„Die Stunde eurer Freiheit hat geschlagen“ – NIUS erklärt Trumps Rede und die lange Blutspur der Mullahs
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Felix PerrefortDonald Trump steht im Weißen Haus und richtet sich an das Regime in Teheran, das in den Morgenstunden des Samstags von Israel angegriffen wurde. Er spricht nicht von einem begrenzten Schlag, nicht von einer punktuellen Strafaktion, sondern von einem fundamentalen Regimewechsel. Seine achtminütige Rede skizziert vier Jahrzehnte Gewalt, Terror und Stellvertreterkriege, die vom Regime in Teheran ausgehen. NIUS erklärt sie und ihren Hintergrund.
Trump zeichnet den Iran als Zentrum eines globalen Netzwerks aus Milizen und Terrorgruppen – ein Regime, das seit Jahrzehnten „Tod Amerika“ ruft und seine Macht über Stellvertreter ausübt: im Libanon, im Irak, im Jemen und in Gaza – bis nach Europa.
Dann beginnt er mit seinem historischen Anklagekatalog: „Eine der ersten Handlungen des Regimes war die gewaltsame Besetzung der US-Botschaft in Teheran und die Geiselnahme amerikanischer Diplomaten für 440 Tage. 1983 verübten iranische Stellvertreter das Bombenattentat auf die US-Marinekasernen in Beirut, bei dem 241 amerikanische Soldaten starben.“
Die Besetzung der US-Botschaft 1979 gilt bis heute als Urtrauma der amerikanisch-iranischen Beziehungen. Beim Anschlag von Beirut detonierte ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen vor der Marinekaserne – einer der schwersten Verluste des US-Militärs seit dem Vietnamkrieg.

Zwei Sicherheitsmitarbeiter der amerikanischen Botschaft sprechen im fünften Stock der Botschaft über Funkgeräte – wenige Augenblicke nachdem das Gebäude Berichten zufolge aus etwa 150 Metern Entfernung in Beirut im Libanon am 2. April 1979 von zwei raketengetriebenen Granaten (RPGs) getroffen wurde.
„Iran ist der weltweit größte staatliche Förderer des Terrorismus“
Trump fährt fort: „Im Jahr 2000 waren sie wahrscheinlich auch am Angriff auf die USS Cole beteiligt. Iranische Kräfte haben Hunderte amerikanische Soldaten getötet oder verwundet. Von Libanon bis Jemen und Irak hat das Regime Terrorgruppen bewaffnet, ausgebildet und finanziert. Es war Irans Stellvertreter Hamas, der den brutalen Angriff vom 7. Oktober auf Israel verübte und mehr als 1.200 Menschen ermordete – darunter mehr als 40 Amerikaner.“
Der Angriff auf die USS Cole, ein amerikanisches Kriegsschiff, wurde offiziell dem Terrornetzwerk Al-Qaida zugeschrieben; mögliche Verbindungen werden in amerikanischen Sicherheitskreisen als wahrscheinlich diskutiert. Als gesichert gilt dagegen die Unterstützung Teherans für Gruppen wie Hisbollah, Hamas oder die Huthi-Miliz im Jemen. Es sind zentrale Pfeiler iranischer Regionalpolitik.

Anschlag im Jahr 2000: 17 Bordkräfte verloren bei dem Anschlag ihr Leben.
Dann folgt eine der Kernaussagen der Rede: „Iran ist der weltweit größte staatliche Förderer des Terrorismus. Und dieses Regime darf niemals eine Atomwaffe besitzen. Ich wiederhole: Niemals.“
Trumps Botschaft ist eindeutig: Was jetzt geschieht, sei kein neuer Endloskrieg, sondern das Ende eines langen düsteren Geschichtskapitels. Diplomatie habe versagt, Kompromisse seien gescheitert, Warnungen ignoriert worden. „Deshalb haben wir in der Operation Midnight Hammer im vergangenen Juni das iranische Atomprogramm in Fordow, Natanz und Isfahan zerstört.“
Bei der Operation kamen strategische B-2-Bomber zum Einsatz, die bunkerbrechende Präzisionsbomben gegen tief unterirdische Anlagen abwarfen. Ziel und Ergebnis: Zentrale Teile der iranischen Nuklearinfrastruktur sind dauerhaft schwer beschädigt.

Der B-2-Bomber, dessen ungewöhnliche Form an einem Falken orientiert ist, setzte dem iranischen Atomprogramm schwere Schäden zu.
Trump abschließend: „Danach haben wir ihnen gesagt, sie dürften ihr Atomprogramm niemals wieder aufnehmen. Wir wollten verhandeln. Wir haben es versucht. Aber der Iran hat jede Gelegenheit ausgeschlagen.“
Anschläge, Raketenangriffe, Stellvertreterkriege und Atomgefahr verbindet Trump zu einer blutigen Linie: Iran als dauerhafter Gegner amerikanischer Interessen – und zugleich als Unterdrücker des eigenen Volkes.
Mörderische Niederschlagung des Volkes
Der Iran, das frühere Persien, ist eine multiethnische Gesellschaft, deren Bevölkerung etwa zu 50 bis 65 Prozent aus ethnischen Persern besteht. Die jüngsten Protestwellen, die im Januar und Februar Millionen Menschen auf die Straße brachten und brutal niedergeschlagen wurden (Tausende Tote; Menschenrechtsquellen sprechen von über 7.000 Toten, was realistisch anzunehmen ist), speisten sich wohl zu wesentlichen Teilen aus diesem Teil der Bevölkerung. Die Rufe nach Kronprinz Reza Pahlavi hallten durch zahlreiche Städte.
An sie richtet Trump eine direkte Botschaft: „An das große Volk des Iran: Die Stunde eurer Freiheit hat geschlagen. Bleibt zunächst in euren Häusern – es ist draußen gefährlich. Wenn wir fertig sind, nehmt eure Regierung selbst in die Hand. Das ist vielleicht eure einzige Chance seit Generationen.“
Amerikaner, Iraner, Israelis – diese beschreibt Trump als Hauptziele der Ayatollahs. In seiner Erzählung kulminiert diese Geschichte schließlich im Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober, bei dem etwa 1.200 Menschen bestialisch ermordet wurden.

Besonders das Nova Music Festival in Israel traf es erbarmungslos: 411 Freunde elektronischer Musik wurden dabei ermordet.
Auch eine Bedrohung für Europa
Gleichzeitig trägt die Rede ein zweites Signal in sich: Europa. Wenn Trump von Langstreckenraketen spricht, die „unsere Freunde in Europa“ bedrohen könnten, dann verlagert er den Konflikt rhetorisch vom Nahen Osten auf die westliche Sicherheitsordnung insgesamt. Das ist nachvollziehbar: Auch in Europa sind vom Iran unterstützte Proxys wie die Hamas aktiv.
So erklärt sich letztlich der Tonfall der Rede: nicht diplomatisch, sondern endgültig. Nicht Verhandlungen, nicht Eindämmung, sondern Zerschlagung von Kapazitäten und Abschreckung durch überwältigende Stärke, schlussendlich: Regime Change – aber einer, nach dem die iranische Bevölkerung die Macht übernehmen soll.
Ob Trumps Kurs gelingt, wird sich erst zeigen. Doch mit diesen acht Minuten im Weißen Haus hat sich der Ton des Konflikts für immer verändert. Vier Jahrzehnte teils direkter, teils indirekter Konfrontation verdichten sich plötzlich zu einem Moment, in dem Geschichte wieder offen geschrieben wird.
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