Insider: In der Porsche-Entwicklung ist jeder vierte Job gefährdet
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Porsche steht offenbar vor einem tiefgreifenden Umbau. Der neue Konzernchef Michael Leiters will den Sportwagenbauer deutlich schlanker aufstellen – bei Personal, Strukturen und möglicherweise auch im Vorstand. Das berichtet das Handelsblatt (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Management- und Unternehmenskreise. Demnach prüft Leiters eine Verkleinerung des derzeit siebenköpfigen Vorstands. Auch Ressorts könnten zusammengelegt werden.
Hintergrund ist die schwere Krise beim einstigen Rendite-Champion. Porsche kämpft mit schwachen Verkäufen in China und den USA, enttäuschenden Absätzen bei Elektroautos und hohen Kosten in den Werken. Die Gewinnmarge ist dem Bericht zufolge massiv eingebrochen: von 18 Prozent vor drei Jahren auf zuletzt nur noch gut ein Prozent.

2025 verkaufte Porsche nur noch rund 280.000 Fahrzeuge, das waren 30.000 Fahrzeuge weniger als 2024.
Neues Sparpaket soll bis Ende Juli stehen
Leiters verordnet Porsche nun offenbar ein hartes „Downsizing“. Die Strukturen sollen so angepasst werden, dass der Konzern auch bei deutlich geringeren Stückzahlen profitabel bleibt. Intern werde inzwischen mit Szenarien gerechnet, in denen Porsche nur noch rund 200.000 Fahrzeuge pro Jahr baut. Zum Vergleich: Die frühere Wachstumsstrategie zielte auf 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge jährlich.

Die Wachstumsstrategie ging nicht auf. Nun leiden Zuffenhausen und Leipzig unter Überkapazitäten.
Besonders brisant: Auch die Belegschaft muss sich laut Bericht auf weitere Einschnitte einstellen. Bereits beschlossen sind 1900 Stellenstreichungen sowie das Auslaufen von 2000 befristeten Arbeitsverträgen. Doch das reicht offenbar nicht. Im Entwicklungszentrum Weissach arbeiten rund 5200 Spezialisten. Einem Insider zufolge gilt dort etwa ein Viertel der Jobs als gefährdet. „Die Personalkosten verschlängen bereits mehr als die Hälfte des Entwicklungsbudgets“, will das Handelsblatt erfahren haben.

Michael Leiters
Expansionskurs wird zum Sparkurs
Auch auf Vorstandsebene könnte es unruhig werden. Der Abgang von IT-Vorstand Sajjad Khan dürfte laut Handelsblatt erst der Anfang gewesen sein. Vertriebschef Matthias Becker gilt wegen der schwachen China-Zahlen als Wackelkandidat. Leiters setzt damit einen klaren Bruch zur Ära seines Vorgängers Oliver Blume. Aus dem einstigen Expansionskurs wird ein Sparkurs: weniger Vorstand, weniger Projekte, weniger Personal – Porsche soll kleiner werden, um wieder profitabler zu sein.
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