An 800 Schulen in Deutschland wollen diese Aktivisten vorspielen, wie man Alice Weidel verhaften könnte
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Linke Aktivisten bringen eine Puppe der AfD-Chefin in Handschellen, eingeschlossen in einer Zelle, an deutsche Schulen. Lehrer begrüßen das. Und die Neutralitätspflicht? Wird einfach ignoriert.

So sitzt die Puppe von AfD-Chefin Alice Weidel hinter Gittern.
Zwei Gesamtschulen in Niedersachsen, die KGS Leeste (Esther-Bejarano-Schule) und die KGS Kirchweyhe, bekamen in dieser Woche Besuch. Fünf Tage stand auf dem Schulhof ein umgebauter Gefangenentransporter mit Blaulicht, Lautsprechern und einer klaren Botschaft: Hier sitzt Alice Weidel im Knast. Es handelt sich um den Bus „Adenauer SRP+“ des Zentrums für Politische Schönheit. Eingeladen hatte der „Runde Tisch gegen Rechts – für Integration“ der Gemeinde Weyhe. Offiziell im Rahmen der „Woche der Demokratie“. Inoffiziell: Werbung für ein AfD-Verbot.

Die „Adenauer SRP+“ im Einsatz auf dem Schulhof in Weyhen.

Hinter Gitterstäben sitzt die lebensgroße Puppe von Alice Weidel im umgebauten Gefangenentransporter.
Im Inneren des Busses thront in „Zelle 03“ eine lebensgroße Puppe der AfD‑Bundesvorsitzenden. Blonde Haare im Zopf, von hinten zu sehen hinter Gittern. Daneben eine Hinweistafel mit der Aufschrift „Hei(l) Alice“. Schüler dürfen der KI-Puppe Fragen zu „ihrer braunen faschistischen Gesinnung und ihren Umsturzplänen unserer liberalen demokratischen Grundordnung“ stellen.
Gleichzeitig werden „FCKAFD“- und „AfD‑Verbot“-Sticker in großen Mengen an Schüler verschenkt und in der Schule und im Umkreis angeklebt.

Die Sticker lagen in großen Mengen in der Schule aus.
Lehrer feiern es – Eltern beschweren sich
Wie die Kreiszeitung berichtet, sagte Geschichtslehrer Aljoscha Riehn von der KGS Leeste (Esther-Bejarano-Schule) unumwunden: „Ich begreife Antifaschismus als erste Bürgerpflicht.“ Eine Kollegin war „begeistert von dem vielfältigen Angebot und der kindgerechten Gestaltung“. Dagegen berichtet Andreas-Dieter Iloff vom AfD-Kreisverband Diepholz, dass sich diverse Eltern beschwert hätten und Angst um ihre Kinder hätten.

So sieht die Aktion an den Schulen in Niedersachsen vor Ort aus.
Die Neutralitätspflicht wird grob missachtet
Lehrer an öffentlichen Schulen in Niedersachsen sind verpflichtet, politisch neutral zu sein. Nach § 3 des Niedersächsischen Schulgesetzes dürfen Lehrkräfte in der Schule keine politischen Bekundungen abgeben, die geeignet sind, die Neutralität des Landes gegenüber den Schülerinnen und Schülern infrage zu stellen. Genau dies ist jedoch bei der Präsentation einer Alice-Weidel-Puppe in einer Gefängniszelle auf dem Schulgelände der Fall.
Der Bus ist kein neutraler Lernort. Er ist eine mobile Kampagne für ein AfD‑Verbot. Die Organisatoren sagen selbst: Es gehe darum, „die AfD zu verbieten und diese Haltung nach vorn zu tragen“.
Die Aktion ist erst der Beginn einer deutschlandweiten Schultour
Bundesweit haben sich laut Zentrum der politischen Schönheit bereits rund 800 Schulen für einen Besuch des Busses interessiert. Manche lehnten aus Angst vor Neutralitätsverstößen und möglichen Klagen der AfD ab. In Weyhe hatte man offenbar keine solchen Bedenken, obwohl es ein systematischer Versuch ist, Schüler politisch zu indoktrinieren. Unterstützt mit staatlicher Infrastruktur und oft sogar mit Unterstützung von Lehrern.

„Wir kommen auf deinen Schulhof.“ Ein klarer Verstoß gegen das Neutralitätsgesetz an deutschen Schulen.
Was wäre, wenn die Aktion nicht gegen die AfD, sondern gegen die Grünen gerichtet wäre?
Was wäre passiert, wenn ein Bus mit einer Puppe von Annalena Baerbock oder Robert Habeck in einer Zelle vor einer Schule gestanden hätte? Mit der Aufforderung, die Grünen zu verbieten? Die Empörung wäre riesig gewesen. Medien hätten tagelang darüber berichtet. Die Kultusministerien hätten Untersuchungen angeordnet.
Bei Alice Weidel herrscht hingegen Schweigen. NIUS versuchte, verschiedene Behörden und die betroffenen Schulen in Niedersachsen zu kontaktieren. Niemand war bereit, Fragen zu beantworten. Die Schulleiterin der KGS Kirchweyhe antwortet lediglich, nicht befugt zu sein, mit NIUS zu sprechen, und deswegen keinerlei Kommentare zu der Causa abzugeben.
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Florian Morsch
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