Merz-Freund Ulrich Bettermann: „Wir spüren exakt nichts von einem Bürokratieabbau“
Ein Beitrag von
Der Sauerländer Unternehmer Ulrich Bettermann (Gebäudeelektrik, Umsatz: mehr als 1 Milliarde Euro, 4.200 Mitarbeiter) ist seit 30 Jahren mit Friedrich Merz befreundet. In einem Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum er dessen Politik für „mutlos“ hält und warum in seinem Unternehmen „exakt nichts von einem Bürokratieabbau ankommt“.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen:
Merz muss den Bürgern reinen Wein einschenken
„Ich habe mich zuerst gefreut, dass sich nun etwas in Sachen Mittelstand und Wirtschaft bewegen wird, muss allerdings heute sagen, dass bisher bei uns nicht viel beziehungsweise gar nichts angekommen ist. Meiner Meinung nach muss Friedrich den Bürgern reinen Wein einschenken, denn sie wissen ganz genau, dass wir über unsere Verhältnisse leben, und die AfD greift gerade diese Themen auf. Meiner Meinung nach können wir so nicht weitermachen, und auch die SPD muss begreifen, dass man nicht nur auf Pump leben kann, sondern Leistung und Mut gefragt sind. Es ist Merz’ Aufgabe, auch der SPD als Koalitionspartner klarzumachen: Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf. Ohne grundlegende Reformen wird Deutschland weiter an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Das schmerzt nicht nur mich, sondern die Wirtschaft und die Menschen. Leistung muss sich wirklich wieder lohnen.“
Über Bürokratieabbau
„Es wird Zeit, dass die Unternehmer spüren, dass sich wirklich etwas tut. Wir Mittelständler spüren exakt nichts von einem Bürokratieabbau. Ein großer Teil des Mitarbeiteraufbaus in der Verwaltung beruht allein auf Bürokratie, also Arbeitsplätzen, die nur dem Staat, aber nicht den Unternehmen dienen. Die Unternehmen brauchen mehr Luft zum Atmen. Es ist so viel reglementiert. Wir haben eine Kasko-Mentalität. Das müssen wir ändern. Aber es scheitert daran, dass es inzwischen eine Lobby von Dienstleistern gibt, die nichts produzieren, aber davon leben, dass Unternehmen wie wir Hilfe bei den vielen Vorgaben und Genehmigungsprozessen brauchen. Damit sind Unternehmen Teil des Problems.“
Kann es ein neues Wirtschaftswunder geben?
„Ein neues Wirtschaftswunder könnte gelingen, wenn die Sonntagsreden von den Politikern aufhören. Ein Wirtschaftswunder gelingt nur mit Innovationen, mehr Arbeit und unternehmerischer Freiheit. Derzeit fehlt alles auf einer breiteren Linie. In Konzernen ist man zuständig, in Familienunternehmen ist man verantwortlich. Für die Menschen, die Haltung und die Kultur. Das möchte ich der nächsten Generation mitgeben. Die Erbschaftssteuer müsste abgeschafft werden, wie in Österreich. Dort sieht man, wie auch kleinere Betriebe prosperieren. Die Erbschaftssteuer frisst die Substanz der Unternehmen, die ja investieren müssen.“
Mehr NIUS:
Dramatischer Kahlschlag: DB Cargo baut fast die Hälfte der Stellen ab
Mehr NIUS:
Europa-Chef des neuen E-Autos Chery: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an“
Kettensägen-Boss Stihl: „Merz schickt uns mit Bleiweste zum Schwimmen“
Reform-Kommission: Jetzt soll die „atmende Schuldenbremse“ Deutschland vor dem Absturz retten
Nur noch 6 Prozent optimistisch: Absturz-Wirtschaft jetzt Sorge Nummer eins, dicht gefolgt von Migration
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Mehr NIUS:
Nur noch 6 Prozent optimistisch: Absturz-Wirtschaft jetzt Sorge Nummer eins, dicht gefolgt von Migration
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare