Mannheimer Islam-Verein rechtfertigt Ehekurs für 13-Jährige mit „Talahon“-Trend
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Es war ein riesiger Aufreger: Die Mannheimer Moscheegemeinde Omar Al-Faruq Center lud „Mädchen und Frauen ab 13 Jahren“ zu einem Vorbereitungskurs auf die muslimische Ehe ein.
Die Veranstaltung, die mit „Mädelsabende in der Moschee“ überschrieben war und Teil einer Seminarreihe ist, sorgte für große Empörung in den sozialen Medien. User sahen darin eine offene und islamistische Bewerbung von Kinderehen. Der Flyer ist mit dem Zitat des Hadithgelehrten Abū l-Qāsim at-Tabarānī versehen, wonach die Heirat „die Hälfte seines Glaubens vervollständigt“.
Bemerkenswert ist auch das Statement der Moschee, mit dem die Veranstaltung erklärt werden soll ...

Der Veranstaltungsflyer wirbt mit einem Zitat des Hadithgelehrten.
Veranstalter versucht, das Anliegen nachträglich umzudeuten
In einer Mitteilung auf der Website des Veranstalters heißt es: „Die Veranstaltungsreihe wurde von den weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unserer Gemeinde angeregt. Sie entstand als Reaktion auf verstörende Inhalte in sozialen Medien, die ein einseitiges und problematisches Frauenbild propagieren, wie beispielsweise die Trends TALAHON.“
Das bedeutet: Die Glaubensstätte versucht das Event zu einem emanzipatorischen und feministischen Anliegen umzudichten, das auf frauenverachtende Trends (wie die des „Talahons“) reagiert. Bei Talahons handelt es sich um junge Migranten, die oft in sportlicher Kleidung in deutschen Innenstädten zu sehen sind und sich mittels TikTok-Videos und Rapsongs inszenieren. Dass gerade sie als Rechtfertigung für den Kinderehen-Kurs herhalten sollen, ist bemerkenswert – und hat einen faden Beigeschmack: Denn die Ehevorbereitung in solch jungem Alter ist genau Ausdruck einer rückschrittlichen Gesinnung, die in Teilen des Islam vorhanden ist, schon junge Mädchen vermählen will – und ihnen Selbstbestimmung und ein freies Leben in westlichen Gesellschaften abspricht.
Weiter heißt es in dem Schreiben: „Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen zu stärken und Themen wie Bildung, Selbstbestimmtheit, Sexualität und gleichberechtigte Partnerschaften offen und kritisch zu diskutieren. Es handelt sich also ausdrücklich um ein Präventionskonzept, das jungen Frauen hilft, sich in einer komplexen Gesellschaft zu orientieren und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.“ Der Titel der Veranstaltung sei „missverständlich“ gewählt gewesen. Im Veranstaltungskonzept werde „die Bedeutung von persönlicher Reife für Partnerschaften hervorgehoben und unmissverständlich auf das gesetzliche Verbot von sogenannten Kinderehen hingewiesen.“ Eine Förderung „frühzeitiger Eheschließungen“ sei weder Ziel noch Inhalt des Formats.
Eine „fatale Botschaft“
Der Aufruf hatte für massive Kritik gesorgt. Von einer „fatalen Botschaft“ sprach der Stadtrat und Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU), Lennart Christ (26). Solche Veranstaltungen dürften deshalb „nicht unter dem Radar“ bleiben. „Als CDU haben wir eine eindeutige Haltung: Wir fordern von der Stadtverwaltung – insbesondere von der Kinderschutzbeauftragten, der Gleichstellungsbeauftragten sowie der Beauftragten für Migration und Integration – eine vollständige Aufklärung. Die Ehe ab 13 Jahren hat in Deutschland keinen Platz!“, so Christ laut Bild.
Auch Islamexperten wie Ahmad Mansour zeigten sich kritisch. Der AfD-Innenpolitiker Martin Hess schrieb auf Facebook: „Was wir hier beobachten, ist nicht nur ein direkter Angriff auf die Rechte und Freiheiten von Mädchen und Frauen, sondern auch ein klarer Beweis für das Scheitern der Migrations- und Integrationspolitik der Altparteien.“ Sogar Medien aus dem Ausland berichteten über die Veranstaltung.
Der Veranstaltungsort, das islamische Omar Al-Faruq Center in dem migrantischen Stadtteil Neckarstadt-West mit 20.000 Einwohnern, wurde einst vom Verfassungsschutz beobachtet. Inzwischen gilt die Glaubensstätte noch immer als fundamentalistisch, aber nicht als verfassungsschutzrelevant. Demnach liegen dem Landesamt für Verfassungsschutz aktuell „keine verfassungsschutzrechtlichen Erkenntnisse“ vor. Auch sei derzeit kein Engagement von Salafisten im Verein selbst festzustellen. Der aktuelle Vorstand habe sich zudem „glaubhaft von extremistischen Inhalten distanziert“.
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