10.000 gefälschte „wissenschaftliche“ Artikel zurückgezogen – so viele wie noch nie
Ein Beitrag von
Im Jahr 2023 wurden über 10.000 wissenschaftliche Artikel zurückgezogen. Das ergab eine Recherche des Magazins Nature. Der Grund für das Zurückziehen: Bei den Studien und Artikeln handelte es sich um Fälschungen.
Ein Schock – noch nie wurden so viele wissenschaftliche Publikationen nach Veröffentlichung kassiert wie im vergangenen Jahr. Seit 2020 hat sich der Anteil verdoppelt und liegt nun bei etwa 0,2 Prozent. 8000 der gefälschten Artikel erschienen in Zeitschriften des Londoner Verlags Hindawi, einem Tochterunternehmen von Wiley. Dieser gehört zu den größten wissenschaftlichen Verlagen weltweit.

Hindawi ist ein Tochterunternehmen von Wiley.
Forschungsergebnisse frei erfunden
Häufig würden sogenannte „Paper Mills“, zu Deutsch: Papiermühlen, dahinter stecken, sagt Guido Herrmann, Geschäftsführer bei Wiley in Weinheim gegenüber der FAZ. Das sind profitorientierte Unternehmen, die gegen Geld wissenschaftliche Artikel „herstellen“, besser gesagt erfinden und diese an Fachzeitschriften verkaufen. Damit einher geht die Manipulation oder das schlichte Erfinden von Autoren, Gastherausgebern und Gutachtern. Besonders viele der Fake-Artikel kamen aus Saudi-Arabien, Pakistan, Russland, China, Ägypten oder Malaysia.
Teils stehen Forscher unter enormem Druck, Ergebnisse zu liefern. Doch nicht immer endet eine Studie mit den gewünschten Resultaten. Einige würden daraufhin auf die „Paper Mills“ zurückgreifen. Auf die Frage, ob es sich bei den Fälschungen auch um politisch erwünschte Ergebnisse handelt, möchte Wiley gegenüber NIUS keine Stellung beziehen.
Fakes fielen ab Sommer 2022 auf
Beim Verlag Hindawi wurden besonders viele Ungereimtheiten bei Artikeln aus den Bereichen Elektrotechnik, Biomedizintechnik, angewandte Mathematik, Gesundheits- und Sozialwesen festgestellt. Im Sommer 2022 erkannte der Verlag die Manipulationen. Und dennoch schafften es weitere 10.000 Fake-Studien im Jahr 2023 publiziert zu werden.

Publiziert gleich wahr? Leider nein.
Um dem Problem künftig Herr zu werden, hat Wiley nun 20 Vollzeitmitarbeiter eingestellt, die sich der Prüfung der eingereichten Artikel widmen, so Herrmann. Auch Künstliche Intelligenz soll zum Einsatz kommen.
Das Problem ist und bleibt allerdings: Sobald ein Artikel veröffentlicht ist, verbreitet er sich rasant. Selbst wenn er zurückgezogen wird, wurde er in der Regel schon 35.000 Mal in anderen Arbeiten zitiert.
Lesen Sie auch:
Studie behauptet: „Rassismus“ und „Stigmatisierung“ machen Clan-Mitglieder kriminell
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Emilie Brummel
Artikel teilen
Kommentare