Unglaubliche Zahlen: So teuer wird die Energiewende
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Die Energiewende in Deutschland, eine finanzielle und technologische Herausforderung, hat nach dem jüngsten „Fortschrittsmonitor Energiewende 2024“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Investitionen in Höhe von über 1,2 Billionen Euro bis 2035 nötig, berichtet die FAZ.
Die Analyse macht deutlich, dass bis 2030 allein 721 Milliarden Euro erforderlich sind, was einem Jahresbedarf von etwa 90 Milliarden Euro entspricht. Ein wesentlicher Teil dieser Investitionen, rund 353 Milliarden Euro, ist für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Solarenergie vorgesehen. Ein weiterer großer Kostenblock, etwa 281 Milliarden Euro, wird in den Ausbau und die Modernisierung der Übertragungs- und Verteilnetze für Strom und Erdgas investiert. Zusätzlich sind erhebliche Mittel für die Fernwärme, grüne Gase wie Wasserstoff, Energiespeicher und das Wasserstoffkernnetz eingeplant.
Zwischen 2031 und 2035 müssen jedes Jahr durchschnittlich 98,5 Milliarden Euro aufgebracht werden, was die Gesamtkosten dieser Periode auf 493 Milliarden Euro beläuft.
Erstaunlich ist, dass der finanzielle Bedarf für Projekte wie Fernwärme und die Nutzung grüner Gase in den kommenden fünf Jahren höher ausfallen wird als in der vorherigen achtjährigen Periode.

Fernwärme-Energiezentrale im Klärwerk Werdhölzli
Finanzielle Hürden trotz massiver Investitionen
Obwohl die Investitionen in die Energiewende von 2022 auf 2023 erheblich gestiegen sind – die Wertschöpfung hat sich mehr als verdreifacht – bleibt das erreichte Investitionsvolumen weit hinter den Möglichkeiten zurück. Metin Fidan von EY und Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sehen dennoch optimistisch in die Zukunft und betonen die Notwendigkeit, sowohl öffentliche als auch private Geldströme zu verstärken, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Sie weisen darauf hin, dass die Energiewende nicht nur eine umweltpolitische Notwendigkeit ist, sondern auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial birgt.
Besonders problematisch ist die unklare Wirtschaftlichkeit der neuen wasserstoffgeeigneten Gaskraftwerke, die laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck für eine stabile Energieversorgung während wind- und sonnenarmer Zeiten sorgen sollen.

Kerstin Andreae und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)
Markteingriffe schüren Unsicherheit
Investoren zögern, Kapital in Energiesektoren zu stecken, die nur sporadisch Einnahmen generieren, wie es bei den geplanten Gaskraftwerken der Fall ist. Daher wird überlegt, einen Kapazitätsmarkt einzuführen, der die Bereithaltung von Energiekapazitäten finanziell entlohnt. Zusätzlich schürt die politische Entscheidung, in Krisenzeiten „Übergewinne“ zur Finanzierung der Strompreisbremse abzuschöpfen, Unsicherheit unter den Investoren, insbesondere bei den Produzenten von Ökostrom.
Andreae betont, dass zur Überbrückung der Finanzierungslücke der Energiewende nicht allein auf staatliche Mittel gesetzt werden kann. Die Notwendigkeit, privates Kapital zu mobilisieren, sei dringlicher denn je. Die Energiebranche selbst leiste bereits erhebliche Beiträge zur Investition, die nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Unabhängigkeit und Resilienz Deutschlands zugutekommen.
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