Neue Recherche zu Northvolt: Habecks gescheitertes Prestige-Projekt könnte Steuerzahler bis zu einer Milliarde kosten
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Es war eines der großen Prestige-Projekte von Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne): Mit dem inzwischen insolventen Batteriehersteller Northvolt sollte in Deutschland eine eigene Batteriezellfertigung aufgebaut werden. Doch das Unternehmen ging pleite. Nun hat der Spiegel Unterlagen ausgewertet, die nahelegen, dass der Vorgang den deutschen Steuerzahler weit mehr als die ursprünglich genannten 620 Millionen Euro kosten könnte.
Neben einem Kredit der KfW über rund 600 Millionen Euro, für den Bund und Schleswig-Holstein jeweils zur Hälfte bürgen, könnten demnach weitere Verluste hinzukommen. So hat der Bund bereits 2020 einen Bankkredit für ein Northvolt-Werk in Schweden über 443 Millionen Euro zu 80 Prozent abgesichert, was die Gesamtsumme der potenziellen Verluste auf etwa eine Milliarde Euro anhebt. Denn: Auch die deutschen Tochtergesellschaften von Northvolt, insbesondere die Northvolt Germany TopCo GmbH, sind in eine finanzielle Schieflage geraten.
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Northvolt-Fabrik
Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts
Laut Spiegel hat Konzerninsolvenzverwalter Mikael Kubu eine Restrukturierung beantragt, auch sollen die Anteile an Northvolts drei deutschen Töchtern verkauft werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts der Investitionen, da die deutschen Gesellschaften möglicherweise zahlungsunfähig werden.

Northvolts Ex-Boss Peter Carlsson
Ein Northvolt-Sprecher behauptete auf Anfrage der Bild jedoch: Die Northvolt Drei Project GmbH, die für das Werk in Heide zuständig ist, sei nicht direkt von der Insolvenz der Muttergesellschaft betroffen: „Die Bauarbeiten in Heide gehen weiter, während parallel intensive Gespräche mit potenziellen Investoren laufen, die ein großes Interesse am deutschen Standort erkennen lassen.“
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Habeck im März 2024 beim Baubeginn der Batteriezellfabrik Northvolt bei Heide in Schleswig-Holstein
Hintergrund: Der schwedische Batteriehersteller Northvolt sollte eigentlich in einer geplanten Fabrik in Heide Batteriezellen für Elektroautos produzieren. Der Produktionsstart war für 2026 vorgesehen, inklusive Schaffung von rund 3.000 Arbeitsplätzen. Außerdem plante das Unternehmen eine Recycling-Anlage, um wichtige Materialien aus ausrangierten Elektroauto-Batterien wiederzugewinnen.
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Janina Lionello
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