Wettkampf zwischen Rüstungsriesen und einem Start-up: Wer baut Deutschlands erste Jagdbomber-Drohne?
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Es geht um eine der strategisch wichtigsten Entscheidungen der Bundeswehr – wer baut Deutschlands erste Jagdbomben-Drohne? Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein einfaches und gleichzeitig hochkompliziertes Militärgerät: der erste unbemannte Jagdbomber – ein Mega-Auftrag.
Die zu entwickelnde Drohne ist knapp zehn Meter lang, vier Tonnen schwer und soll vom Radar kaum aufzuspüren sein: Mit Hochdruck arbeitet das Münchener Rüstungs-Start-up Helsing an der „CA-1 Europa“, dem ersten deutschen Kampfjet, der ohne Piloten fliegen soll. Mit ihm, so berichtet das Handelsblatt, buhlt Helsing um einen Auftrag, der die gesamte deutsche Rüstungsindustrie beschäftigt. Auch die Branchenriesen Airbus und Rheinmetall arbeiten an unbemannten Kampfjets. Sie arbeiten mit US-Partnern zusammen, aber entwickeln und produzieren nicht in Europa – im Gegensatz zu Helsing.

(Quelle: www.helsing.ai/de/europa
Drohnen „made in Germany“
„Es gibt spezifische deutsche Anforderungen, die aktuell von keinem ausländischen System erfüllt werden“, sagt Helsing-Managerin Stephanie Lingemann zum Handelsblatt. Dazu gehöre, dass die Industrie eine Drohne liefere, die auf europäischer Technik basiere. „Wer den gesamten Prozess selbst kontrollieren will, der muss das System vor Ort herstellen“, sagt Lingemann und verweist darauf, dass die Drohne im bayerischen Tussenhausen gebaut werde.
Die Bundeswehr hatte im vergangenen Jahr eine geheime Ausschreibung für den Kauf von größeren Kampfdrohnen gestartet. Diese sollen im Tiefflug fliegen und möglichst wenig Fläche für Radarstrahlung bieten. Die geforderte Reichweite liegt bei mindestens 1000 Kilometern, die Waffenlast bei 500 Kilogramm. Diese „Jagdbomber-Drohnen“ sollen im Verbund mit Eurofightern und in den USA bestellten Tarnkappenjets F-35 die Schlagkraft der Luftwaffe erhöhen. Die Luftwaffe will die ersten Drohnen 2029 einsetzen können. „Diese Drohnen werden einen Platz auf dem Schlachtfeld der Zukunft haben“, sagt Rüstungsexperte Torben Schütz von der Denkfabrik Edina Defense.
Kosten im Milliardenbereich
Damit ziehen die Militärs auch ihre Lehren aus dem Ukraine-Krieg. Dort werden im Luftkrieg fast ausschließlich Drohnen eingesetzt, meist jedoch in Form von „Einweg-Drohnen“, die sich mit dem Angriff selbst zerstören. Die Bundeswehr-Drohnen sollen dagegen Waffen oder Aufklärungstechnik tragen und nach dem Einsatz zu ihren Stützpunkten zurückkehren. Das macht den Bau komplizierter – die Kosten dürften im Milliardenbereich liegen.
Welches Unternehmen am Ende den Zuschlag für den ersten unbemannten Kampfjet bekommt, lässt sich noch nicht ausmachen.
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