Experten rechnen 2026 mit bis zu 20 Prozent Pleiten: Insolvenzen treffen jetzt die Großen
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Im vergangenen Jahr 2025 hatte die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland einen Höchststand erreicht: 471 Unternehmen mit über zehn Millionen Euro Jahresumsatz mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden – 25 Prozent mehr als 2024. Die Prognose für 2026 sieht ebenfalls düster aus.
Nach Auswertungen der Restrukturierungsberatung Falkensteg für das Handelsblatt erwarten die Experten einen Anstieg der Großinsolvenzen von 15 bis 20 Prozent. Damit dürfte die Gesamtzahl der Insolvenzen wieder das Niveau während der Finanzkrise 2008 erreichen.
Die gefährdeten Branchen sind die gleichen wie 2025. Im vergangenen Jahr gab es besonders viele Insolvenzfälle unter großen Autozulieferern, Maschinenbauern und Metallverarbeitern. Auch zahlreiche Kliniken und Pflegeheime mussten Insolvenz beantragen. Den höchsten Negativ-Anstieg verzeichnete mit einem Plus von fast 200 Prozent der Autohandel. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt.
„Immer mehr wirtschaftlich bedeutende Insolvenzen“
„Wir sind an einem Kipppunkt“, sagt Georgiy Michailov, Geschäftsführer der Restrukturierungsberatung Struktur Management Partner. Viele Unternehmen stünden unter Druck, weil ihre hohe Verschuldung den Zugang zu Krediten erschwere. Da auch die Wirtschaft kaum wachsen dürfte, „werden wir immer mehr wirtschaftlich bedeutende Insolvenzen sehen.“
Die Situation bleibt für viele Unternehmen angespannt. „Der Standort Deutschland hat ein echtes Wettbewerbsproblem, denn vor allem größere Unternehmen spüren die internationale Konkurrenz“, sagt Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt. Während im abgelaufenen Jahr die Zahl der Insolvenzen größerer Unternehmen um ein Viertel gestiegen ist, lag der entsprechende Wert über alle Firmengrößen hinweg bei zwölf Prozent. Für 2026 prognostiziert Eckardt einen Anstieg der Großinsolvenzen von 15 bis 20 Prozent. Hätten die Insolvenzen in den vergangenen Jahren noch teilweise eine bereinigende Wirkung gehabt, gehe es nun an die Substanz.
In der gesamten Wirtschaft zählte Creditreform (eine große Auskunftei, die Daten zur Kreditwürdigkeit sammelt) im vergangenen Jahr 23.900 Insolvenzen. Das war der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren. Für 2026 prognostiziert der internationale Kreditversicherer Atradius sogar bis zu 30.000 Insolvenzen.
Düstere Aussichten für 2026 – diesmal trifft es wohl auch die Großen.
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