Wirtschaftsprofessor Christian Conrad: Seien wir ehrlich – die Energiewende ist am Ende
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Er lehrt Volkswirtschaft und Makroökonomie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes – Professor Christian Conrad. In der Welt zieht er eine schonungslose Bilanz über Deutschlands Klimapolitik.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Deutschland gefährdet seine eigene Wettbewerbsfähigkeit
„Deutschland will als moralisches Vorbild einseitig in Vorleistung gehen und sogar fünf Jahre früher als die anderen EU-Staaten 2045 klimaneutral werden. Damit gefährdet es aber die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Nach Schätzungen des Handelsblatt Institute Research könnte es Deutschland rund 1,1 Billionen Euro kosten, bis zum Jahr 2045 die gesetzlich festgelegte Klimaneutralität zu erreichen. Allein bis 2041 sind beispielsweise 23 Milliarden Euro an Subventionen vorgesehen, um die Stahlproduktion auf Wasserstoffbasis (sogenannter ‚grüner Stahl‘) umzustellen. Politisch wird dies als notwendige Klimarettung verkauft. Doch die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) schätzt den weltweiten Investitionsbedarf auf mehr als 5 Billionen US-Dollar pro Jahr – das entspricht über fünf Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts –, um den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 40 Prozent zu steigern und so das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass ein solch gewaltiges finanzielles Engagement weltweit politisch nicht durchsetzbar ist.“
Deutschland ringt um seine Haltung zur Atomkraft
„Es gibt kostengünstigere Alternativen. Während Deutschland um seine Haltung zur Atomkraft ringt, setzt China längst auf Ausbau. Mit einem ehrgeizigen Programm treibt das Land die Kernenergie massiv voran. Und die EU-Kommission hat Atomstrom als grüne Alternative definiert. Auch die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) sieht in der Atomkraft einen entscheidenden Baustein, um die internationalen Klimaziele überhaupt erreichen zu können. Neue Reaktortypen der Generationen III und IV sind sicherer, effizienter und sollen langfristig weniger Abfall produzieren. Sogar EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt inzwischen auf kleine modulare Reaktoren – sogenannte Mini-AKWs. Doch Deutschland bleibt skeptisch.“
Die Energiewende ist gescheitert
„Nach 30 Klimagipfeln ist es an der Zeit, eine ehrliche Bilanz zu ziehen: Die globale CO2-Reduktion ist gescheitert. Zudem ist nicht vollständig auszuschließen, dass der Klimawandel überwiegend natürlichen Ursachen geschuldet ist. Hinzu kommt, dass sich Deutschland angesichts der hohen Neuverschuldung eine teure Klimapolitik nicht mehr leisten kann. Jedoch könnten die 100 Milliarden Euro, die im Zuge der politischen Einigung zur Lockerung der ‚Schuldenbremse‘ für Klimaschutzmaßnahmen vorgesehen wurden, in den Aufbau neuer Kernkraftwerke fließen, die günstigen und CO2-armen Strom erzeugen.“
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