschland sind. Dazu gehören Gebäude, in denen Ministerien und Verwaltungen sitzen, Kasernen und andere Gebäude und Liegenschaften. Bei der Anstalt arbeiten rund 7.400 Mitarbeiter.

Klingbeil und Martin bei einer Europa-Kundgebung im Juli 2020 in Hamburg. (Quelle: Instagram/doromartin_hamburg)
So wie Dorothee Martin einst in den Bundestag nachrückte, will auch der frühere Kanzleramts-Chef Wolfgang Schmidt in den Deutschen Bundestag nachrücken, nachdem er seinen Wahlkreis (26 Prozent) in Hamburg gegen den Grünen Till Steffen verloren hatte. Auch Dorothee Martin hatte ihren Wahlkreis in Hamburg nicht gewinnen können und so ein Direktmandat verpasst – allerdings konnte sie 26,6 Prozent der Stimmen erzielen. Mit ihrem neuen Chef-Posten bei der Immobilien-Anstalt des Bundes verschwindet Dorothee Martin von der Nachrückerliste und der Vertraute des ehemaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz, Wolfgang Schmidt, rückt einen Platz auf der Warteliste für den Bundestag nach oben.
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