„Hausarzt will Impfgegner nicht mehr behandeln“: Diese Artikel zu Corona hat die ARD gelöscht
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Öffentlich-rechtliche Medien haben zahlreiche ihrer veröffentlichten Artikel aus der Corona-Zeit gelöscht. Die ARD begründet diese Praxis mit dem Rundfunkstaatsvertrag, dem zufolge die meisten Inhalte nach einer bestimmten „Verweildauer“ aus dem Netz verschwinden müssen. Doch diese Begründung ist aus verschiedenen Gründen nicht haltbar.
„Hausarzt will Corona-Impfgegner nicht mehr behandeln“: Diesen unglaublichen Titel trägt ein Artikel des NDR-Regional-Magazins „Hallo Niedersachsen“ aus dem Jahr 2021. Allerdings kann der gemeine Internet-Nutzer den Text über den Hausarzt, der seinen hippokratischen Eid derart eklatant missachtet, nicht mehr einfach so lesen, denn er wurde offline genommen. Nur über die Seite Archive.ph findet sich der Text noch.

Der Artikel wurde gelöscht.
Offizielle Begründung: Seit 2010 müssen die meisten Inhalte nach einem bestimmten Zeitraum, der von Angebot zu Angebot etwas variiert, gelöscht werden. Auf eine NIUS-Anfrage heißt es: „Der 12. Rundfunkstaatsvertrag regelt, dass die Verweildauer vieler öffentlich-rechtlicher Inhalte im Netz begrenzt ist.“
Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Regel. So stehen viele Artikel, die deutlich älter sind, immer noch online. „Inhalte von zeitgeschichtlicher und kulturgeschichtlicher Bedeutung“ dürfen nämlich unbefristet online bleiben. Warum gerade Artikel rund um die Corona-Zeit und die Impfung dieser Status nicht zugeschrieben wird: unklar.
Auch den Artikel „Mehr Freiheit für Geimpfte möglich“ aus April 2021 hat die Tagesschau gelöscht.
„Menschen, die beide Corona-Impfdosen erhalten haben, sind nach neuesten RKI-Erkenntnissen nicht mehr infektiös. Laut Gesundheitsminister Spahn ergeben sich dadurch Freiheiten“ ist darin zu lesen. Und: „Das Robert Koch-Institut geht nach neuen Erkenntnissen davon aus, dass vollständig gegen Corona Geimpfte das Virus nicht mehr übertragen können.“ Dass das nicht stimmt, ist lange bekannt. Dass das RKI selbst bereits damals wusste, dass das nicht stimmt, belegen die kürzlich veröffentlichten unzensierten RKI-Dokumente.

Auch dieser Artikel wurde gelöscht.
Auch die eigenen Faktenchecks über „Falschinformationen“: gelöscht
Auch der Faktencheck „Lauterbachs Impfempfehlungen: Was stimmt?“ aus August 2022: Gelöscht. Die Autoren gehen im Text kritisch mit dem Gesundheitsminister ins Gericht. Dass ein Artikel, der Fehler der Politik in einer derart wichtigen Zeit wie der Corona-Pandemie kritisiert, kein Inhalt „von zeitgeschichtlicher und kulturgeschichtlicher Bedeutung“ sein soll, ist fraglich.

Über Falschinformationen im Netz klärte zdf heute im Juni 2021 mit einem „Faktencheck“ auf. Unter dem Titel „Warum mRNA-Impfstoffe nicht ‚toxisch‘ sind“ erfuhr der Leser: „Es gibt mehrere Studien, die zeigen, dass die mRNA der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna nicht über die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben werden.“ Inzwischen ist allerdings bekannt, dass das nicht stimmt, und mRNA im Körper der Mutter sehr wohl auch auf das gestillte Kind übergehen kann. Auch dieser Artikel ist nur noch über die Web-Archiv-Seite Archive zu finden.

Auch die Falschinformation über „Falschinformationen“ wurde gelöscht.
„Massenveranstaltungen haben Corona-Infektionen offenbar kaum beeinflusst“, titelte der Deutschlandfunk (DLF) im August 2020. Auch dieser Artikel: verschwunden.

Inkonsistentes Löschen auch rund um andere Themen
Wie inkonsistent die Lösch-Praxis der ARD ist, zeigt auch die Berichterstattung rund um das Thema Messer-Kriminalität. Während der Artikel „Keine „Messer-Epidemie“ in Deutschland“, aus Oktober 2021, in dem es um die Zunahme von Messer-Delikten von bis zu 300 Prozent die Rede ist, gelöscht wurde, steht „Defizitäre Statistiken“ aus dem Jahr 2018 noch immer online.
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