„Deutschland ist nicht sicher und wird auch nicht sicher sein!“
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Emanuela SutterAm Brandenburger Tor wurde am Mittwochnachmittag Chanukka gefeiert – doch das jüdische Lichterfest ist von Sorgen geprägt, nachdem bei einem antisemitischen Terroranschlag in Sydney 15 Menschen ums Leben gekommen waren. NIUS war vor Ort und hat sich unter den feiernden Juden umgehört: Fühlen Sie sich sicher in Deutschland? Haben Sie Sorge, dass ein Anschlag wie der am Bondi Beach auch hierzulande passieren könnte?
Schauen Sie hier, was die Gäste sagen:
Absperrungen seit Mittag, schwer bewaffnete Polizei, eingeschränkter ÖPNV, Wachmänner auf den Dächern: Vor dem Brandenburger Tor wurde am Mittwochnachmittag die vierte Kerze von Europas größtem Chanukka-Leuchter von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) feierlich entzündet. Der Anlass ist das achttägige jüdische Lichterfest. Wegen des antisemitischen Terroranschlags auf das Chanukka-Fest in Sydney am vergangenen Sonntag, bei dem 15 feiernde Menschen ermordet wurden, waren die Sicherheitsvorkehrungen in diesem Jahr um einiges höher als in den Jahren zuvor.
NIUS fragte die jüdischen Gäste am Fest in Berlin: Wie sicher ist Deutschland noch für Sie?
„Die letzten Jahre sind schon krass gewesen“
Ein Student der Freien Universität Berlin erzählt: „Ich habe Sachen erlebt, vermehrt aus linksextremer und islamistischer Szene, die nicht schön waren“. Er sei kein „ängstlicher Typ“, aber die letzten Jahre, besonders seit dem Anschlag der islamistischen Terrorgruppe Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, seien „schon krass gewesen“. Er blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft: „Wenn sich hier in Deutschland politisch und in der Gesellschaft nichts ändert, wird es nicht besser, sondern im Gegenteil, eher schlechter“.

Dieser Berliner Student berichtet: „Ich habe Sachen erlebt, vermehrt aus linksextremer und islamistischer Szene, die nicht schön waren.“
In Deutschland könne man mit Kippa nicht mehr auf die Straße gehen
Ein Mann, der Mathematik an einer Berliner Universität lehrt, berichtet, dass er 2019 mit seiner Familie nach Wien ausgewandert ist. Der Grund: „Ich fühle mich in Deutschland überhaupt nicht sicher“, sagt er. In Wien könne man sich noch mit Kippa oder Gebetsriemen auf der Straße zeigen, ohne zu befürchten, dass einem etwas passiere.
„Die Situation ist bedrohlich“
Auch eine Frau berichtet, dass sie sich „leider überhaupt nicht sicher“ fühle. Sie erzählt, sie habe Morddrohungen erhalten, weil sie bei einem Geiselgedenken am Humboldtforum teilgenommen hatte.
Ein evangelischer Pastor wurde von Rabbiner Yehuda Teichtal zu der Chanukka-Feier eingeladen. Seine Gemeinde und die jüdische Chabad-Berlin Gemeinde liegen in Nachbarschaft. „Die Situation ist bedrohlich“, sagt der Pastor – besonders in Neukölln. Der Judenhass habe „bedauerlicherweise bei Teilen der politischen Linken besonders und natürlich bei den arabischen Islam-Zuwanderern“ zugenommen.
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