Musks Plan für die Zukunft im All
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SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, ging am Freitag an die Börse. Mit einem Volumen von 75 Milliarden Dollar war es die größte Neuemission in der Geschichte der Wall Street.
Mit dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 tritt eines der von Elon Musk kontrollierten Unternehmen in die vordere Liga amerikanischer börsennotierter Konzerne. Mit 1,75 Billionen Dollar hat das Unternehmen eine höhere Gesamtbewertung als beispielsweise Amazon, Meta Platforms und Tesla und ist mehr wert als das Bruttoinlandsprodukt von Russland. Woher kommt diese hohe Bewertung des Raumfahrtunternehmens?
Das Energie-KI-Dilemma
SpaceX muss zuvorderst als Herzstück von Musks Vision verstanden werden, Technologien im Bereich KI und Robotik aus den Begrenzungen unseres Planeten zu befreien. Musk selbst sieht dies als notwendig an, weil er nicht nur von einem weiteren Fortgang insbesondere des gegenwärtigen amerikanischen KI-Booms ausgeht, sondern von einer weltweiten KI-Konjunktur, die in ein Zeitalter der massenhaften Herstellung KI-gesteuerter Roboter münden wird.

Der Börsengang hat Elon Musk zum reichsten Mann der Welt gemacht
SpaceX soll in dieser Entwicklung einerseits dafür sorgen, dass KI-Anwendungen und Roboter durch Satellitenverbindungen gesteuert werden können. SpaceX schießt dazu die Satelliten kostengünstig ins All, Musks satellitenbasiertes Internetnetzwerk Starlink ist dabei ein zentrales Element.
Andererseits soll SpaceX helfen, die begrenzten Ressourcen der Erde zu überwinden. In einem Gespräch im Dwarkesh Podcast teilte Elon Musk im Februar seine Erkenntnis, dass gegenwärtig die Produktion von Chips exponentiell wächst, die Erzeugung von Elektrizität jedoch nur flach. Kurz: Die weltweit eingesetzten Chips verbrauchen mehr Energie, als hergestellt wird. Zusätzlich gibt es Engstellen in der Umwandlung von Energie, wie Musk in weiteren Gesprächen betonte.
Weiteres KI-Wachstum bedeutet also entweder, dass KI-Chips weniger Energie verbrauchen müssen, beispielsweise indem man die Kühlung des Weltraums nutzt. Oder es muss deutlich mehr Energie und Transformationstechnik bereitgestellt werden.

Als privater Dienstleister übernimmt SpaceX auch die Versorgung der internationalen Raumstation ISS
Energieerzeugung und KI-Serverfarmen brauchen jedoch schon heute sehr viel Platz, und Genehmigungen sind stark abhängig von Regulierungen und der Zustimmung der Bevölkerung.
Lösung im All?
Musk und andere denken daher darüber nach, KI-Rechenzentren beispielsweise auf dem Mond oder Mars zu errichten. Dort ließe sich ein Wachstum eventuell leichter sicherstellen. Unklar ist zwar noch die alles entscheidende Frage der Energieversorgung, doch könnten solche Standorte einen Ausweg aus den Ressourcenbegrenzungen auf der Erde bieten. Gleichzeitig könnten KI-Rechenzentren oder Roboterfabriken ein möglicher Bestandteil einer zukünftigen außerirdischen Industrie- und Technologiebasis werden.
Die Rolle von SpaceX
Hier setzt SpaceX mit seinen Raketen an. Durch die hohe Wiederverwendbarkeit und die geplante enorme Tragfähigkeit des Transportsystems Starship sinken die Kosten pro Kilogramm Nutzlast dramatisch. Das macht es realistisch, die riesigen Mengen an Material, Bauteilen und Ausrüstung ins All zu transportieren, die für den Aufbau von KI-Serverfarmen oder großflächigen Energieanlagen im Orbit, auf dem Mond oder auf dem Mars nötig wären.

Bewertung von SpaceX
Allerdings sind mit diesem Ansatz noch erhebliche Unklarheiten verbunden. Neben der Energieversorgung betrifft dies die technische Umsetzung großer Infrastrukturen im All und die enorme Höhe der Investitionen. Hinzu kommen regulatorische Hürden und das Risiko, dass politische oder gesellschaftliche Widerstände Projekte dieser Größenordnung verzögern oder verhindern können. Dennoch gibt Musk als Ziel aus, über 100.000 Satelliten in die Umlaufbahn für Kommunikation und den Bau von KI-Datenzentren im Orbit anzustreben.
Musk verfolgt daher daneben noch ein weiteres Geschäftsmodell für SpaceX: Weltraumtourismus. Anders als bereits bestehende Mitbewerber möchte er auf Masse und Reichweite setzen, wie er in seiner Rede zum Börsengang am 12. Juni hervorgehoben hat:
„Wir wollen jeden, der möchte, zum Mond bringen, jeden, der möchte, zum Mars oder irgendwohin im Sonnensystem – und vielleicht eines Tages sogar darüber hinaus. Wir wollen dich dorthin bringen. Nicht nur ein paar Astronauten, sondern buchstäblich dich. Wer auch immer das hier sieht: SpaceX will dich zum Mond, zum Mars und letztlich darüber hinaus bringen.“
Musks integriertes Imperium
SpaceX gewinnt seine Bewertung nicht nur durch die Verbindung eines etablierten Produkts (Starlink) mit der Vision von Wachstum im Weltall. Wert erhält es auch durch die Einbindung in die anderen Unternehmen in Musks Imperium. SpaceX übernimmt hier die Transport- und Kommunikationsschicht, Starship ermöglicht den schweren Gütertransport ins All, Starlink sorgt für die notwendige Vernetzung.
Tesla bringt im Netzwerk Energieexpertise. Diese reicht von leistungsstarken Batteriespeichern und Solartechnologie bis hin zu Energiemanagement-Systemen, die auch unter extremen Bedingungen funktionieren müssen. Darüber hinaus entwickelt Tesla mit Optimus humanoide Roboter, die eines Tages autonom Infrastruktur auf dem Mars oder Mond bauen und warten könnten.
Die KI-Sparte xAI wiederum liefert die eigentliche Intelligenz. Die von xAI entwickelten KI-Modelle könnten auf den im All betriebenen Serverfarmen laufen. Gleichzeitig kann diese KI die anderen Unternehmen optimieren. Sie könnte Raketenstarts und Flugrouten von SpaceX berechnen, Energieflüsse bei Tesla steuern oder die Bewegungen von Optimus-Robotern koordinieren.

Das Unternehmensnetzwerk von Elon Musk
xAI benötigt für seine Aufgaben vor allem umfangreiche Rechenleistung und greift dabei auf Tesla und die operative Infrastruktur von SpaceX zu. Umgekehrt profitieren SpaceX und Tesla von fortschrittlicher KI, die ihre jeweiligen Systeme effizienter und autonomer macht. Die Unternehmen bilden damit kein loses Konglomerat, sondern ein zusammenhängendes technisches Ökosystem für eine Zukunft jenseits der Erde.
So erklärt sich die Bewertung von SpaceX
Die hohe Bewertung und das erfolgreiche Börsendebüt von SpaceX ist damit aktuell keine Bewertung eines bereits etablierten Einzelunternehmens. Es ist auch eine Wette darauf, dass sich der KI-Boom noch weiter dreht, dass die Energieressourcen der Erde selbst bei massivem Ausbau der Atomkraft zu gering sind und dass Weltraumtechnologie hier Lösungen bereitstellen könnte.

Musk gilt und galt lange Zeit als Vertrauter des US-Präsidenten Trump
In seiner Rede zum Börsengang gab Musk überraschend Einblick in die Tatsache, dass er dem Unternehmen ursprünglich kaum den aktuellen Erfolg zugetraut hätte:
„Ich habe SpaceX weniger als 10 Prozent Chance auf Erfolg gegeben. Um das klarzustellen: Ich habe den Leuten tatsächlich gesagt: ‚Schaut mal, wir scheitern wahrscheinlich, aber wir sollten es trotzdem versuchen – denn wenn kein neues Unternehmen in den Weltraum einsteigt, werden wir nie eine wirklich raumfahrende Zivilisation werden“.
Für viele klingen Musks Ideen nach Science Fiction. Vielleicht etwa so, wie selbstfahrende Elektroautos noch vor Jahrzehnten Fantasie waren. Oder eine künstliche Intelligenz, mit der man in Echtzeit fast menschenähnlich forschen, sprechen oder entwickeln kann.
Musk hat oft bewiesen, dass er technologische Trends richtig einschätzt. Und es gibt einen zentralen Gradmesser, der zeigt, wie gut er mit seinen Ideen war: Er wurde durch seine Innovationen zum reichsten Menschen der Erde.
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