Neuer Film „Baby to Go“ überwindet die Biologie: Babys in Plastikeiern sollen die neue Rettung der Frau sein
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In einer Welt, in der Menschen nicht mehr wissen, wie echte Feigen schmecken, in der man zur Erholung an dafür vorgesehenen Stellen frische Luft inhaliert, statt im Grünen zu spazieren, in der es keine menschlichen Therapeuten mehr gibt, sondern nur noch Künstliche Intelligenz - in dieser Welt, einem New York der Zukunft, spielt der Film „Baby to Go“ (Originaltitel „The Pod Generation“) von Regisseurin Sophie Barthes. In den Hauptrollen Emilia Clarke als Rachel und Chiwetel Ejiofor als Alvy.

Die weißen Waben dienen als Naherholungsort und simulieren die Natur.
Kind oder Karriere?
Das Paar wünscht sich ein Kind, doch Rachel steht kurz vor einer Beförderung. Sie ist die Hauptverdienerin und eine Schwangerschaft könnte sie die Karriere kosten. Zum Glück ist Rachels Arbeitgeber progressiv und bietet ihr einen Zuschuss für das „Womb-Center“ an. Eine Art Klinik, in der Kinder durch künstliche Befruchtung entstehen und bis zum „Schlüpfen“ in einer externen Gebärmutter in Form eins Plastik-Eis heranwachsen, dem „Pod“.
Das „Womb-Center“ ist sehr begehrt, aber die Plätze dort begrenzt. Pastellfarbene Eier stehen in weißen Regalen auf ihren Ladestationen. Die Optik erinnert dezent an Apple Stores. Angestellte kümmern sich um das Wohl der Embryonen. Eltern dürfen den „Pod“ für maximal zwei Wochen ausleihen. „Wir empfehlen ihnen, sich regelmäßig mit ihrem „Pod“ zu beschäftigen, wenn der Terminplan es nicht zulässt, ist das auch nicht schlimm“, erklärt die Leiterin allen interessierten Elternpaaren bei einer Führung.

Die Leiterin des „Womb Center“.
„Zum ersten Mal in der Geschichte sind Frauen nicht mehr Opfer der Biologie“
Rachel ist von der Idee begeistert und erhält einen Platz in der Klinik. Ihr Mann Alvy hat Zweifel. Er möchte eine natürliche Schwangerschaft. Den gesamten Film über vertritt er das Ursprüngliche und Emotionale während Rachel dem technologischen Fortschritt vertraut und der rationale Geist ist. Immer wieder kommt das Thema Natur und Natürlichkeit auf. Ob Schwangerschaft im Ei oder im Bauch - das Ergebnis sei doch identisch: Ein Kind, findet Rachels KI-Therapeutin. Während Rachel sich morgens von einem Programm erzählen lässt, welche Nährstoffe sie einnehmen sollte, buddelt Alvy lieber mit seinen Händen in der Erde.
Auch die Frage der Gleichberechtigung wird kurz angerissen. „Zum ersten Mal in der Geschichte sind Frauen nicht mehr Opfer der Biologie“, sagt eine Kollegin von Rachel bei einem gemeinsamen Treffen mit den Ehemännern. Auch sie hat hat ein Ei-Baby gewählt. Männer und Frauen müssten sich endlich nicht mehr beneiden, weder um die Schwangerschaft, noch um den Penis. „Es ist die Lösung aller Lösungen!“

Alvy und Rachel im „Womb-Center“. Hinter ihnen die „Pods“, aus denen bald Babys schlüpfen werden.
Fortschritt oder Entfremdung?
Schließlich entscheiden sich Rachel und Alvy für den „Pod“ und verfolgen die Befruchtung von Samen und Eizelle auf einem großen Bildschirm im „Womb Center“. Endlich, diei Befreiung der Frau von der Bürde der Schwangerschaft! Oder etwa nicht? Der Film beginnt das anfänglich hoch gehaltene, vermeintlich feministische Narrativ zu hinterfragen. Sind Kinder aus künstlichen Gebärmüttern gesellschaftlicher Fortschritt oder Entfremdung? Ist es unfair, dass Männer nicht schwanger werden können oder einfach ein Geschenk, dass Frauen diese Fähigkeit haben? Geht es um Gerechtigkeit oder Gleichmacherei?

Rachel hat Sorge, noch nicht bereit zu sein für Mutterschaft.
Der Film verurteilt weder die Entscheidung, eine Schwangerschaft auszulagern, noch idealisiert er „Natürlichkeit“ als Schlüssel zum Glück. Klar wird aber, das Babys in Plastik-Eiern vermutlich nicht das nächste Level des Feminismus sind.
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