Olympische Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo: Hier stehen die Vorzeichen für unsere Athleten auf Gold
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Redaktion348 – so viele Medaillen werden bei den anstehenden Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo ab übermorgen zu vergeben sein. Das deutsche Team, das insgesamt mit 189 Athleten anreist, möchte am liebsten den Großteil davon für sich gewinnen. Aber wie stehen die deutschen Olympia-Chancen? Während das Edelmetall in naturgemäß starken Disziplinen wie dem Bobfahren bereits eingeplant ist, kämpfen andere Nachwuchshoffnungen um ihren ersten großen Triumph.
Bei den Rodlern kennt man das Gefühl des Sieges bereits bestens. Das Duo aus Tobias Wendl und Tobias Arlt, liebevoll auch „die Tobis“ genannt, gewann bei den vergangenen drei olympischen Spielen bereits sechsfaches Gold. Doch die beiden Routiniers, beide 38 Jahre alt, sind nicht die einzigen Medaillenhoffnungen. Im Einsitzer geht der dreifache Olympiasieger Felix Loch an den Start, Hoffnungen machen können sich außerdem seine Rodelkollegen Max Langenhan und Julia Taubitz. Im Damen-Doppel können Dajana Eitberger und Magdalena Matschina ebenfalls träumen. Zwar stürzten die beiden Athletinnen bei der Generalprobe des vergangenen Heim-Weltcups in Oberhof, aus der sprichwörtlichen Bahn werfen sollte sie das allerdings nicht.

Die „Tobis“ visieren wie immer den ersten Platz an.
Dauer-Duell verspricht Doppelsieg
Auch die Bobfahrer, wie auch die meisten Rodler bereits im gehobenen Alter, treten in gewohnter Weise mit Siegesanspruch an. Viel Spannung verspricht wie immer das deutsche Standard-Duell Lochner-Friedrich. Im Zweier- und Viererbob wird das Rennen sehr wahrscheinlich unter den ewigen Rivalen Johannes Lochner und Francesco Friedrich entschieden. Letzterer gewann bei den vergangenen olympischen Spielen in Pyeongchang und Peking bereits Gold in den Disziplinen, in Italien soll das dritte Edelmetall folgen: „Für etwas anderes fahren wir nicht nach Cortina. Wir sind nicht die Olympioniken, dabei sein ist für uns nicht alles“. Sein Konkurrent Lochner konnte bei den Spielen jeweils Zweiter werden, hat dieses Mal aber Lust auf Gold – es wird spannend.

Im Eiskanal wird nicht so viel gelächelt: Die beiden Konkurrenten Lochner und Friedrich.
Auch bei den Damen ist die Siegeswahrscheinlichkeit nicht gering. Laura Nolte ist nicht nur Goldfavoritin im Solo-Bob, sondern auch heiße Anwärterin im Zweier mit Anschieberin Deborah Levi. Bei ihrer dritten olympischen Teilnahme macht sich außerdem Bob-Pilotin Lisa Buckwitz Hoffnungen auf einen deutschen Sieg, leicht dürfte das allerdings nicht werden. Im Zweierbob erreichte sie in der Gesamtwertung nur den vierten Platz, ein Weltcupsieg gelang ihr in diesem Jahr allerdings noch nicht. Auch im Monobob, der zweiten Disziplin, in der sie antreten wird, blieb ein Podestplatz bisher aus. Dennoch hat sie einen klaren Fokus: „Klar, eine Medaille wäre total toll. Das auch als Pilotin zu erreichen. Das ist auch das Ziel“.

Laura Nolte mit ihrer Anschieberin Deborah Levi.
Biathlon: Gold wäre die Karrierekrönung
Im Biathlon, einst eine der erfolgversprechendsten Disziplinen der Deutschen, gibt es dieses Mal eigentlich nur eine Medaillenhoffnung: Franziska Preuß. Nach dem Sieg des Gesamtweltcups im vergangenen Jahr fehlt der Athletin noch eine olympische Goldmedaille, um die Karriere zu krönen. Bronze konnte sie 2022 in Peking mit der Staffel bereits gewinnen, elf Medaillen gab es für sie bei Weltmeisterschaften. Nur zum ganz großen Schuss hat es für sie noch nicht gereicht. Die diesjährige Teilnahme bedeutet für sie gleichzeitig die letzte Chance. Bereits vor einigen Tagen machte die Biathletin deutlich: „Nach dieser Saison ist definitiv Schluss“.
Auch andere Wintersportler des deutschen Teams haben in der Einzeldisziplin noch Nachholbedarf – etwa die Skirennläufer. Die deutsche Slalom-Hoffnung Linus Straßer fand erst vor kurzem zurück in die Form: Auf dem Ganslernhang in Kitzbühel fuhr Straßer nach einem fulminanten zweiten Durchgang noch auf den dritten Platz, nachdem er das Rennen im Vorjahr bereits gewonnen hatte.

Die Form hat er kurz vor Olympia wiedergefunden: Ski-Star Linus Straßer.
Ski-Allrounderin könnte Lindsey Vonn abhängen
Noch besser ist die Ausgangslage für Nachwuchs-Star Emma Aicher. Bei den Winterspielen in Peking konnte sie bereits Silber mit der Mannschaft gewinnen, dieses Mal soll es Gold werden. Bei der Abfahrt in St. Moritz landete sie bereits ganz oben auf dem Treppchen, noch vor Ski-Legende Lindsey Vonn. Die Generalprobe im schweizerischen Crans-Montana verpatzte Aicher: Statt des Treppchens gab es einen Sturz. Im „Fuchsloch“ passierte der Fehler: „Ich bin einfach nicht auf dem Außenski gestanden. Das darf nicht passieren – ein Anfängerfehler“, sagte die 22-jährige Allrounderin im ZDF. An gleicher Stelle war zuvor auch Vonn gestürzt. Die Amerikanerin erlitt dabei sogar einen Kreuzbandriss, tritt aber dennoch bei Olympia an und dürfte Aichers stärkste Konkurrentin werden.

Sie will hoch hinaus: Aicher beim Rennen in St. Moritz.
Statt Aicher konnte in St. Moritz außerdem eine andere Deutsche mal wieder auf sich aufmerksam machen. Kira Weidle-Winkelmann wurde Fünfte im Super-G, verpasste das Podest nur um acht Hundertstel. Schon bei den Rennen im italienischen Tarvisio und im französischen Val d’Isère konnte sie den zweiten Platz belegen und liegt im Abfahrtsranking hinter Vonn und ihrer Teamkollegin Aicher auf dem dritten Platz. „Dass ich vorne dabei sein kann, gibt mir ein gutes Gefühl vor den Rennen bei den Olympischen Spielen. Die Form stimmt“, sagte Weidle-Winkelmann nach der fünften Platzierung.

Konnte in Crans-Montana endlich mal wieder ein Ausrufezeichen setzen: Kira Weidle-Winkelmann.
Nordische Kombination und Snowboard versprechen ebenfalls Medaillen
Tauscht man die zwei schmalen Bretter gegen ein großes, muss sich Deutschland ebenfalls nicht verstecken. Im Snowboarden darf sich Ramona Hofmeister acht Jahre nach ihrem Bronze-Gewinn in Pyeongchang erneut Hoffnungen auf Edelmetall machen. Monatelang war sie verletzt, bei dem Weltcup-Rennen im slowenischen Rogla belegte sie im Parallel-Riesenslalom den zweiten Platz. Am Ende unterlag sie nur der Japanerin Tsubaki Miki, die neben Hofmeister ebenfalls als Favoritin gilt. „Das Podium gibt ein richtig gutes Gefühl und ist das Beste, was man vor Olympia mitnehmen kann. Ich bin nicht abergläubisch. Daher bin ich froh, dass die Generalprobe so aufgegangen ist“, sagte Hofmeister nach ihrer geglückten Olympia-Probe.

Hofmeister im österreichischen Bad Gastein.
Auch ein anderer Einzelkämpfer ist rechtzeitig für die Winterspiele wieder in Topform. Das letzte Rennen vor dem Olympia-Start konnte der Nordische Kombinierer Vinzenz Geiger dank eines starken Zielsprints für sich entscheiden. Für den Deutschen war es der zweite Saisonsieg in diesem Jahr – und hoffentlich ein Vorzeichen für die anstehenden Wettkämpfe.
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