500 Migranten in Freizeitpark: Wird ein altes Atomkraftwerk bald zum Flüchtlingsheim?
Ein Beitrag von
Atomkraftwerk, Freizeitpark für Familien, Flüchtlingsheim. Das könnte der neue Dreiklang für die kleine Stadt Kalkar am Niederrhein werden …
Der Betreiber des „Wunderlandes Kalkar“ hat vorgeschlagen, auf dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft für 500 Migranten einzurichten. Über den Vorschlag wird am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr im Rat der Stadt diskutiert. Die Freizeitpark-Betreiber wollen dem Land NRW einen Teil ihres Geländes nur dann als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) zur Verfügung stellen, wenn die Lokalpolitik zustimmt. Beobachter erwarten eine kontroverse Debatte um die Nutzung.
Es wäre ein Flüchtlingsheim mit einer bewegten Vorgeschichte: Direkt am Rhein wurde in den 70er-Jahren das Atomkraftwerk gebaut, der „Schnelle Brüter“ war Mitte der 80er-Jahre komplett fertig gestellt, es fehlte nur noch die letzte Genehmigung – nach radikalen Protesten der Umweltbewegung ging das AKW jedoch nie ans Netz. Statt Strom zu produzieren, wird heute viel Strom auf dem Gelände verbraucht. Ein Freizeitpark (Früher: Kernwasser Wunderland, heute nur noch Wunderland) lockt mit Achterbahnen, der ehemalige Kühlturm ist eine gigantische Kletterwand. Dazu gibt es ein Tagsungshotel mit 1000 Betten.

Direkt am Rhein: Der Schnelle Brüter ging nie ans Netz. Heute wird am Kühlturm geklettert.
Im Rathaus kommt der Flüchtlings-Plan grundsätzlich gut an: Die Stadt Kalkar sei eh an den Kapazitätsgrenzen bei der Unterbringung von Flüchtlingen. „Das ist dann Sache des Landes, da ist die Kommune raus“, sagt die parteilose Bürgermeisterin Britta Schulz laut WDR. Laut Schulz wäre an einem Ort direkt für alles gesorgt, was ihr als Bürgermeisterin Probleme bereiten würde: Unterkunft, Kitaplätze und zum Beispiel Sprachkurse.
Erst im August 2022 haben sich die Eigentumsverhältnisse im Wunderland verschoben, seither ist die niederländische „DeFabrique Holding“ am Ruder. Die Betreiber hätten bereits in den Niederlanden Erfahrungen mit dem Aufbau einer Flüchtlingseinrichtung gehabt, ist in der Beschlussvorlage für die Ratssitzung zu lesen. In einem halben Jahr könnte die 500-Personen-Unterkunft geöffnet werden, der Freizeitparks-Betrieb soll parallel aufrecht erhalten werden.
Mehr NIUS:
Gastkommentar: „Jedes Asylverfahren sollte innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein“
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare