VW-Chef Oliver Blume über Umsatzeinbruch in China: „Mit neuem Wachstum rechnen wir nicht“
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Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume gibt demnächst die Führung von Porsche, das Juwel im VW-Konzern, ab. In Zuffenhausen warten auf seinen Nachfolger große Herausforderungen, wie Blume in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) verrät.
So erklärt der Konzern-Boss, dass die Grundsubstanz des Unternehmens robust sei, jedoch der wichtige Markt China hinter den Erwartungen zurückbleibe. „Zudem haben wir aus heutiger Sicht vor einigen Jahren unser Produktportfolio nicht flexibel genug aufgestellt. Unsere Strategie war es, in jedem unserer drei Segmente ein Angebot von Verbrenner, Hybrid und E-Sportwagen zu haben – nicht aber bei jedem Produkt. Beim Macan haben wir falsch gelegen“, sagt Blume und kündigt damit versteckt eine Abkehr vom Elektro-only-Prinzip an.

Der vollelektrische Porsche Cayenne feierte vor wenigen Tagen in Dubai seine Weltpremiere.
E-Autos: „Kuchen ist insgesamt zu klein“
Würde Porsche ohne den Fokus auf E-Autos heute besser dastehen, möchte die FAS wissen. Blume kontert: „Elektromobilität bei Porsche funktioniert. Wir sind einer der stärksten traditionellen Automobilhersteller in der Transformation.“ Dennoch sei der Anteil an E-Autos nicht groß genug, um damit Geld zu verdienen. Der Kuchen sei „insgesamt zu klein“, sagt Blume
Geschäft in China um 60 Prozent eingebrochen
„Porsche verkauft in China jährlich nur noch 40.000 Autos, statt wie noch vor wenigen Jahren fast 100.000. Mit neuem Wachstum rechnen wir aus heutiger Sicht nicht. Wir verkleinern deshalb unser chinesisches Vertriebsnetz und reduzieren Kapazitäten, um auch mit den niedrigeren Verkaufszahlen wieder hochrentabel zu sein“, sagt Blume. Er erwähnt, dass eine verschärfte Luxussteuer das Geschäft zusätzlich erschwere. „Für Porsche gibt es aktuell keine konkreten Pläne, aber vielleicht kann es eines Tages interessant werden, über einen Sportwagen speziell für den chinesischen Markt nachzudenken. Der Volkswagen-Konzern würde theoretisch Möglichkeiten zur Lokalisierung bieten.“

Der Porsche Macan war einst ein Verbrenner-SUV. Aktuell ist dieser nur noch als E-Auto erhältlich. Der Absatz lahmt.
Damit öffnet Blume die Büchse der Pandora für Enthusiasten: Mit Ausnahme des Cayenne werden die hochwertigen Sportwagen ausschließlich in eigenen, deutschen Werken gefertigt. Dass bald Fahrzeuge mit Porsche-Logo gemeinsam mit Audi- oder Volkswagen-Karossen von einem Band rollen, gilt als Traditionsbruch.
Blume: Verbrenner bleibt
Dass China bald nur noch E-Autos nachfragt, will der Noch-Porsche-Chef nicht erkennen. „Es wird immer Porsche-Liebhaber geben, die einen Verbrenner kaufen wollen. Und wenn wir mit Politikern in China sprechen, dann gehen sie fest davon aus, dass es dort auch in 10 bis 15 Jahren noch einen Markt für Verbrenner-Fahrzeuge geben wird. Die Chinesen sind pragmatisch und denken nicht in Verboten.“

Verbrenner-Motoren sollen bleiben, sagt VW-Chef Blume.
Sparkurs in Deutschland
In Deutschland befindet sich der Sportwagenhersteller aktuell in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Das Zuffenhausener Unternehmen will seinen Sparkurs noch verschärfen und fordert weitgehende Zugeständnisse der Beschäftigten. Die Volkswagen-Tochter strebt in Gesprächen über ein neues Zukunftspaket weitere Einsparungen vor allem im Stammwerk in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach an, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten. Unter anderem wird die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeuge in den Raum gestellt.
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