„Als Kanzler die schlechteste Wahl, die wir treffen konnten“ – NIUS vor Ort in der sauerländischen Heimat von Friedrich Merz
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Das Sauerland gilt als Rückzugsort und Machtbasis von Kanzler Friedrich Merz. Hier verbringt er abseits der Berliner Wochen seine Freizeit und konnte sich des eigenen Rückhaltes bisher immer sicher sein. Ob bei der Wahlkampf-Tour mit dem Fahrrad oder regelmäßigen Terminen bei den Mittelständlern – gerne präsentiert er sich als volksnaher Sauerländer.
NIUS hat sich auf den Weg gemacht und in der Heimat von Kanzler Merz umgehört: Ist die Unterstützung wirklich noch so groß? Schauen Sie sich hier die Reaktionen im Video an:
In Arnsberg ist der Kanzler auch privat präsent, allein deshalb, weil er und sein Wohnhaus im Ortsteil Niedereimer unter ständigem Polizeischutz stehen. In Meschede, von Arnsberg nur etwa 20 Autominuten entfernt, hat er seine parteiliche Machtbasis. Hier hat der CDU-Kreisverband im Hochsauerland seinen Sitz, Meschede gilt als organisatorisches Zentrum für die Sauerländer Unionspolitik. Wie wird der Kanzler in den beiden Städten wahrgenommen?
Vielfach zeigt sich ein eher gemischtes Bild: Den einen gilt er als volksnah, weil er morgens mit dem Fahrrad den örtlichen Bäcker zum Brötchen holen ansteuert, wiederum anderen Sauerländern ist er bereits durch seine Vergangenheit beim Vermögensverwalter BlackRock fremd. Unterschiede in der Wahrnehmung zeigen sich vor allem in den einzelnen Wählergenerationen.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Arnsberg sprachen die Bürger offen über ihren Kanzler – mit gespaltener Meinung.
Bei jungen Menschen bröckelt der Rückhalt
Die jungen Menschen, mit denen NIUS in Arnsberg und Meschede gesprochen hat, äußerten offen ihre Skepsis gegenüber der Politik des gebürtigen Briloners. Die einen zeigten sich enttäuscht über die ausbleibende Umsetzung der Wahlversprechen, die anderen monierten fehlendes Rückgrat in der Stadtbild-Debatte. Auch aus den Freundeskreisen berichten viele junge Passanten von Ablehnung.
Das muss schmerzen: Gerade auf dem Land konnte sich Merz bisher auch der Rückendeckung jüngerer Wählergruppen sicher sein, bei vergangenen Wahlkampfauftritten zeigte er sich gerne im Gespräch mit Jugendlichen – und konnte die eher konservativen Jungsauerländer hinter sich vereinen. Mit diesem Rückhalt scheint es allerdings nun vorbei zu sein. Hat Merz den Rückhalt in seiner Heimat verloren?

Im Sauerland hatte Merz viel Unterstützung in der jungen Generation – die Zustimmung bröckelt allerdings stark.
Vor allem alte Unionsanhänger halten ihm noch die Treue
Bei den älteren Wählergruppen gibt es noch Hoffnung: Besonders sie schätzen die vermeintliche Klarheit des Kanzlers, haben mehrheitlich das Gefühl, er sei ein „Anpacker“ und bei vielen seiner ursprünglichen politischen Vorhaben schon in der Umsetzung.
Bei den alteingesessenen Unionswählern, deren Vertrauen sich Merz bereits seit seiner ersten Wahlperiode im Bundestag erarbeiten konnte, ist der letzte Glaube an den Kanzler noch nicht aufgebraucht. Bei den Jungwählern, seiner Basis für die Zukunft, sieht es mit der Zustimmung allerdings ziemlich düster aus.
Drängt sich die Vermutung auf: Wenn schon in der Heimat die Unterstützung für den Kanzler bröckelt, dürfte die Luft auch im politischen Berlin immer dünner werden ...
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Eric Steinberg
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