Politikerin der Grünen will Rammstein-Coverband canceln – jetzt rudert sie zurück
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- Die Grünen-Politikerin Luna Möbius forderte mit zwei weiteren Aktivisten in einem offenen Brief ein Auftrittsverbot der Rammstein-Coverband „Völkerball“.
- Gegenüber NIUS nimmt sie Abstand zu dem Schreiben, nennt aber neue Forderungen.
- Die Stadt Halle reagiert gelassen auf die Kritik und lässt die Band wie gewohnt im Programm.
Sie sehen aus wie Rammstein, singen auch so – heißen aber „Völkerball“. Auf dem Haller Laternenfest (25. bis 27. August) soll die Rammstein-Coverband auftreten. Stadt und Band unterzeichneten den Vetrag bereits im April. Dann folgte der Skandal um Sänger Till Lindemann im Juni.
In einem offenen Brief forderte die Grünen-Politikerin und non-binäre Aktivistin Luna Möbius mit zwei weiteren Initiatoren die Stadt Halle und den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) als Mitveranstalter auf, die Rammstein-Coverband „Völkerball“ nicht auftreten zu lassen. Die „Vielfaltsreferent*in“ der Grünen in Sachsen-Anhalt sitzt beratend im Sozial-, Gesundheits- und Gleichstellungsausschuss des Stadtrats in Halle. Möbius identifiziert sich weder als Mann noch als Frau.

Rammstein-Sänger Till Lindemann wird von mehreren Frauen beschuldigt, seine Macht missbraucht zu haben. Auf Aftershow-Partys soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein.
In offenem Brief wird ein Auftrittsverbot gefordert
Anlass für den Brief waren die Anschuldigungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann. Mehrere Frauen hatten Missbrauchsvorwürfe gegen Lindemann erhoben.
In dem Brief kritisierten die Autoren, die Coverband würde die „Aura sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs“ auf die Bühne bringen. Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem von der Grünen Jugend, Dragqueens und Radio Corax, einem lokalen Sender.
In dem Papier, welches auch auf Instagram veröffentlicht wurde, heißt es weiter: „Es ist respektlos gegenüber allen Menschen, die planen das Laternenfest zu besuchen und selbst schon Opfer von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch geworden sind. Verzichten Sie auf den geplanten Auftritt der Rammstein-Coverband.“
Die Stadt Halle zeigt sich aber unbeeindruckt und behält den Auftritt der Band im Programm, wie sie gegenüber NIUS bestätigte.

Luna Möbius, Aktivistin (rechts) forderte ein Auftrittsverbot – jetzt rudert sie zurück. (Foto: Instagram/luna.moebius)
Nun rudert Möbius im Gespräch mit NIUS zurück. Nach Veröffentlichung habe sie nach eigenen Angaben viel negatives Feedback bekommen. Auch Mitglieder des Stadtrats hätten den Ton des Briefes kritisiert, sagt die Aktivistin gegenüber NIUS. Sie relativiert: Ihr Vorhaben sei keine Kritik an der Coverband gewesen. „Aber durch den Auftritt wird Rammstein indirekt mitfinanziert.“
Lizenzgebühren, die „Völkerball“ an Rammstein zahlen muss, würden auch Lindemann zu Gute kommen, sagt Möbius. Sie hat sich daher etwas Neues überlegt, fordert Veranstalter und Band jetzt dazu auf, einen Teil der Gage an Opferschutzorganisationen zu spenden.
Im Fall Rammstein ermittelt zwar die Staatsanwaltschaft Berlin, zu einer Verurteilung kam es aber bislang nicht – es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Coverband „Völkerball“ wollte sich auf Anfrage nicht zur Sache äußern.
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