Die schönsten Team-Outfits bei Olympia: Nur Deutschland kommt im Angler-Look
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Ganz im Sinne italienischer Grandezza verwandelte sich die Eröffnungsfeier der Winterspiele 2026 in Mailand–Cortina in eine Bühne für Kultur, Musik und Mode. Den Auftakt machte eine tänzerische Sequenz, inspiriert von den neoklassizistischen Skulpturen Antonio Canovas. In schimmernder Roberto-Cavalli-Robe und mit federbesetztem Cape erschien dann Mariah Carey und sang ein italienisch-englisches Medley. Für die italienischen Zeilen vertraute sie weniger auf Sprachgefühl als auf einen Teleprompter, von dem sie ablas. Supermodel Vittoria Ceretti führte eine Parade von Models in Giorgio Armani an. In Rot, Weiß und Grün formierten sie sich zur italienischen Flagge – eine Hommage an den im September 2025 verstorbenen Designer.

Ein wahrer Fashion-Moment: Der Auftritt von Mariah Carey in Roberto Cavalli zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2026
Mit der „Parade of Nations“ verwandelte sich das Stadion endgültig in einen Laufsteg. Delegationen zahlreicher Nationen zogen wie Models vorbei. Während viele Teams die Eröffnungszeremonie zu einem Mode-Moment machten, kam Deutschland im Angler-Look mit eintönigen Regenjacken und formlosen Schnitten. Und das ausgerechnet in der Fashion-Hauptstadt Mailand.
Wer Größe zeigen will, kleidet sich entsprechend. Viele Teams glänzten in ihren Outfits – nur Deutschland schien eher in den Startlöchern für den nächsten Camping-Ausflug.
Funktion, aber mit Fashion
Dabei zeigte die Eröffnungsfeier von Mailand–Cortina eigentlich, wie glamourös Winterspiele aussehen können. Statt Trainingsanzügen dominierten maßgeschneiderte Puffers, traditioneller Strick, technische High-Performance-Stoffe und überraschend viel Design-Ambition.
Team Brasilien × Moncler

Foto: Moncler
Fast 60 Jahre nach seinem letzten Olympia-Auftritt kehrt Moncler zurück und stattet die brasilianische Delegation aus. Das Ergebnis: cleane, luxuriöse Winter-Silhouetten mit subtilen Details wie feinen Steppungen. Ein weißer Mantel mit passendem Cape, gefüttert in den Farben der brasilianischen Flagge, kombiniert alpine Funktionalität mit tropischer Energie und setzt zugleich ein patriotisches Statement.
Team Italien × Giorgio Armani

Foto: Armani
Als Gastgeberland waren die Erwartungen hoch und Giorgio Armani lieferte genau das, was man sich von Mailand erhofft: Understatement mit maximaler Eleganz. Hier dominieren klare Linien, präzise Schnitte und eine reduzierte Farbpalette aus Navy, Weiß und subtilen Trikolore-Details. Technische Materialien treffen auf fast schon sartoriale Silhouetten. Selbst die Puffers wirken maßgeschneidert. Es ist dieser typisch italienische Zugang zu Sportswear, die nie rein funktional, sondern immer auch eine Frage von Stolz und Stilgefühl ist.
Team Mongolei × Goyol Cashmere

Foto: Goyol Cashmere
Sportlich zählt die Mongolei mit nur wenigen Athleten zu den kleinsten Teams der Spiele – modisch jedoch zu den stärksten. Statt klassischer Funktionsjacken setzt das Label Goyol Cashmere auf eine zeitgenössische Interpretation traditioneller Gewänder. Gegürtete Silhouetten, weiche Cashmere-Stoffe und lange, fließende Mäntel zitieren das mongolische Traditionsgewand und bringen jahrhundertealtes Handwerk auf die olympische Bühne. Das wirkt weniger wie Teamwear, mehr wie kulturelle Couture. Unter dem Motto „What we carried through winter – we carry to the world“ wird Kleidung hier zum Narrativ von Herkunft und Identität. Ein leiser, aber eindrucksvoller Auftritt – und einer der poetischsten Looks dieser Spiele.
Team Haiti × Stella Jean

Foto: Stella Jean
Haiti schreibt Geschichte mit nur zwei Athleten im nordischen Skisport. Entworfen von der haitianisch-italienischen Designerin Stella Jean (Stella Novarino), bringen die Uniformen karibische Wärme in die italienische Bergkulisse. Kunst, Geschichte und Identität verschmelzen hier zu farbstarken Einzelstücken, inspiriert von den Werken des Künstlers Edouard Duval-Carrié.
Team USA × Ralph Lauren

Foto: Ralph Lauren
Wenn ein Land den Begriff Ceremony Dressing perfektioniert hat, dann die USA. Seit fast zwei Jahrzehnten stattet Ralph Lauren das Team für Eröffnungs- und Abschlussfeiern aus – und liefert verlässlich jene Looks, die eher an Aspen, Lake Tahoe oder einen Winter in den Hamptons erinnern als an ein Stadion voller Wettkampfadrenalin. Auch 2026 setzt die Marke auf ihre stärksten Codes: klassische Puffers, Wollmäntel und Beanies in Navy, Rot und Creme. Alles wirkt warm, hochwertig und bewusst nostalgisch. Kaum ein Team sieht so selbstverständlich „angezogen“ aus.
Und Deutschland × Adidas?

Anglerhut und Poncho: Die deutschen Eröffnungs-Outfits für Mailand–Cortina 2026
Während andere Nationen den Einlauf als Runway für Stil, Nationalstolz und Selbstbewusstsein nutzten, schickte Deutschland seine Athleten mit Fischerhüten und Regenmänteln auf die Bühne.
Die von Adidas entworfenen Outfits erinnern weniger an olympische Repräsentation als an die Ausrüstung für einen verregneten Wandertag: weite Westen, matte Farben, Schnitte ohne Kontur. Bei dem Anblick denkt man eher an einen Angelverein oder einen Betriebsausflug als an die größte Bühne von Olympia.
Das Outfit der deutschen Olympia-Auswahl hatte bereits im Vorfeld für einige Diskussionen gesorgt. Offiziell heißt es, das Design stehe für Funktionalität und Inklusion – es soll also möglichst vielen passen, niemanden irritieren und niemanden ausschließen. Doch genau darin liegt das Problem. Wer allen gefallen will, fällt nicht auf.
Hat Deutschland gestalterisch kapituliert? Oder warum wirken die Looks ohne ästhetische Vision? Kein Glamour, kein Stolz. Als hätte man Angst vor Größe.
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