Führende Atom-Unternehmen: Neustart der deutschen Kernkraftwerke vor 2030 möglich
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Im Jahr 2021 gingen die drei AKW Gundremmingen, Grohnde, Brokdorf vom Netz. Im April 2023 folgten die letzten drei Atom-Meiler Isar 2, Emsland sowie Neckarwestheim. Seitdem produziert Deutschland keinen CO2-neutralen Atomstrom mehr und hat mit dem Rückbau der AKW begonnen. Doch eine Instandsetzung wäre kurzfristig möglich – zu „überschaubaren Kosten“. Das erklären führende Kerntechnik-Unternehmen aus Europa in einer gemeinsamen Stellungnahme, über die Welt berichtet.
Vor wenigen Tagen sagte Thomas Seipolt, Chef des AKW-Dienstleisters Nukem, der Bild-Zeitung: „Wir sehen eine realistische Comeback-Möglichkeit für die Atomkraft und machen der neuen Bundesregierung daher ein Angebot.“ Die sechs Atomkraftwerke, die 2021 und 2023 vom Netz genommen worden sind, könnten bis 2030 wieder in den Betrieb gehen. Man hätte so wieder „wettbewerbsfähigen Strom für die Industrie und Unabhängigkeit von Importen“, sagt Seipolt.

Der Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Isar 2 in Bayern wurde am 15. April 2023 beendet.
„Gut für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz“
Nun, so berichtet die Welt, springen führende europäische Kernkraftunternehmen dem Nukem-Chef zur Seite. „Als Erbauer der deutschen Kernkraftwerke ist Framatome mit den Anlagen vertraut und verfügt über die Kompetenzen, um die notwendigen Schritte zu einer sicheren Wiederinbetriebnahme der Anlagen umzusetzen“, sagt Carsten Haferkamp, Geschäftsführer der Framatome GmbH, und fügt hinzu: „Strom aus Kernkraftwerken ist eine wichtige Säule, um kurzfristig CO2-Emissionen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch günstige Stromkosten zu stärken.“
Martin Pache, Chef des AKW-Bauers Westinghouse Electric Germany, sagt: „Der Neustart von Kernkraftwerken ist bereits vor 2030 möglich – ohne Abstriche bei der nuklearen Sicherheit.“ Und auch die Versorgung mit Brennstoffen sei ohne Weiteres möglich, fügt Jörg Harren hinzu. Harren leitet die Urenco Deutschland GmbH, welche Uran am deutschen Standort Gronau (NRW) anreichert. Er hält es für sinnvoll, sich „mit großer Ernsthaftigkeit mit dieser Option auseinanderzusetzen“. Es wäre gut für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz.

Durch das AKW-Aus wird ungefähr die zwanzigfache Menge CO2 einer möglichen Einsparung durch Tempolimits herausgepustet.
„Die deutsche Fachcommunity in der Kerntechnik unterstützt eine Wiederinbetriebnahme unserer sicheren Kernkraftwerke nachdrücklich“, heißt es am Ende des Schreibens, aus dem Welt zitiert.
Kernenergie ist weiter Streitpunkt bei den Koalitionsverhandlungen
Bei den Koalitionsverhandlungen konnten sich die Verhandler von Union und SPD nicht auf eine Reaktivierung der Atomkraftwerke einigen. In einem Entwurf, der zahlreichen Medien vorliegt, heißt es:

Ein Ausschnitt aus den Zwischenergebnissen der Arbeitsgruppe zwischen Union und SPD
Kernenergie: Gerade mit Blick auf die Klimaziele und die Versorgungssicherheit kann die Kernenergie eine bedeutende Rolle spielen. Dabei setzen wir im europäischen Kontext auf die Forschung zu Kernenergie der neuesten Generation, Small Modular Reactors und Fusionskraftwerken. Gleichzeitig streben wir schnellstmöglich eine fachliche Bestandsaufnahme an, ob angesichts des jeweiligen Rückbaustadiums eine Wiederaufnahme des Betriebs der zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke unter vertretbarem technischem und finanziellem Aufwand noch möglich ist. Die Prüfung erfolgt durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), die Reaktor-Sicherheitskommission und TÜV. Bis dahin soll der Rückbau der Anlagen umgehend, möglichst durch eine freiwillige Vereinbarung mit den Betreiberunternehmen, gestoppt werden.
Die eckigen Klammern deuten jedoch darauf hin, dass um diesen Absatz noch gestritten wird. Brisant: Die erwähnten Prüfinstanzen GRS und TÜV hatten bereits damals einen Weiterbetrieb der AKW als „sicherheitstechnisch unbedenklich“ eingestuft, berichtet Welt.
Die Lobbygruppe „Kompetenznetzwerk für Kernenergie in Deutschland“ betont, dass Atomkraftwerke als Ersatz für Kohlemeiler jährlich etwa 65 Millionen Tonnen CO2 einsparen könnten. Der Strom komme bedarfsgerecht, planbar und somit günstig, heißt es.
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