Oscarreif: Leonardo DiCaprio spielt Klimakämpfer
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Stellen Sie sich vor, eine betagte Angehörige stirbt, und die Trauerrede hält: Leonardo DiCaprio.
Erst schaltete sich der Oscarpreisträger vergangene Woche per Videobotschaft zum „United for Wildlife Summit“ zu Prinz William nach Brasilien. Dann setzte er sich in einen Privatjet und flog nach Washington zur Trauerfeier für die verstorbene Jane Goodall. Die Tierschutzaktivistin war vor wenigen Wochen im Alter von 91 Jahren gestorben. Die Schimpansen-Forscherin und den 51-Jährigen verband eine Freundschaft, die vor allem auf dem gemeinsamen Anliegen basierte: Umwelt- und Artenschutz.
Dabei gehört Leonardo DiCaprio selbst zu einer besonderen Spezies: der Spezies des Hollywoodstars, der vorgibt, für die Natur zu kämpfen, aber Learjet fliegt, Yachturlaub macht und mindestens drei Wohnsitze unterhält.
Goldene Regel: Tue Gutes und poste es!
DiCaprio pendelt zwischen New York und Kalifornien, wo er ein Mega-Anwesen in den Hollywood Hills besitzt. Es umfasst laut Daily Mail vier Gebäude mit Outdoor-Spa, Kakteengarten, Tennis- und Basketballplatz. Vor den Waldbränden in Los Angeles im Januar floh der Dauerjunggeselle im Privatjet nach Mexiko. Er besitzt eine Privatinsel vor Belize, die er mit einem Hotelresort bebauen wollte. Shitstorms von Umweltschützern? Lächelt er weg.
Stattdessen inszeniert er sich für seine 60 Millionen Instagram-Follower als Artenschützer. Er drehte eine gefeierte Öko-Doku, gründete eine Stiftung, bekam 2016 vom Weltwirtschaftsforum in Davos einen Preis. Er investiert in saubere Energie und Fleischersatz und kennt die goldene Regel: Tue Gutes und poste es!

Für sein Klima-Engagement erhielt DiCaprio den Crystal Award des WEF
„... bis spät in die Nacht über Politik und Biodiversität geredet“
Bei der Trauerfeier für die Primatenforscherin Goodall sagte er: „Wenn wir über Umweltthemen nachdenken, neigen wir dazu, uns um Zerstörung und Verlust zu sorgen – und ich muss zugeben, dass ich damit auch stets zu kämpfen hatte. Aber Jane ging immer mit Hoffnung voran.“
Außerdem beklagte der Mann, dessen Vermögen auf knapp 300 Millionen Dollar geschätzt wird, die Gier und den Konsum der Menschen.
Er und Jane Goodall hätten sich oft gesehen. Jedes Mal habe es damit geendet, so Leonardo DiCaprio, dass „wir schließlich in einer Ecke saßen und bis spät in die Nacht über Politik, Biodiversität und unsere gemeinsame Hoffnung sprachen, dass die nächste Generation es besser machen würde als wir“.
Die nächste Schauspielgeneration macht es hoffentlich wirklich besser als DiCaprio und lebt das, was sie predigt, auch selbst.
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Melanie Grün
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