So viel kostete die Regenbogenkampagne der Berliner Verkehrsbetriebe
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RedaktionDie Berliner Verkehrsbetriebe verstehen sich selbst als neutral. Als landeseigenes Unternehmen seien sie zur parteipolitischen und weltanschaulichen Zurückhaltung verpflichtet, heißt es regelmäßig aus dem Senat. Gleichzeitig dienen Busse, Bahnen und Social-Media-Kanäle der BVG seit Jahren als Bühne für politische und gesellschaftliche Kampagnen – besonders sichtbar rund um den Pride Month. Nun liegen der Berliner Zeitung erstmals konkrete Zahlen vor, was diese Selbstdarstellung kostet.
Auf schriftliche Anfragen des AfD-Abgeordneten Frank-Christian Hansel musste der Senat offenlegen, wie viel Geld landeseigene Betriebe für sogenannte Regenbogen- und Pride-Aktionen ausgeben. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die BVG ist mit großem Abstand Spitzenreiter.
Allein die Pride-Aktion im Sommer dieses Jahres schlug mit 43.845 Euro zu Buche. Doch das war nur ein Ausschnitt. Rechnet man alle Maßnahmen zusammen, die die BVG in den jeweiligen Pride-Monaten umgesetzt hat, ergeben sich deutlich höhere Summen: rund 198.800 Euro im Jahr 2023, etwa 194.300 Euro im Jahr 2024 und bereits rund 137.200 Euro im laufenden Jahr 2025. Besonders kostspielig war der CSD-Truck 2024, der nach Angaben des Senats rund 82.500 Euro verschlang.
Bemerkenswert ist dabei weniger die Existenz solcher Kampagnen als der Widerspruch zwischen Aufwand und offizieller Darstellung. Denn parallel zu den Zahlen betont der Senat, die BVG betreibe keine „politisch-ideologischen Kampagnen“. Man halte sich strikt an die Neutralitätspflicht. Dass Fahrzeuge in Regenbogenfarben durch die Stadt rollen und das Unternehmen regelmäßig öffentlich Stellung bezieht, wird dabei offenbar nicht als politische Positionierung gewertet.
Zur Begründung heißt es, öffentlich-rechtliche Unternehmen dürften Maßnahmen ergreifen, die der Gleichbehandlung dienten oder Grundrechte sichtbar machten. Dies verletze weder parteipolitische noch weltanschauliche Neutralität. Neutralität wird damit nicht mehr als meinungspolitischer Abstand verstanden, sondern als inhaltlich aufgeladener Begriff: Politische Botschaften gelten so lange als unproblematisch, wie sie als Ausdruck verfassungsrechtlicher Werte etikettiert werden.

Eine BVG-Treppe im LGBTQ-Look
Vergleich mit anderen landeseigenen Betrieben
Ein Vergleich mit anderen landeseigenen Betrieben zeigt, dass diese Auslegung nicht zwangsläufig hohe Kosten verursacht. Die Berliner Wasserbetriebe meldeten für Pride-bezogene Maßnahmen 13.853 Euro im Jahr 2023, 21.105 Euro 2024 und bislang 12.531 Euro 2025. Die teuerste Einzelmaßnahme war die Teilnahme an einer queeren Karrieremesse mit rund 7.500 Euro. Auf auffällige Gestaltungen von Anlagen oder Fahrzeugen verzichtete man.
Noch sparsamer agierte die Berliner Stadtreinigung. Dort beschränkten sich die Ausgaben auf freiwillige T-Shirts für Beschäftigte. Die Kosten lagen bei rund 2.500 Euro im Jahr 2023 und 5.600 Euro im Jahr 2024. Im laufenden Jahr fielen keine entsprechenden Ausgaben an.
Die nun veröffentlichten Zahlen machen vor allem eines deutlich: Während der Senat Neutralität rhetorisch betont und zugleich neu interpretiert, geht die BVG in Umfang und Sichtbarkeit deutlich weiter als andere Landesunternehmen. Die politische Bewertung mag umstritten sein – die finanzielle Dimension ist es nicht mehr.
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