Habeck-Behörde gibt öffentlich zu: Energiewende wird hunderte Milliarden Euro teurer als geplant
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Mindestens 500 statt 250 Milliarden Euro: Diese Nachricht könnte das Luftschloss Energiewende zum Einsturz bringen – das Mammut-Projekt wird hunderte Milliarden Euro mehr als bisher gedacht verschlingen und zwangsläufig die Stromrechnungen von Millionen Deutschen in die Höhe schießen lassen.
Es ist das absolute Wunschprojekt der Grünen: die Umorganisation der Energiewirtschaft Deutschlands auf ein rein erneuerbares Modell mit Wasserstoff als Energiespeicher. Doch der Ausbau der Strom- und Gasnetze wird viel mehr Geld verschlingen als bisher gedacht. Das teilte die Bundesnetzagentur, die als Behörde dem Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) unterstellt ist, am Freitag öffentlich mit.
Zwischen 300 bis 500 Milliarden Euro Mehrkosten!
Konkret: Statt – wie bisher gedacht – rund 250 Milliarden Euro Investitionsvolumen bis 2035 wird der Ausbau von Stromtrassen und -verteiler schon bis 2030 zwischen 550 und 750 Milliarden Euro kosten. Mehr als ein Verdopplung also – in kürzerer Zeit.
Wörtlich sagte Barbie Kornelia Haller, Vizepräsidentin der Netzagentur: „Ein dreistelliger Milliarden-Betrag, und zwar ein niedriger für die Verteilnetzbetreiber, konkret können wir eine Zahl nennen: 150 Milliarden Euro bis 2030. Und zusätzlich ein höherer dreistelliger Milliarden-Betrag für die Übertragungsnetzbetreiber, der sich möglicherweise im mittleren dreistelligen Milliarden-Betrag aufhält.“

Netzagentur-Chef und Ex-Grünen-Politiker Klaus Müller und seine Stellvertreterin Barbie Kornelia Haller
Vervierfachung der Kosten
Warum diese Zahlen so brisant sind: Bisher war man bei der Bundesnetzagentur laut Netzentwicklungsplan beim Übertragungsnetz, also den großen Stromtrassen und Leitungen, von 209 Milliarden bis zum Jahr 2037 ausgegangen – nun ist es mindestens doppelt so viel in der Hälfte der Zeit, was einer Vervierfachung gleichkommt. Beim Verteilnetz war die Regierungsbehörde von 42,3 Milliarden bis 2032 ausgegangen – in zwei Jahren weniger wird es nun mindestens das Dreifache sein.
Und all diese Ausbau-Kosten und Investitionen in das Netz werden die Strom- und Gaskunden bezahlen müssen.

Der Ausbau der Energie-Netze wird viele hundert Milliarden Euro mehr verschlingen als bisher gedacht.
Als der Energie-Journalist Stefan Spiegelsperger von Outdoor Chiemgau, der die Zahlen der Bundesnetzagentur zuerst veröffentlicht hatte, nach einer Konkretisierung dieser fragte, ging Netzagentur-Chef und Ex-Grünen-Politiker Klaus Müller dazwischen. Er sagte: „Es ist heute nicht unsere Intention, eine solche Zahl zu nennen, weil es uns heute um die Anreizregulierung geht.“
Müller schien das Thema Kosten und Strompreise bewusst zu sein: „Eine wichtige Frage ist, wie schnell die Netzbetreiber welche Kosten über die Netzentgelte zurückverdienen und damit auch unsere Strom- und Gasrechnungen belasten dürfen. Tatsächlich wird die Energiewende weiter dynamisch verlaufen.“
Bundesnetzagentur widerspricht eigener Vize-Präsidentin
Auf NIUS-Anfrage widerspricht die Bundesnetzagentur den Aussagen ihrer eigenen Vize-Präsidentin Barie Kornelia Haller. Aus der Pressestelle heißt es: „Belastbare Zahlen zum Investitionsbedarf in die Strom-Verteilernetze erhalten wir Ende April aus den Netzausbauplänen. Aktuell halten wir unter erheblichen Unsicherheiten einen Investitionsbedarf von gut 150 Mrd. Euro bis 2045 für plausibel.“
Heißt also: Die erwarteten Kosten werden definitiv von rund 250 Milliarden auf 450 Milliarden Euro steigen, jedoch im Zeitrahmen bis 2045. Wie Vize-Präsidentin Haller auf das Jahr 2030 – also 7 statt 22 Jahre Investitionszeitraum – gekommen war, wurde trotz mehrfacher Nachfrage durch die Pressestelle der Bundesnetzagentur nicht erklärt oder als falsch bezeichnet.
Ein Kostenschock für Strom-Kunden soll zudem abgewender werden: „Diese Investitionen werden über Jahrzehnte abgeschrieben werden und in jedem Jahr nur entsprechend niedrigere Anteile der Kosten in die Netzentgelte einfließen“, hieß es weiter.
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Julius Böhm
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