Anti-Epstein-Demo für „Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen“: 750 Teilnehmer bei Naidoo-Kundgebung in Berlin
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An einer Demonstration des Sängers Xavier Naidoo haben in Berlin mehrere Hundert Menschen teilgenommen. Die Polizei sprach von 750 Demonstranten am Großen Stern. Auf Seite der Gegendemonstranten versammelten sich etwa 200 bis 300 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Die Demonstration von Naidoo trug den Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“. Naidoo sagte mit Bezug auf den Epstein-Skandal, in Deutschland sei „der Abgrund genauso tief“. Zudem sang er mehrere seiner früheren Lieder und redete in Andeutungen über „Menschen, die furchtbare Dinge tun“, über weit verbreiteten Kindesmissbrauch und über ein selbst erlebtes Ereignis als Opfer im Kindesalter. Auch andere Redner sprachen über Kinderschutz.

Eine Demonstrant nimmt am Protest unter dem Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen” mit einem Anzug mit mehreren Botschaften teil.
Demo zog zum Kanzleramt
Die Demonstration zog schließlich zum Kanzleramt, wo Naidoo einer Polizistin eine Petition übergab. Viele Deutschlandfahnen waren zu sehen, auf manchen Plakaten wurden Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert. Eine Frau zeigte den verbotenen Hitlergruß und wurde festgenommen. Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von „Menschenfressern“ gesprochen und gesagt: „Die fressen unsere Babys.“

Die Teilnehmer forderten „Aufklärung deutscher möglicher Verbindungen im internationalen Epstein-Komplex“.
Weitere Demonstrationen in der Hauptstadt
Im Tagesverlauf begleitete die Polizei in Berlin außerdem in Mitte und in Marzahn zwei rechtsextreme Demonstrationen mit mehr als 200 Teilnehmern. Mehr als 30 Demonstranten wurden laut einem Zwischenstand festgenommen, vor allem wegen Propagandadelikten, Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstandes gegen die Polizei. 1.800 Polizisten waren im gesamten Stadtgebiet als Begleitung für die Demonstrationen sowie ein Fußballspiel im Einsatz.
Eine Demonstration von Rechtsextremisten und Neonazis zog am Nachmittag vom Potsdamer Platz aus durch die Innenstadt. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 80 Menschen teil. Zum Teil kamen sie aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei „Die Heimat“. Unter ihnen waren als Redner auch zwei seit vielen Jahren bekannte Neonazis.
Die Polizei beschlagnahmte Sticker mit verbotenen Parolen. Zudem setzte sie das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte. Ein Mann wurde festgenommen, weil er einen Journalisten geschlagen haben soll.
Nach Polizeiangaben protestierten mehr als 150 Gegendemonstranten. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. In der Nähe des Gendarmenmarktes kam es am Nachmittag zu Rangeleien zwischen linken Gegendemonstranten und Polizisten. Die Polizei sprach von versuchten Sitzblockaden der Gegendemonstranten und notwendigen Zwangsmaßnahmen.
Am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade demonstrierten ab mittags nach Polizeiangaben 160 Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei „Der dritte Weg“. Etwas mehr als 100 Gegendemonstranten standen in der Nähe. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort.
Auch zum Palästina-Konflikt und dem Krieg gegen den Iran zogen mehrere Hundert Demonstranten durch Teile Berlins.
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