Bewiesen: Zu wenig Schlaf macht alt – zu viel aber auch!
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Es ist wohl jedem schon mal so gegangen: Man schläft wenig – und ist am nächsten Tag müde. Logo. Aber kennen Sie das: Sie schlafen viel – und sind am nächsten Tag noch müder? Hat auch schon jeder erlebt. Was hinter diesem Phänomen steckt, wurde jetzt erstmals wissenschaftlich bewiesen. Und es bestätigt, was der gesunde Menschenverstand schon immer geahnt hat.
550.000 Menschen können nicht irren. Jedenfalls, wenn die Daten dieser großen Anzahl wissenschaftlich untersucht werden. Das haben Forscher der Columbia University in New York mithilfe der UK Biobank getan, wie die SZ berichtet. Es geht um etwas Elementares – um das Leben als solches. Es geht um die Frage, ob die Dauer unseres Schlafs die Dauer unseres Lebens beeinflussen kann. Die Antwort ist eindeutig – sie kann.
Die faszinierende Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Das ist nicht irgendeine Publikation. Nature ist die älteste und meistzitierte multidisziplinäre wissenschaftliche Zeitschrift der Welt, sie wurde 1869 gegründet. Seriöser geht es nicht.
Das Alter im Pass ist nicht unbedingt das biologische Alter
Was man bisher schon wusste: Das Alter, das im Pass steht, hat nur bedingt mit dem tatsächlichen biologischen Alter zu tun. Manche sind erst 50, ihre biologische Uhr aber steht bei 40 – oder eben bei 60 Jahren. Nur als Beispiel. Bestimmt wird dieses biologische Alter mithilfe von Proteinen, Stoffwechselmolekülen und Bildern aus dem Inneren des Körpers bestimmt, die Alterungsprozesse zeigen.
Solche biologischen Uhren aus 17 verschiedenen Organsystemen hat sich nun das Team aus New York angesehen. Ergebnis, kurz gefasst: Bei Wenig- und Vielschläfern ticken die Altersuhren besonders schnell. Wer dagegen zwischen sechs und acht Stunden pro Nacht schläft, dessen Gehirn, Herz, Lunge und Immunsystem altern nur allmählich.
Die Länge des Lebens ist mit dem Schlaf verknüpft
„Frühere Studien haben herausgefunden, dass Schlaf insgesamt mit Altern verknüpft ist“, sagt Junhao Wen, der Leiter der Studie. „Aber unsere Studie zeigt, dass zu wenig und zu viel Schlaf mit einem schnelleren Altern in fast jedem Organ verbunden ist.“ Auch mit Krankheiten hatten die Viel- und Wenigschläfer häufig zu tun. So war kurzer oder langer Schlaf mit Depressionen und Angststörungen verbunden, mit Erkrankungen des Immunsystems, mit Verdauungsstörungen und Gastritis sowie mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen.
Die neue Studie hinterlässt – man kann es nicht anders sagen – auch eine gewisse Ratlosigkeit. Denn sie zeigt zwar, dass die richtige Schlafdauer das Leben beeinflusst. Aber sie ist keine Gebrauchsanweisung für Jedermann an jedem Tag. Es ist eine allgemeine wissenschaftliche Feststellung – aus einer Riesenmenge von Daten gewonnen.
Ich befürchte, es gilt nach wie vor das großartige, tiefe und unheimliche Wort, das der Apostel Matthäus (22,42) Jesus sagen lässt: „Darum seid wachsam! Denn ihr kennt weder Tag noch Stunde.“
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