Aki Watzkes unbequeme Wahrheit: Kinder müssen verlieren lernen!
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Danke, Aki Watzke!
Das schreibe ich als Fan von Borussia Dortmund ausdrücklich NICHT für den ausbaufähigen Saisonstart. Sondern weil endlich mal ein Fußball-Schwergewicht zwischen die irren Reform-Pläne des DFB grätscht. Und zwar nicht aus dem Abseits, irgendwann nach dem Karriereende, sondern als aktiver Funktionär.
Der größte Sportverband der Welt wollte de facto im Jugendbereich abschaffen, was die ganze Welt als das Wesen von Sport versteht: Die Frage, ob eine Mannschaft gewonnen oder verloren hat, sollte nicht mehr im Zentrum stehen. Keine Sieger, keine Verlierer, keine Tabelle, keine Turniere. Es fehlte nur noch, dass der Sechzehner halbiert und zum Achtsamkeits-Raum erklärt wurde.
Watzke sagte dazu: „Wenn du als Sechs-, Acht- oder Neunjähriger nie das Gefühl hast, was es ist, zu verlieren, dann wirst du auch nie die große Kraft finden, um auch mal zu gewinnen. Wenn wir Angst haben, dass ein Achtjähriger komplett aus dem Lebensgleichgewicht geworfen wird, weil er mal 5:0 mit seiner Mannschaft verliert, dann sagt das auch sehr viel über die deutsche Gesellschaft aus.“
Genau. So. Ist. Es. Eine unbequeme Wahrheit. Unbequem, weil gegen den Zeitgeist der Gleichmacherei. Und es ist so wohltuend, dass das endlich mal jemand ausspricht, der es auch ändern kann, der auch mal gegen den eigenen Laden schießt. Watzke ist BVB-Boss, Aufsichtsratchef der DFL und Vizepräsident des DFB – und kündigte eine Abkehr von der Reform an. Unklar, ob die Reform-Macher von der Watzke-Intervention überhaupt wussten. Immerhin werden sie es nicht als Niederlage empfinden – das Konzept „Verlieren“ gehört ja abgeschafft in ihren Augen.

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Sport ist Lebensschule
Es geht nicht um die Frage, ob wir jedes Kind zum Fußballprofi erziehen wollen. Natürlich wollen und werden wir das nicht. Es geht darum, dass beim Sport der Charakter geschult wird. Und zwar nicht für den Moment, sondern für‘s ganze Leben. Sport ist die größte Lebensschule, die junge Menschen haben.
Niemand geht freiwillig zur Schule, deswegen heißt es Schulpflicht. Aber zum Fußball-, Schwimm- oder Leichtathletik-Training gehen alle freiwillig. Wer sich am Wochenende dem direkten Wettbewerb mit Gleichaltrigen stellt, der macht das aus freiem Willen. Und lernt dabei: Man muss an sich arbeiten, um besser zu werden. Talent reicht nur bis zu einem gewissen Punkt, Fleiß ist unabdingbar für den Erfolg. Und in der Niederlage liegt die große Chance, eigene Fehler zu erkennen, zu akzeptieren – oder eben abzustellen und besser zu werden. Wer einmal im Team gewinnt, zerreißt sich beim nächsten Mal, um eine Niederlage abzuwehren.
Sport ist die legalste und gesündeste Droge der Welt. Wer den Fakt abschaffen will, dass es um Sieg oder Niederlage geht, wird eine Generation von Ist-Mir-Doch-Egal-Menschen heran züchten. Für was soll ich mich denn noch aufopfern, für was soll ich mich denn noch einsetzen, wenn das Ergebnis nichts mehr wert ist?
Das würde nicht nur den Fußball zerstören. Sondern an den Grundfesten unserer Gesellschaft rütteln: Besser sein als andere muss sich immer lohnen. Leistung muss sich immer lohnen.
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