Versteckte Milliarden! Das kostet die sogenannte klimaneutrale Stromerzeugung wirklich
Ein Beitrag von
Eine neue Studie der Universität Köln beweist: Die Umstellung auf erneuerbare Energien kann nur über Milliarden aus Steuermitteln finanziert werden. Die deutsche Stromherstellung wird in Zukunft zu einer staatlich gelenkten und finanzierten Subventionswirtschaft werden.
Jeder weiß inzwischen, dass die Energiewende Unsummen kosten wird. Aber die meisten Menschen haben keine Ahnung, was sie wirklich kostet. Und die Politiker sagen es nicht, weil ihnen klar ist, dass die Bezifferung der wahren Kosten einen kollektiven Aufschrei auslösen würde. Damit NIUS-Leser aber wissen, was auf sie zukommt, sagen wir es ihnen schon heute. Die Zahlen hinter den Kosten für die Energiewende sind weder unbekannt noch geheim, sie werden nur nie an die große Glocke gehängt, weil Politiker Angst vor der Wahrheit haben. Den Anfang machen wir mit den Stromkosten.
Forscher des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln haben jetzt berechnet, was in der Stromindustrie allein der Ausstieg aus der Kohle kosten wird. Wir erinnern uns: Das 2021 in Kraft getretene Bundes-Klimaschutzgesetz schreibt vor, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 Treibhausgas-Neutralität erreichen muss, aber bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Strommasten stehen auf einem Feld bei Königsdorf.
Gegenwärtig macht die Stromerzeugung 35 Prozent der deutschen Emissionen von Treibhausgasen aus. Damit dieser Anteil weniger wird, will die Bundesregierung bis 2035 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von heute 45 Prozent auf zukünftig 80 Prozent erhöhen. Soll das funktionieren, was aus heutiger Sicht total fraglich ist, muss nach der Logik der Ampel der Anteil von Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken drastisch reduziert und der aus Wind- und Sonnenenergie markant erhöht werden.
2038 sollen die letzten Kohlekraftwerke stillgelegt werden
Und das ist ein Riesenproblem, denn Kohle ist seit Jahren schon der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland. 2022 kam ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus Kohlekraftwerken. Und dieses Drittel an Kohlestrom soll gemäß dem Willen des grünen Wirtschaftsministers nach und nach durch Strom aus anderen Quellen ersetzt werden; 2038 sollen die letzten Kohlekraftwerke dann stillgelegt werden.
Diese anderen Energiequellen sind Sonne und Wind. Aber diese reichen, und das weiß sogar Minister Habeck, allein nicht aus, weil der Wind nicht immer weht und nicht jeden Tag die Sonne scheint. Damit also in Deutschland an dunklen, windstillen Tagen, den sogenannten „Dunkelflauten“, nicht die Lichter ausgehen und die Industrieproduktion einbricht, müssen Reserve-Kraftwerke her, welche die Stromversorgung jederzeit sicherstellen.
Lebten wir in Frankreich, dann wären diese Reserve-Kraftwerke ganz einfach Kernkraftwerke. Da wir aber in einem Land leben, in dem die einst mit so viel Geld, Mühe und Ingenieurskunst aufgebaute friedliche Nutzung der Atomenergie aufgrund einer längst überholten ökomarxistischen Ideologie, die sich als Umweltschutz tarnt, aufgegeben wurde, musste eine andere Energiequelle gefunden werden. Diese andere Energiequelle ist gemäß der kürzlich verkündeten neuen Kraftwerkstrategie des grünen Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz erst Erdgas und später dann Wasserstoff.

Frankreich setzt weiterhin auf sichere Atomenergie, Deutschland jedoch nicht.
Genügend Wasserkraftwerke gibt es nicht
Auf den ersten Blick klingt das weder neu noch speziell umweltfreundlich, denn Gaskraftwerke gibt es in Deutschland, zählt man die Wärmekraftwerke dazu, seit Jahrzehnten in großer Zahl (ca. 700), 2023 produzierten sie 13 Prozent des Stroms in Deutschland. Aber Habeck will die befürchteten Dunkelflauten auch nicht mit normalen Gaskraftwerken verhindern, sondern mit wasserstofffähigen Gaskraftwerken. Und die sollen nach dem Kohleausstieg unsere Energieprobleme lösen, indem sie immer dann anspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.
Das einzige Problem dabei: diese Wunderwerke gibt es noch nicht. Sie müssen erst gebaut werden. Und das wird sehr teuer werden. Dafür gibt es zwei Gründe: erst der Bau und dann der Betrieb. Die Kölner Energieforscher haben ausgerechnet, dass allein für den Bau neuer wasserstofffähiger Gaskraftwerke bis 2030 neun Milliarden Euro fällig werden. Aus Steuermitteln versteht sich.
Für den laufenden Betrieb wird dann jedes Jahr aber noch eine weitere Milliarde Euro fällig, weil, wie die Kölner Forscher lapidar anmerken, „die Kosten von wasserstofffähigen Gaskraftwerken nicht durch den Strommarkt gedeckt werden“. Anders ausgedrückt: Der Strom aus den Kraftwerken, die allein deshalb gebaut werden müssen, damit beim Ausfall der erneuerbaren Energiequellen nicht die Lichter ausgehen, ist so teuer, dass er zu Marktpreisen nicht verkäuflich ist, also auf ewig subventioniert werden muss.
114 Milliarden Euro Kosten bis 2030
Aber der Aufbau eines flächendeckenden Netzes wasserstofffähiger Gaskraftwerke für Notfälle ist nur die eine Seite einer unfassbar teuren Medaille. Die andere Seite stellen die Kosten dar, die entstehen werden, wenn mit Sonnenlicht und Windkraft nicht wie heute 45 Prozent des Stroms in Deutschland erzeugt werden sollen, sondern 80 Prozent. Auch diese Kosten haben die Forscher von der Uni Köln berechnet – und im Vergleich mit denen sind die Kosten für die neuen Gaskraftwerke Peanuts.
Unfassbare 114 Milliarden Euro sollen die neuen Windräder und Photovoltaikanlagen allein bis zum Jahr 2030 kosten – das ist mehr als der Verteidigungshaushalt für zwei ganze Jahre. Das wahrhaft Erschreckende an dieser gigantischen Zahl aber ist die Annahme der Kölner Forscher, dass 60 Milliarden Euro davon eine „unsichere Finanzierung aufweisen“. Mit diesem schönen Euphemismus ist gemeint: Diese 60 Milliarden Euro an Finanzierungskosten für neue Kraftwerke – Wind, Sonne oder Gas – sind NICHT durch Einnahmen für den verkauften Strom gedeckt, sondern müssen durch den Staat, sprich den Steuerzahler zugeschossen werden.

Der neue Photovoltaik-Park des Unternehmens Enerparc wird offiziell in Betrieb genommen.
Deindustrialisierung Deutschlands wird zur Realität
Das bedeutet in der Endkonsequenz drei Dinge: Erstens, der Ausstieg aus der Kohle in der Stromerzeugung und die Umstellung auf erneuerbare Energien werden die Strompreise zukünftig immer weiter in die Höhe treiben, weil Stromproduzenten die Investitionskosten für Neuanlagen auch im besten Fall nie mehr einspielen können, weshalb sie für jede Kilowattstunde so viel verlangen müssen, wie nur irgend möglich.
Das heißt zweitens, dass der Industriestrom in Deutschland nie mehr auf das Niveau vor 2022 zurückgehen wird, was mittelfristig zur Abwanderung energieintensiver Industrien (Chemie, Metall, Glas, Keramik, Papier), zum Verlust gutbezahlter Arbeitsplätze und damit auch von Steuereinnahmen führen wird. Die von Grünen, SPD und den Medien stets bestrittene Deindustrialisierung Deutschlands ist somit nicht nur heute schon Realität, sondern wird sich wegen der exorbitanten Strompreise zukünftig noch beschleunigen.
Und das bedeutet drittens, dass die deutsche Stromherstellung für die vorhersehbare Zukunft zu einer staatlich gelenkten und finanzierten Subventionswirtschaft werden wird, die mit marktfernen Preisen und unerprobten Technologien, einer byzantinischen Bürokratie und einem Dickicht aus Vorschriften und Gesetzen Bürgern und Unternehmern nachhaltig schaden wird.
Lesen Sie auch von Markus Brandstetter:
Das Lieferkettengesetz: Das Heil-Gesetz, das alles alles teurer macht und Menschen in den Wahnsinn treibt
Mehr NIUS:
10-Millionen-Euro-Windrad in Sachsen wird nach nicht einmal drei Jahren abgerissen
Zehn krasse Aussagen früherer Autoren und Gutachter des Weltklimarats
Schweden plant neue Atomkraftwerke
Neues Gutachten: Fracking könnte ein Viertel des deutschen Gasbedarfs decken
Speicherbetreiber warnen vor Unsicherheit bei Gas-Versorgung
Experte: „Schaltet eure PV-Anlage ab!“ Um 14 Uhr kostet eine Megawattstunde Strom MINUS 500 Euro
Iran blockiert „Straße von Hormus“ und greift Produktionen an: Preise für Öl und Gas gehen durch die Decke
Januar-Rekord trotz leerer Gas-Speicher! Seit AKW-Aus steigt Gas-Verbrauch bei Strom-Erzeugung rasant
Mehr NIUS:
Neues Gutachten: Fracking könnte ein Viertel des deutschen Gasbedarfs decken
Speicherbetreiber warnen vor Unsicherheit bei Gas-Versorgung
Experte: „Schaltet eure PV-Anlage ab!“ Um 14 Uhr kostet eine Megawattstunde Strom MINUS 500 Euro
Iran blockiert „Straße von Hormus“ und greift Produktionen an: Preise für Öl und Gas gehen durch die Decke
Januar-Rekord trotz leerer Gas-Speicher! Seit AKW-Aus steigt Gas-Verbrauch bei Strom-Erzeugung rasant
Speicher auf Rekord-Tiefstand! Experte: „Eine Gas-Mangellage ist nicht mehr abzuwenden“
Bundesregierung plant teure Grüngas-Quote: 178 Euro Mehrkosten fürs Gas
10 Gründe, um zum zehnten Jubiläum aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen
Markus Brandstetter
Artikel teilen
Kommentare