Zu viel Wind, zu wenig Sonne … Alle 23 Minuten müssen die Netzbetreiber den FLATTER-STROM ausgleichen
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Alle 23 Minuten müssen die Übertragungsnetzbetreiber in die Stromproduktion eingreifen, damit uns das Stromnetz nicht um die Ohren fliegt ...
Weil Deutschland mehr und mehr auf Flatter-Strom aus Wind und Sonne zur Stromgewinnung setzt, müssen die Übertragungsnetzbetreiber immer häufiger und mit immer mehr Kostenaufwand in die Stromproduktion eingreifen. Also Windmühlen abstellen und andernorts (meist) Kohlekraftwerke hochfahren – damit das Stromnetz nicht Gefahr läuft, zu überlasten.

Redispatch-Maßnahmen sollen eine regionale Überlastung des Stromnetzes verhindern.
1934 solcher „Redispatch“-Eingriffe waren allein im Januar dieses Jahres nötig, wie eine NIUS-Auswertung der Daten der Übertragungsnetzbetreiber zeigt. 1934 Mal mussten entweder Kraftwerke abgeschaltet oder in einer anderen Region hochgefahren werden, damit das Netz stabil bleibt. Und wenn Kraftwerke kurzfristig hochgefahren werden müssen, kostet das natürlich Geld: Allein im Januar waren das knapp 200 Millionen Euro.
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Der Grund: Die Stromproduktion von Wind und Sonne – besonders die von Wind – sind zufällig, vom Wetter abhängig und daher nicht planbar. Nicht umsonst haben die Erneuerbaren Spitznamen wie Zappel-Strom oder Zitterenergie. An manchen Tagen, etwa an windigen Sommertagen, steht viel mehr Strom zur Verfügung, als je gebraucht würde – in manchen Winterwochen („Dunkelflaute“) können Wind und Sonne über Tage nicht einmal fünf Prozent des Strombedarfs decken.
Die produzierte Strommenge muss aber zu jedem Zeitpunkt der Stromnachfrage entsprechen. All diese riesigen Schwankungen (im Januar von bis zu 52 Gigawatt) müssen ausgeglichen, dem Stromverbrauch angepasst und den regionalen Netz-Kapazitäten angepasst werden.

Die Grafik zeigt die Stromproduktion von Wind (grün) und Sonne (gelb) im Januar 2024. Die schwarze Linie ist der Stromverbrauch. Die Stromerzeugung von Wind und Sonne schwankt zwischen 3 GW und 55 GW – also um den Faktor 18. All diese Schwankungen müssen mit anderen Kraftwerken und zum Teil Redispatch-Maßnahmen ausgeglichen werden. (Quelle: EnergyCharts)
Im Januar konnten insgesamt 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom wegen Netzüberlastung nicht eingespeist werden, insgesamt 1,9 Milliarden Kilowattstunden Strom mussten zum Ausgleich zugeschaltet werden. Das entspricht einer durchschnittlichen Leistung von 2,3 Gigawatt.
Zum Vergleich: Das entspricht der Leistung von 1,5 Atomkraftwerken, die in einem komplexen System aus Großkraftwerken und inzwischen Millionen Windpark und Kleinstkraftwerken auf Hausdächern ständig abgeregelt oder zugeschaltet werden muss.
Eingriffe werden immer mehr, Kosten immer höher
Mehr Eingriffe, Ab- und Zuschaltungen bedeuten freilich auch höhere Kosten: Lagen die Kosten für Netzanpassungsmaßnahmen vor zehn Jahren noch bei 210 Millionen Euro im Jahr, waren es 2022 4,2 Milliarden Euro – also mehr als 19 Mal so viel. Die Kosten finden sich später freilich auf der Stromrechnung wieder.
Eine Studie des Forums „Ökologisch Soziale Marktwirtschaft“ hat gar gezeigt, dass die Redispatch-Maßnahmen, wegen des notwendigen Zuschaltens von schmutzigen Kohle- und Gaskraftwerken, mehr als 1 Million Tonnen an zusätzlichem CO2 verursachen.
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