Brandmauer gefallen: Liberale wollen Koalition mit rechten Schwedendemokraten
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RedaktionKnapp sechs Monate vor der Parlamentswahl im September 2026 vollzieht die liberale Parteichefin Simona Mohamsson eine historische Kehrtwende: Erstmals strebt ihre Partei eine direkte Regierungskoalition mit den Schwedendemokraten (SD) an. Der Kurswechsel stürzt die Liberalen in eine tiefe Zerreißprobe.
Es ist das Ende eines politischen Dogmas. Was Simona Mohamsson noch im vergangenen Herbst kategorisch ausschloss, ist nun offizielle Parteilinie: Die Liberalen (L) suchen den direkten Schulterschluss mit Jimmie Åkessons Schwedendemokraten. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten beide Parteien ein 15-Punkte-Programm, das die Basis für eine künftige Zusammenarbeit bilden soll.
Ein Programm der Zugeständnisse
Kern der Vereinbarung ist eine Mischung aus wirtschaftsliberalen Forderungen und national-konservativen Prestigeprojekten. Geplant sind:
- Steuersenkungen für Unternehmen und Privatpersonen.
- Die Verstaatlichung des Schulwesens, um Bildungsstandards zu vereinheitlichen.
- Ein verbindliches Referendum über den Euro-Beitritt im Jahr 2030 – ein Zugeständnis an die EU-kritische Basis der SD
Die Partei am Abgrund
Mit einer knappen Mehrheit von 13 zu 8 Stimmen peitschte der Vorstand den neuen Kurs durch, gegen den erbitterten Widerstand des linken Parteiflügels. In der Folge kündigten prominente Vertreter aus Uppsala und Malmö ihren Rückzug an; sie werfen Mohamsson den Verrat an liberalen Grundwerten vor.
Auch die Wählerschaft reagiert unterkühlt. Jüngste Umfragen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der liberalen Stammwähler eine Koalition mit den SD ablehnt. Aktuell liegt das Oppositionslager stabil mit über sechs Prozentpunkten in Führung.

Simona Mohamsson, Vorsitzende der schwedischen Liberalen (Liberalerna).
Entscheidung am Sonntag
Während Ministerpräsident Ulf Kristersson die Klärung der Fronten begrüßt, um die Handlungsfähigkeit des bürgerlichen Lagers zu sichern, steht Mohamsson vor dem politischen Aus. Am kommenden Sonntag entscheidet ein außerordentlicher Parteitag über ihr Schicksal. Entzieht die Basis ihrer Vorsitzenden das Vertrauen, dürfte auch das Bündnis mit den Schwedendemokraten schneller Geschichte sein, als es besiegelt wurde.

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson.
Der Hamburger AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Alexander Wolf, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, sagte zu NIUS: „Brandmauern fallen. Erst in Schweden, dann in Deutschland. Je schneller, desto besser. Um Deutschlands weiteren Absturz zu verhindern, brauchen wir jetzt eine bürgerliche Mehrheit. Es ist fünf nach zwölf. Mit der AfD kann Merz die dringend benötigten Reformen gegen die Deindustrialisierung Deutschlands umsetzen, mit der SPD nicht. Wann fällt bei der CDU endlich der Groschen?“ Die AfD stehe für sichere Arbeitsplätze, für sichere und bezahlbare Energie, für Bürokratieabbau und gegen Klimawahn, Steuererhöhungen und ungebremste Masseneinwanderung.
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