Dreht „Oppenheimer“-Regisseur Christopher Nolan den nächsten Bond-Film?
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- Der „Oppenheimer“-Regisseur würde gern einen Bond Film inszenieren.
- Das ist ein Angebot, das die Produzenten ablehnen dürften.
- Auch Spielberg und Tarantino haben sich mal vergeblich beworben.
Regisseur Christopher Nolan, gerade auf einer verdienten Erfolgswelle mit „Oppenheimer“, bekundete nun in einem Podcast, dass er gern einen James-Bond-Film inszenieren würde. Dies führte zu weltweiten Schlagzeilen, aber von denjenigen, die sich mit James Bond auskennen – oder genauer, mit der Firma EON, die die Bond-Rechte spätestens seit 1962 besitzt – eher bestenfalls mit einem Schulterzucken und schlimmstenfalls mit leicht höhnischen Lachen abgetan wird.
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Viele Regisseure, die es einmal auf den kommerziellen Olymp der sogenannten A-List schafften, haben diesen Wunsch zuvor geäußert. Unter ihnen Quentin Tarantino, aber auch Steven Spielberg, der es in den 70ern gleich dreimal probierte. Erst sprach er Roger Moore bei einem Zufallstreffen direkt an; zweimal danach Produzent Albert „Cubby“ Broccoli.

Auch Matt Damon hat eine Rolle in „Oppenheimer“.
Alle kassierten Absagen
Weil die gesamte James Bond Franchise wichtiger ist, als ein einzelner Film. Und EON (inzwischen im Besitz von Broccolis Tochter Barbara und seinem Stiefsohn Michael G. Wilson) machte immer einen Bogen um Visionäre. Die Gefahr, die goldene Gans durch eine kreative Neuerfindung davon abzuhalten, beim nächsten Mal wieder goldene Eier zu legen, war zu groß.
Bond war nie – und sollte nie – ein Trendsetter sein. Er orientierte sich an Trends. Am neuen Geist der 70er in „Diamantenfieber“ (1971), an der Science Fiction Welle in „Moonraker“ (1979) und der neuen Aids-Keuschheit in „Im Angesicht des Todes“ (1985). Um hier nur die Fehlentscheidungen zu nennen. Aber er war nie ein Vorreiter und sollte es niemals sein.
James Bond war immer der prototypische weiße Mann. Viril, meist Raucher, immer Trinker – und niemals abgeneigt, mit einer schönen und willigen Frau zu schlafen. Und wenn das mal irgendwie schieflief, änderte man das Rezept. Aber nicht das ganze Menü.
Was spricht gegen die Visionäre?
Spielberg war erst zu genrefremd, laut Broccoli. Dann später nach „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ potentiell zu teuer. Einen Tarantino-Bond möchte man sich nicht vorstellen, weil James Bond ein Mann weniger Worte ist und noch weniger Geduld für Menschen hat, die ständig labern.
Die letzten Regisseure von Bond Filmen kamen zwar aus gehobenen Mainstream Bereich (Cary Joji Fukunaga, Sam Mendes), aber sie wussten, was ihr Job war. Sie waren erfolgreich, aber nicht in dem Maße, dass sie etwas neu erfinden konnten und wollten, das seit Jahrzehnten gut funktionierte. Das Rad war rund – und wenn es mal etwas beulte, wurde es ausgebeult. Nicht neu erfunden.

Sean Connery in der Rolle des James Bond und die goldueberzogene Shirley Eaton, aufgenommen während der Dreharbeiten zum James-Bond-Film "Goldfinger" im Jahre 1964.
Das war schon immer so. Guy Hamilton, mit „Goldfinger“ (1964) (und drei weiteren Bond-Filmen) der wohl legendärste Bond-Regisseur aller Zeiten, brachte es einmal auf einen einfachen Satz: „Es muss ‚Bondian‘ sein“. Er wurde angeheuert, man flog um die Welt, landete irgendwo. Wenn es nicht nach einem Ort aussah, an dem man Bond sehen wollte, flog man weiter.
Und erst dann wurde der Drehbuchautor angeheuert. Als Paul McCartney sich meldete, um den Song „Live and Let Die“ für einen Bond Film anzubieten, waren er und der Produzent Broccoli im Plattenstudio. Keiner von ihnen mochte den Song. Aber er kam von einem Ex-Beatle. Also wurde er genommen.
Bond folgte immer den Trends, aber es gab nie den Versuch, neue zu erschaffen.
Und nun zu Christopher Nolan. Dieser sagte nämlich auch, dass er einen Bond nur machen würde, wenn er Drehbuch, Besetzung und Regie in seiner Hand halten könne. Er ist ein brillanter und begnadeter Regisseur. Er besetzt perfekt. Seine Drehbücher sind oft Rätsel, eingebettet in ein Mysterium und ein weiteres Rätsel, um Churchill zu paraphrasieren.
Seine Position (auch längst vor „Oppenheimer“) in der Branche ist so stark, dass er tun kann, was er will. Und verlangen kann, was er will – und Profitbeteiligung ist ein Schimpfwort bei dem Familienbetrieb EON, der lieber wichtige Mitarbeiter ausgetauscht hat, als ihnen einen Anteil am Einspiel zu geben.
Sorry, Christopher Nolan. Wir freuen uns auf Deinen nächsten Film. Aber es wird kein Bond.
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Karsten Kastelan
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