77 Prozent der Deutschen glauben nicht an Erreichen der Energiewende-Ziele
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- Umfrage: 77 Prozent zweifeln an Erreichung der Energiewende-Ziele.
- Der Anteil erneuerbarer Energien aus Sonne und Wind am Stromverbrauch soll bis 2030 auf mindestens 80 Prozent steigen.
- In der Bevölkerung ist die Skepsis aber groß, wie eine neue Umfrage zeigt.
Immer mehr Menschen haben laut einer neuen Umfrage Zweifel, dass Deutschland seine selbstgesteckten Energiewende-Ziele erreichen wird. 77 Prozent der Befragten glauben nicht daran, dass bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.
Das zeigt eine Umfrage, die das Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY am Mittwoch veröffentlichte. Bei einer vorherigen EY-Befragung im Mai hatten sich 71 Prozent der Teilnehmer skeptisch gezeigt, im März waren es 65 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2023 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch nach Berechnungen von Verbänden rund 52 Prozent.
EY-Partner: Umstieg ohne Vertrauen der Bevölkerung schwierig
Der Partner und Leiter des Sektors Energie- und Rohstoffwirtschaft bei EY, Andreas Siebel, teilte dazu mit: „Trotz aller Anstrengungen der Politik bezweifeln die Menschen immer stärker die Ausbauziele für erneuerbare Energien“. Die Auswertung zeige einen deutlichen Trend, der nachdenklich mache. „Ohne das Vertrauen der Bevölkerung wird es schwierig, den Umstieg auf erneuerbare Energien bei Mobilität, Strom und Wärme zu meistern“, sagte Siebel.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne spielt eine Schlüsselrolle in der Strategie der Bundesregierung, um Deutschlands Klimaschutzziele zu erreichen und unabhängiger zu werden von fossilen Energien wie Kohle und Gas.
Im ersten Halbjahr 2023 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch nach Berechnungen von Verbänden rund 52 Prozent. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich zuletzt überzeugt gezeigt, das 80-Prozent-Ziel zu erreichen. Er hatte dabei auch auf die stark gestiegene Zahl der Genehmigungen für Solar- und Windanlagen verwiesen.

Der Umweltschutz steht für viele Befragte nur an zweiter Stelle.
Versorgungssicherheit wichtig – Pessimismus bei Energiepreisen
Bei der Energieversorgung hat für eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer die Versorgungssicherheit oberste Priorität – jedoch mit abnehmender Tendenz. 54 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, im Sommer hatte der Anteil bei 61 Prozent gelegen.
An zweiter Stelle stand mit 27 Prozent der Umwelt- und Klimaschutz, der leicht dazugewonnen hat und sich in der Priorisierung vor die Preisgünstigkeit schob. Diese rangiert mit 20 Prozent auf dem dritten Platz.
Bei der Prioritätensetzung hat der Preis zwar an Bedeutung verloren. Jedoch gingen lediglich 29 Prozent der Befragten davon aus, dass die Energiepreise künftig bezahlbar bleiben. Ebenfalls 29 Prozent – und damit weniger als ein Drittel – waren der Meinung, dass die Politik merklich dabei hilft, die Kostenbelastung durch Energie abzufedern. Zu Hochzeiten der Energiekrise im März waren es 42 Prozent gewesen.
„Ökologische Aspekte gewinnen wieder kontinuierlich an Bedeutung und die Menschen vertrauen zunehmend auf eine sichere Energieversorgung“, sagte Siebel. Die Bevölkerung wolle aber nicht mit den Kosten allein gelassen werden und erwarte mehr Maßnahmen. Für die repräsentative Umfrage hatte EY Ende September rund 1000 Menschen befragt.
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