Radikale Stellenkürzung: Bahn-Chefin Palla will Hälfte der Topmanagement-Jobs streichen
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Drei Monate nach ihrem Amtsantritt bereitet die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, einen tiefgreifenden Umbau des schwer angeschlagenen Staatskonzerns vor – und plant offenbar massive Stellenstreichungen an der Spitze und in der Zentrale. Das Handelsblatt hatte über die radikalen Stellenstreichungen zuerst berichtet.
Laut Aufsichtsratsunterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, soll die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands von derzeit 43 auf nur noch 22 Positionen halbiert werden. Die Positionen der Konzernbeauftragten, die als Zwischenebene zwischen Vorstand und Topmanagement fungieren, sollen komplett gestrichen werden, fünf Stellen fallen damit weg. Auch in den Vorständen der Tochtergesellschaften plant Palla Kürzungen: Insgesamt vier Vorstandsposten sollen dort entfallen, bei DB Regio soll die Zahl von sechs auf fünf, bei DB Fernverkehr von fünf auf vier und bei der Infrastrukturtochter DB InfraGo von acht auf sechs reduziert werden.

Die Managerin Palla steht unter massivem öffentlichen Druck – und soll den dysfunktionalen Staatskonzern auf Vordermann bringen.
Bereits im Oktober hatte Palla den Konzernvorstand von acht auf sechs Mitglieder verkleinert; die Ressorts Infrastruktur und Technik werden Ende des Jahres aufgelöst. Doch es bleibt nicht bei der Führungsspitze. Auch in der Konzernholding DB AG ist ein „deutlicher“ Personalabbau vorgesehen, wie es in den Unterlagen heißt. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen gerade im Bahntower, wo rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt sind, Hunderte weitere Manager gehen müssen; betroffen sei auch der langjährige Strategie-Chef, dessen Abteilung massiv verkleinert werde.
„Neustart DB“ soll am 10. Dezember vorgestellt werden
Der straffe Zeitplan sieht vor, dass erste Schritte des neuen Managementkonzepts bereits bis zum 1. Januar 2026 umgesetzt werden; einige Stellen sollen noch in diesem Jahr abgebaut werden. Gespräche dazu laufen bereits, heißt es aus Aufsichtsratskreisen. Der Plan mit dem Titel „Neustart DB – wir stellen uns für die Zukunft neu auf“ soll auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember vorgestellt und beschlossen werden.
Palla, die zuvor drei Jahre erfolgreich die Regionalsparte DB Regio führte, will Verantwortung dezentralisieren: „Entscheidungen würden zukünftig dort getroffen, wo die Verantwortung liege, und nicht drei Etagen höher“, wird die 52-Jährige zitiert. Zentrale Sanierungsprogramme wie das unter Ex-Chef Richard Lutz eingeführte „S3“ sollen der Vergangenheit angehören. Die neue Chefin muss unter politischem und öffentlichem Druck – die Deutsche Bahn gilt vielen Bürgern als Sinnbild einer dysfunktionalen Bundesrepublik – nun liefern. Frühere Reformversuche waren allesamt gescheitert. Die Pünktlichkeitsquote wird in diesem Jahr voraussichtlich unter 60 Prozent liegen, und selbst für 2026 erwartet der Konzern keine Besserung. Erst ab 2027 soll sich die Lage spürbar entspannen, obwohl die Zahl der Baustellen im nächsten Jahr von 26.000 auf 28.000 steigen wird.
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