AfD und Grüne: Zwei Gesellschaftsmodelle stehen sich unversöhnlich gegenüber
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Die jüngsten Zahlen der Forsa-Umfrage des Beamtenbundes sind alarmierend: Immer mehr Menschen in Deutschland verlieren ihr Vertrauen in den Staat. Tiefere Einblicke in die Gefühlslage der deutschen Bevölkerung liefert vor allem ein Blick auf zwei gesellschaftliche Antipoden, die sich unversöhnlicher nicht gegenüberstehen könnten: die Wähler der Grünen und die Anhänger der AfD.
Ihre Angaben in der Umfrage weichen dramatisch voneinander ab. Es ist, als ob die Befragten in zwei völlig unterschiedlichen Realitäten leben würden. Glaubt man den Vertretern der Grünen, ist die Lage nicht so dramatisch wie in den Medien dargestellt: 52 Prozent von ihnen meinen, der Staat könne seine zentralen Aufgaben weiterhin problemlos erfüllen.
Immerhin 45 Prozent der Öko-Anhänger glauben dies nicht. Anders sieht das Bild bei den AfD-Anhängern aus: Hier vertrauen nur noch sechs Prozent der Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen. Erstaunliche 93 Prozent sagen: Der Staat ist völlig überfordert.
Die Anhänger der restlichen Partei Parteien tendieren mit entsprechend abgeschwächten Prozentzahlen in Richtung dieser Extreme: Unions- und FDP-Wähler rücken eher zur AfD, SPD-Wähler in Richtung der Grünen.

Anhänger der AfD
Ist der öffentliche Dienst zu teuer?
Ähnliches zeigt sich auch bei anderen Fragen. Während eine Mehrheit der Grünen der Meinung ist, dass die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes im Vergleich zu den vergangenen Jahren gleichgeblieben ist, widersprechen die Anhänger der AfD vehement: 65 Prozent von ihnen sehen eine Abnahme der Leistungsfähigkeit.
Und so überrascht es wenig, dass die Wähler der Grünen der Aussage „Der öffentliche Dienst kostet die Steuerzahler zu viel Geld“ mit 30 Prozent am wenigsten zustimmen. Parteigänger der AfD hingegen stimmen dem Statement mit 68 Prozent am häufigsten zu.
Entlastung der Bürger – wichtig oder nicht?
Doch welche zentralen Aufgaben soll der Staat überhaupt priorisieren? Auch hier unterscheiden sich die Befragten häufig entlang ihrer Parteipräferenz. Die Forderung „Entlastung der Bürger aufgrund der gestiegenen Preise insbesondere bei der Energieversorgung“ halten 60 Prozent der AfD-Wähler für „sehr wichtig“ – der höchste Wert unter allen Parteien.

Robert Habeck lässt sich von seinen Anhängern bejubeln: Die Wähler der Grünen sehen die Lage weniger dramatisch als die der AfD.
Auf dem letzten Platz stehen in dieser Frage die Grünen-Wähler, von denen lediglich 16 Prozent das genauso sehen. Umgekehrt sieht es beim Klimaschutz aus: Hier stehen die Getreuen der Grünen ganz vorne, während nur 11 Prozent der AfD-Überzeugten Klimafragen für „sehr wichtig“ erachten.
Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre bestätigen den Befund, den auch die Forsa-Umfrage aufzeigt. Die zentralen gesellschaftlichen Konflikte, ob bei der Migration oder bei der Klimapolitik, manifestieren sich mittlerweile in den zwei Extremen der Grünen und der AfD. Schon eine 2019 veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft sprach von „den neuen Gegenpolen der gesellschaftlichen Spaltung“. Zwischen diesen Polen suchen die restlichen Parteien nach ihrer geeigneten Rolle.
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