Für immer Schluss mit „Wetten, dass...?“: Thomas Gottschalk wird dem deutschen Fernsehen fehlen
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Thomas Gottschalk verabschiedet sich von „Wetten, dass...?“ und hinterlässt damit eine tiefe Lücke in der deutschen Fernsehlandschaft. Zwischen Außenwette und Stargästen: Kein Moderator verstand es besser, mit so viel Leichtigkeit die ganze Familie zu unterhalten. Er wird fehlen.
Das war’s! Thomas Gottschalk (73) wird nie wieder „Wetten, dass...?“ moderieren. Seiner Meinung nach ist die Zeit der großen Live-Shows am Samstagabend vorbei. „Es ist jedoch nicht mein Abschied vom Fernsehen“, verrät er Bild. Doch es ist der Abschied von „Top, die Wette gilt!“, der Abschied von echten Stargästen und von spektakulären Darbietungen der potentiellen Wettkönige. Vor allem aber ist es der Abschied von Millionen Zuschauern, die dem großen Blonden mit dem schelmenhaften Lächeln über Jahrzehnte die Treue hielten.

Auch beim jungen Publikum war Gottschalk beliebt.
Der Erfolg von „Wetten, dass...?“ hörte auf einen Namen: Thomas Gottschalk. Das merkten die Sendechefs vom ZDF spätestens, als Markus Lanz (54) die Moderation übernahm. Lanz wirkte unbeholfen, hölzern, zum Unterhalten verdonnert. Das spürten auch die Zuschauer. Bei der Premiere des Südtirolers schalteten noch mehr als 13 Millionen Menschen den Fernseher ein. Doch nach nur wenigen Sendungen halbierte der glücklose Moderator die Quote auf 5,49 Millionen bei seiner vorletzten Sendung.

Markus Lanz konnte bei den Zuschauern nicht überzeugen.
Der Grund dafür ist klar: Lanz ist nicht Gottschalk! In seiner spielerischen Leichtigkeit schenkte der gebürtige Franke den Familien im Land einfach einen schönen, kurzweiligen Abend, ganz ohne Politik und Weltkrisen. Was viele sogenannte Intellektuelle kritisierten, nämlich er mache „nur“ Unterhaltung, wurde von einem Millionenpublikum gefeiert. Die Leute wollen sich am Samstagabend nicht mit einer vermeintlichen Klimakatastrophe auseinandersetzen, sondern damit, ob Sandra Hasenauer es schafft, mit einer Baggerschaufel sechs Eier aufzustechen, während sie mit einer Raupe ihres Baggers auf einem Podest balanciert.

Spektakuläre Wetten begeisterten Millionen.
Und am Montag in der Schule wurde dann über die Sendung gesprochen. „Was war eure Lieblingswette? War es nicht absehbar, dass Robbie Williams schon wieder nach einer halben Stunde die Show verlässt, weil er noch ‚einen Anschlusstermin‘ hatte? Habt ihr bemerkt, dass Sarah Connor Playback gesungen hat? Hat sich euer Vater auch beschwert, dass das ‚Aktuelle Sportstudio‘ so spät ausgestrahlt wurde, weil ‚Wetten, dass...?‘ mehr als eine Stunde überzogen hat? Mal wieder?“

Gottschalk wusste es, mit Stars umzugehen.
Seine bunten Klamotten samt herbstblondem Haarschopf waren seine Markenzeichen. Aber auch seine kessen Sprüche, zum Beispiel als er Bierdosen als „Hartz-IV-Stelzen“ bezeichnet hatte. Wir werden Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass...?“ vermissen. Noch hat sich das ZDF nicht über die Zukunft der Show geäußert, doch es scheint unwahrscheinlich, dass das Publikum die Sendung ohne den Moderator aus Kulmbach akzeptieren wird. Gottschalk und „Wetten, dass...?“ gehören einfach zusammen.
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Julian M. Plutz
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