Anstacheln, demonstrieren, Kinder indoktrinieren: Die unterschätzte Rolle der Hamas-Frauen
Eine Frau mit schwarz-weißem Kopftuch fährt Auto und spricht in die Frontkamera ihres Smartphones. „Nichts wird jemals den Moment des Triumphs, des Widerstands, der Überraschung rückgängig machen“, sagt die Frau. In ihrer Stimme schwingt Stolz mit, mit jedem Wort wird ihre Stimmfarbe freudiger. „Nichts wird jemals den Moment der Erniedrigung des zionistischen Gebildes rückgängig machen.“
Die Frau in dem Video heisst Latifa Abouchakra. Was sie mit „Triumph“ und „Freude“ meint, ist ein Massaker am jüdische Volk, wie man es seit der Shoah nicht gesehen hat. Am 7. Oktober tötete Hamas binnen weniger Stunden mehr als 1400 Juden, darunter Babies und Holocaustüberlebende, die erschossen, geköpft, bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Abouchakra ist Journalistin für einen staatsnahen iranischen Propagandasender. Erst vergangene Woche sprach sie in einer englischen Doku über „Islamophobie“.
Doch um die Anschlussfähigkeit publizistisch-progressiver Kreise für islamistische Akteure soll es in diesem Text nicht gehen, sondern um die Rolle von Frauen für die Terrorpropaganda der Hamas.
Frauen voran
Jene Frauen sind aktuell bei zahlreichen Pro-Hamas-Demonstrationen in erster Reihe wiederzufinden. Mal in Niqab gehüllt wie in der Türkei, mal als junges, anschlussfähig präsentiertes Gesicht für Terrorpropaganda, wie vor allem in Kanada, Deutschland und Großbritannien zu sehen.
Sie kleiden sich westlich, tragen Make-Up zum Kuffiya-Schal. Erst kürzlich peitschte Rawan Kassab Demonstranten in Düsseldorf ein – und trug dabei Lederjacke und Hermès-Schmuck. Diese Frauen sind gewissermaßen das junge, oft nach außen hin integrierte Gesicht einer Protestbewegung, die in der zweiten Reihe Männer beherbergt, die die Polizei mit Feuerwerk beschießen, Auslöschungsfantasien skandieren – oder zum militanten Kampf aufrufen.

Demonstrantin mit Tochter bezeichnet das Vorgehen Israels als „Genozid“.

Weibliche Demonstranten in Marokko haben ihre Töchter mitgebracht.

Ideologische Allianzen
Passend dazu kommt es immer öfter zu grotesk anmutenden Schulterschlüssen im politischen Influencer-Milieu, das sich eigentlich als links versteht. Während sich die schwedische Klima-Ikone Greta Thunberg inzwischen offen solidarisch mit Gaza zeigt und ein Wording von ethnischer Säuberung übernimmt, das 1:1 von Hamas stammen könnte, zeigt die US-Abgeordnete Rashida Tlaib, wie sich im Deckmantel des postkolonialen und antirassistischen Widerstands Haltungen ausbreiten, die Judenhass hofieren. Tlaib, Teil der demokratischen berüchtigten „The Four“ und dafür bekannt, eigentlich jede Mikroaggression zum strukturellen „Schlagmichtot“ aufzublasen, hat keine Problem, Ideologien salonfähig zu machen, die rückschrittsgewandter nicht sein könnten.
Wenig überraschend enthüllte eine US-Recherche kürzlich, dass Tlaib bei Akteuren auftrat, deren Gelder (in)direkt an Hamas flossen, also der Terrororganisation, die jüngst Massaker verübte. Hier wird die eigentliche Weltanschauung zum Widerspruch, denn Hamas ist, Überraschung!, sicherlich alles, nur keine progressive Befreiungsbewegung. Die Allianzen, die Leute wie Tlaib oder Thunberg schmieden, sind auch diejenigen, die sich brutal degradieren würden, wenn sie nur die Chance dazu hätten.
Das mächtigste Pappschild der Welt hat sich umgedreht. Es steht in diesen Tagen nicht mehr für friedlichen Protest gegen die Klimakrise, sondern für Desinformation.
(S+) Gaza-Posting der Umweltikone: Wie Greta Thunberg das Klima vergiftet https://t.co/AaksP0Fb7J via @derspiegel
Die Schlüsselrolle der Hamas-Frauen
Und damit kommen wir zu Gaza, wo die Rolle der Hamas-Frauen über Influencer-Dasein und Demo-Legitimation hinausgeht.
Denn für die Terrorvorhaben und die organisierte Militanz, die die Terrororganisation unter anderem im siebten Paragraph der Gründungscharta festgeschrieben hat, wonach alle Juden vom Erdball getilgt werden sollen, spielen sie, die Frauen, eine Schlüsselrolle. In Ausnahmefällen, indem sie selbst Attentate verüben, wie das Beispiel der Hamas-Terroristin Fatima Najjar. In einigen Fällen, indem sie sich politisch engagieren, wie etwa Jamila Schanti, Huda Naim oder Azita al-Hamimi, die allesamt im Gaza-Parlament saßen und teilweise sogar repräsentative Funktionen übernehmen. In der Regel aber, weil sie weder militärisch, noch politisch eingreifen, sondern andere Dinge garantieren: den Fortbestand einer Armee etwa, die aktuell bis zu 35.000 Soldaten zählen soll und sich bald einer israelischen Offensive gegenüberstehen sehen könnte. Das hängt vom Dasein gebährwilliger Frauen ab.

Die Attentäterin Fatima Najjar sprengte sich 2006 für Hamas in die Luft.
Kinder werden erzogen, „den Kampf gegen den Feind zu lieben“
Im Gazastreifen leben aktuell etwa 2,2 Millionen Menschen. 48 Prozent sind jünger als 18 Jahre. Die Bevölkerungswachstumsrate von 3 Prozent stellt die zwölfthöchste Rate weltweit dar. Die durchschnittliche Frau in Gaza bekommt fast 3,5 Kinder – doppelt so viel wie Frauen in Deutschland oder den USA. Anders gesagt: Frauen in Gaza sind selten am Terror beteiligt in dem Sinne, dass sie an Erschießungskommandos wie am 7. Oktober teilnehmen. Sie garantieren aber die Nachkommen, die schon früh für Märtyrertum und Jihad erzogen werden.
Diesen Sachverhalt brachte erst eine Politikerin der Hamas im arabischen Fernsehen auf den Punkt. Sie sagt, dass palästinensische Kinder von frühauf, von Kindesbeinen an, zu Terroristen erzogen werden und beschreibt die Bedeutung der Frauen in der dschihadistischen Terrororganisation wie folgt: „Die meisten Kindergärten in Gaza gehören unseren Schwestern bei der Hamas. Von klein auf werden dort die Kinder dazu erzogen, den Dschihad und den Kampf gegen den Feind zu lieben“, heißt es dort.
Erziehung, Märtyrerrenten und Prämien: Der Terror aus Gaza entsteht nicht im Vakuum
Und damit dockt die Rolle der Frauen bei Hamas auch daran an, dass das gängige Narrativ, wonach die Terrororganisation ein losgelöstes Phänomen der Zivilbevölkerung sei. Laut einer Umfrage unterstützen laut des Palestinian Center for Policy and Survey Research 80 Prozent des Gazastreifens Militanz und bewaffnete Gruppen im Kampf gegen Israel; fast 60 Prozent haben eine positive Meinung über Hamas. Brutalste Massaker stoßen dort nicht auf Widerstand, sondern auf Freude.
Für die Tötung von Israelis ruft Hamas Märtyrerrenten, Prämien, Häuser und ewigen Ruhm aus. Das geschieht in einem gesellschaftlichen Klima, das auch stark von Frauen geprägt ist, in dem Terror kein Gräuel darstellt, sondern zum Widerstand gegen den „Colonizer“ romantisiert wird.
Kinder sind in diesem System essenziell, garantieren sie immerhin den Fortbestand islamistischer Weltbilder über Generationen. Der Tod ist ein Meister aus Gaza und die Fertilität von Hamas-Frauen das Perpetuum Mobile. In diesem System sind Frauen Indoktrinationsmaschinen. Sie lesen ihren Schützlingen aus Kinderbüchern vor, in denen Biene Maja Juden steinigt. Sie lassen ihre Kinder an der Waffe ausbilden. Und sie bringen ihnen schon im Kleinkindalter bei, dass der Hass auf Juden als Religionsgruppe und Israelis als Nachbar nicht nur wünschenswert ist, sondern ihre Tötung mit einem Dasein als Märtyrer belohnt wird.

Palästinenser in Michigan, USA haben Kinder zu ihrer Demo migebracht.
In diesem Sinne sind Hamas-Frauen Teil eines Modus Operandi einer Terrororganisation, die sich dem Judenhass verschrieben hat. Sie stellen sicher, dass Terroristen Infrastruktur und Schutz genießen, sie gebären den Nachwuchs und indoktrinieren die nachfolgende Generation, die Gewalt als gerechtfertigt ansieht. Und sie bilden die Basis, die im Westen auf willfährige Unterstützer stößt und extremistische Ideologien straßentauglich für eine Generation Allah macht.
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Ute Oelker
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