Neue Enthüllungen über die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines: Steckt ein ukrainischer Offizier hinter dem Anschlag?
Ein Beitrag von
Laut einer Recherche der Washington Post soll ein ukrainischer Geheimdienst-Offizier für die Koordinierung des Nord-Stream-Anschlags verantwortlich sein. Unterdessen plant die Bundesregierung die Militärhilfe für die Ukraine zu verdoppeln – von vier auf acht Milliarden Euro.
Ein hochrangiger ukrainischer Militäroffizier mit engen Verbindungen zu den Geheimdiensten seines Landes soll die Sprengung der Nord-Stream-2-Pipelines koordiniert haben. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf Personen, die mit den Einzelheiten der Operation vertraut sein sollen.
Dies sei „der bisher direkteste Beweis, der die militärische und sicherheitspolitische Führung der Ukraine mit dem umstrittenen Sabotageakt in Verbindung bringt“, heißt es in dem Artikel. Bei dem Offizier handele es sich um Roman Chervinsky, ein hochdekorierter 48-jähriger Oberst, der in den ukrainischen Spezialeinheiten diente.
Er habe die Logistik geleitet und ein sechsköpfiges Team koordiniert, das unter falscher Identität ein Segelboot gemietet und eine Tiefseetauchausrüstung benutzt habe, um Sprengladungen an den Gaspipelines anzubringen, so die Washington Post.
Wer führte den Anschlag durch?
Am 26. September 2022 hatten drei Explosionen massive Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 verursacht, die von Russland nach Deutschland durch die Ostsee verlaufen. Der Angriff ließ nur eine der vier Gasleitungen des Netzes intakt. Dänische, schwedische und deutsche Behörden nahmen Ermittlungen wegen Sabotage auf. Sowohl die NATO-Staaten als auch Russland gehen von einem Anschlag aus.
Über seinen Anwalt ließ Chervinsky verlauten, dass er jegliche Beteiligung an der Sabotage der Pipelines abstreite. „Alle Spekulationen über meine Beteiligung an dem Angriff auf Nord Stream werden von der russischen Propaganda verbreitet und entbehren jeder Grundlage“, sagte Chervinsky in einer schriftlichen Erklärung.
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 diente Chervinsky als Freiwilliger in einer Einheit der ukrainischen Sondereinsatzkräfte und konzentrierte sich auf Widerstandsaktivitäten in den von Russland besetzten Gebieten des Landes, berichteten Personen aus seinem näheren Umfeld. Er war Generalmajor Viktor Hanushchak unterstellt, einem erfahrenen Offizier mit einem direkten Draht zum Oberkommandierenden der Streitkräfte der Ukraine, Valerii Zaluzhnyi.
CIA warnte die Ukraine
Chervinsky sitzt seit April in U-Haft muss sich derzeit vor einem Gericht in Kiew verantworten – allerdings nicht wegen dem Nord-Stream-Anschlag. Ihm wird vorgeworfen, dass er im Sommer 2022 ohne Absprache mit seinen Vorgesetzten einen russischen Kampfpiloten zum Überlaufen bewegen wollte. Doch der Pilot wechselte die Seite nicht und gab die Koordinaten, die Chervinsky ihm nannte, an seine Kollegen weiter. Am genannten Ort waren ukrainische Truppen stationiert. Russische Truppen griffen den Ort an – dabei starben drei Menschen. Auch diese Vorwürfe bestreitet er.
Im Juni 2022, rund drei Monate vor dem Anschlag auf die beiden Nord-Stream-Pipelines auf dem Meeresgrund der Ostsee, hatte der US-Geheimdienst CIA die Ukraine eindringlich davor gewarnt, die Gasleitungen durch einen Sabotageakt anzugreifen. Entsprechende Pläne waren dem niederländischen Militärgeheimdienst MIVD in die Hände gefallen.
Immer wieder gibt es Spekulationen über den Verursacher der Sprengungen. Sowohl Russland, die USA als auch die Ukraine werden von verschiedenen Seiten für die Attacke verantwortlich gemacht.
Bundesregierung plant finanzielle Hilfen für die Ukraine zu verdoppeln
Unterdessen wurde am Sonntag bekannt, dass die Bundesregierung plant, die Militärhilfe für die Ukraine zu verdoppeln. Wie das ARD-Hauptstadtstudio unter Berufung auf Kreise des Haushaltausschusses berichtete, einigte sich die Ampelkoalition darauf, die Unterstützung von vier auf acht Milliarden Euro aufzustocken.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll die zusätzlichen Ausgaben in der kommenden Woche auf den Weg bringen. Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich zu den Berichten nicht äußern und verwies auf die laufenden Haushaltsverhandlungen.
Der Ukraine-Krieg befindet sich derzeit in einer Patt-Situation. Der ukrainische Befehlshaber Zaluzhnyi hatte zuletzt das Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive eingestanden, die am 4. Juni begonnen hatte.
Mehr NIUS:
Schweden plant neue Atomkraftwerke
Neues Gutachten: Fracking könnte ein Viertel des deutschen Gasbedarfs decken
Speicherbetreiber warnen vor Unsicherheit bei Gas-Versorgung
Experte: „Schaltet eure PV-Anlage ab!“ Um 14 Uhr kostet eine Megawattstunde Strom MINUS 500 Euro
Iran blockiert „Straße von Hormus“ und greift Produktionen an: Preise für Öl und Gas gehen durch die Decke
Januar-Rekord trotz leerer Gas-Speicher! Seit AKW-Aus steigt Gas-Verbrauch bei Strom-Erzeugung rasant
Speicher auf Rekord-Tiefstand! Experte: „Eine Gas-Mangellage ist nicht mehr abzuwenden“
Bundesregierung plant teure Grüngas-Quote: 178 Euro Mehrkosten fürs Gas
Mehr NIUS:
Experte: „Schaltet eure PV-Anlage ab!“ Um 14 Uhr kostet eine Megawattstunde Strom MINUS 500 Euro
Iran blockiert „Straße von Hormus“ und greift Produktionen an: Preise für Öl und Gas gehen durch die Decke
Januar-Rekord trotz leerer Gas-Speicher! Seit AKW-Aus steigt Gas-Verbrauch bei Strom-Erzeugung rasant
Speicher auf Rekord-Tiefstand! Experte: „Eine Gas-Mangellage ist nicht mehr abzuwenden“
Bundesregierung plant teure Grüngas-Quote: 178 Euro Mehrkosten fürs Gas
10 Gründe, um zum zehnten Jubiläum aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen
EON-Chef Birnbaum kritisiert Energiewende als „extrem teuer“: „Wir haben eine saubere Planwirtschaft aufgesetzt“
AKW Gundremmingen gesprengt – Schauen Sie hier die Sprengung re-live
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare