Der große Reibach: Wie Anlagen- und Netzbetreiber sich mit staatlicher Unterstützung die Taschen füllen
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Frank W. Haubold„Sonne und Wind schreiben keine Rechnung“, lautet ein beliebter Slogan grün beseelter Anhänger der sogenannten „Energiewende“. Über deren Sinn oder besser Unsinn ist schon viel geschrieben worden, nur geändert hat die durchaus fundierte Kritik an diesem energiepolitischen Wahnwitz bislang so gut wie nichts.
Doch die Rechnung wird trotzdem geschrieben: die Errichter und Betreiber der inzwischen fast 29.000 Windkraftanlagen in Deutschland schreiben Rekordgewinne. Grund dafür ist ein Geburtsfehler des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Die Rettung des Klimas hat und hatte für die Regierungen der vergangenen 20 Jahre Priorität – koste es, was es wolle. Und es kostet eine Menge, wie man nicht erst seit heute weiß. Die etwas verspätet aufgewachte DIHK spricht von bis zu 5,4 Billionen Euro und erkennt mit Erstaunen, dass dem enormen Aufwand wenig Substantielles auf der Habenseite gegenübersteht. Allerdings kratzt die geforderte Kurskorrektur nur an der Oberfläche, ohne das bundesdeutsche Klimarettungsdogma auch nur ansatzweise zu hinterfragen oder wenigstens in einen globalen Kontext einzubinden.
Verlierer der Energiewende sind die Verbraucher
Wenn etwas so viel Geld kostet wie die „Energiewende“, dann stellt sich stets auch die Frage nach den Gewinnern und Verlierern. Die Verlierer stehen allerdings schon länger fest, nämlich die Energieverbraucher in Privathaushalten und der Wirtschaft, die auch weiterhin mit steigenden Energiekosten bis an die Belastungsgrenze zu rechnen haben.
Es gibt allerdings auch still genießende Gewinner, über die man medial nur wenig hört, zum Beispiel die Errichter und Betreiber der inzwischen fast 29.000 Windkraftanlagen in Deutschland.

Windenergieanlage in der Nähe von Struth in Thüringen
Die spezifischen Kosten von Großwindkraftanlagen an Land (Onshore) liegen zurzeit bei zwischen 1.400 und 2.000 Euro pro KW installierter Leistung. Dies entspricht 1,4 bis 2 Millionen Euro pro MW. Das sind bei aktuell 65.000 installierten Megawatt grob geschätzt 100 Milliarden Euro Investitionskosten.
Rekordgewinne für Windkraft-Unternehmen
Das ist viel Geld, das man als Betreiber jedoch gern ausgibt, denn eine durchschnittliche Windkraftanlage (3 MW) generiert gemäß einer KI-Analyse inklusive Kapitaldienst 200.000 bis 250.000 Euro Gewinn im Jahr. Nach vollständiger Refinanzierung (15 bis 20 Jahre) sogar bis zu 500.000 Euro. Für 1 MW installierte Leistung liegt die Gewinnspanne vor Steuern bei 90 bis 170 Tausend Euro pro Jahr. Bei 63.461 MW installierter Leistung in Deutschland liegt der damit erzielte Gewinn bei etwa 7 bis 10 Milliarden Euro (Mittelwert 8,25 Milliarden Euro).
So erzielte der bundesdeutsche Marktführer von Onshore-Windkraftanlagen, die Alterric GmbH, gemäß Jahresabschluss 2024 einen Gewinn vor Steuern von 128 Millionen Euro und einen erwarteten Gewinn nach Steuern von 101 Millionen, das sind bei 400 Mitarbeitern satte 250.000 Euro Gewinn pro Kopf. Dafür müsste ein Schreinermeister lange schreinern …
Wirtschaftliche Risiken wurden auf den Stromkunden abgewälzt
Der Grund für diese exorbitanten Gewinne, die sich bundesweit seit 2000 auf bis zu 500 Milliarden Euro summierten, ist ein Geburtsfehler des EEG, der durchaus bewusst in Kauf genommen wurde. Um Investitionen in Windenergie zu fördern, wurde den Betreibern von Windkraftanlagen eine marktferne Festvergütung garantiert und sämtliche wirtschaftlichen Risiken wurden auf den Stromkunden abgewälzt (so etwas nennt man gemeinhin Vertrag zu Lasten Dritter).
Mit dem Wegfall der EEG-Umlage 2022 wurde dieses Gießkannenprinzip zwar aufgegeben, aber die Anbieter erhalten dennoch eine garantierte Vergütung, falls der Börsenpreis niedriger liegt. Die Differenz wird aus dem Bundeshaushalt gezahlt, also aus Steuermitteln. Also bezahlt der Bürger, zumindest der steuerzahlende, dennoch die Gewinne der Windkraftanlagenbetreiber. Für 2025 sind dafür 17 Milliarden Euro eingeplant.
Netzbetreibern werden Renditen vom Staat garantiert
Wer indes geglaubt hatte, der Strompreis würde durch den Wegfall der EEG-Umlage sinken, sah sich alsbald getäuscht, denn an die Stelle der Umlage treten seither exorbitante Netzentgelte, die wiederum nach dem gleichen Verfahren entstehen. Wieder werden den Netzbetreibern Renditen auf Investitionen staatlich garantiert, die dann als Netzentgelt auf den Strompreis geschlagen werden, immerhin in einem Rahmen von bis zu 12 Cent/kWh! Die Zeche zahlt der Verbraucher oder er zahlt sie eben nicht mehr, wie die Unternehmen, die wegen der hohen Energiepreise in andere Länder abwandern oder gar die Produktion einstellen.
Wenn sich die deutsche Politik einmal auf einen Irrweg begeben hat, und das Zupflastern gewachsener Kulturlandschaften mit Tausenden monströser Windmühlen gehört dazu, dann bleibt sie offensichtlich dabei, bis zum bitteren Ende …
„Aber das Klima“, wird der medial alarmierte Leser nun einwenden. „Wir müssen doch etwas tun!“ Das ist vielleicht richtig, wenn man dem offiziellen Dogma folgt, dass der Mensch für die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte verantwortlich wäre. Aber müsste vor einer Billioneninvestition zu Lasten der eigenen Bevölkerung und Wirtschaft nicht die erste und zentrale Frage lauten: Was kann ich damit erreichen?
Klima-Einsparungen stehen in keinem Verhältnis
Die Antwort zum heutigen Tage wäre mehr als ernüchternd. Die Bundesrepublik spart offiziell durch die Onshore-Windkraft etwa 90 bis 100 Millionen Tonnen CO2 ein, das sind 10 bis 15 Prozent des hiesigen Gesamtaufkommens, aber deutlich weniger als der jährliche (!) Zuwachs an chinesischen CO2-Emissionen und nur etwa 6 Prozent des jährlichen Zuwachses weltweit (1.500 Millionen Tonnen).
Die Auswirkungen des bundesdeutschen Sonderwegs (kein anderes Land schädigt die eigene Bevölkerung und Wirtschaft mit solcher Inbrunst) stellen sich wie folgt dar: Auf die Frage, wie sich der bundesdeutsche Einsatz für das Klima auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auswirkt, antwortete die befragte KI wie folgt: „Eine jährliche Einsparung von 100 Millionen Tonnen CO2 senkt die atmosphärische CO2-Konzentration um ca. 0,0013 ppm (parts per million) pro Jahr. Zum Vergleich: Die CO2-Konzentration steigt aktuell um ca. 2 bis 3 ppm pro Jahr. Eine Einsparung von 100 Millionen Tonnen ist also im globalen Maßstab fast vernachlässigbar.“

Keine andere Regierung schädigt ihr Land so massiv mit einem Sonderweg wie Friedrich Merz und Lars Klingbeil.
Dabei könnte man durchaus etwas Sinnvolles tun, um die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nicht weiter zu erhöhen. Mit einem Bruchteil der für die Energiewende verschwendeten Mittel könnte man Einfluss auf die Staaten nehmen, die weiterhin Millionen Hektar Wald abholzen oder durch Brandrodung vernichten. Zwischen 2021 und 2024 wurden 517 Millionen Hektar Wald vernichtet und 2024 war mit 26,8 Millionen Hektar Waldverlust ein Rekordjahr, was einem Äquivalent von etwa 10 Gigatonnen CO2 entspricht, dem 100fachen der mit Milliardenaufwand erkauften CO2-Einsparung in Deutschland!
Leider hat sowohl die Politik als auch ein relevanter Teil der Bevölkerung, wie der Hamburger Volksentscheid erst dieser Tage bestätigte, die Tugend einer rationalen Betrachtung oder gar Handlung verlernt. Also werden für die geplanten gigantischen Stromtrassen weitere Hunderte Milliarden investiert, die sich buchstäblich in Luft auflösen, bis sich auch der letzte Unternehmer und/oder Leistungsträger verabschiedet hat. Die Bundesrepublik verkommt zu einem Schilda.
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Frank W. Haubold
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