Antisemit der Woche: Jürgen Todenhöfer relativiert Hamas-Terror am 7. Oktober als „verzweifelten Aufstand”
Ein Beitrag von
In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Jürgen Todenhöfer.
Zum Jahrestag des 7. Oktober, des größten antisemitischen Massakers seit der Shoah, meldete sich Jürgen Todenhöfer auf X mit einem Text zu Wort, der an Geschichtsfälschung und Täter-Opfer-Umkehr kaum zu überbieten ist.
Todenhöfer schreibt: „Anders als der westliche Mainstream heute wieder den ganzen Tag lang behaupten wird, begann der Palästina-Konflikt nicht mit dem 7. Oktober, sondern bereits 1948 mit der Nakba, der gewaltsamen Vertreibung der Palästinenser durch jüdische Terror-Organisationen wie die Irgun.“
Es war mitnichten ein „jüdischer Eroberungskrieg“
Schon dieser Satz ist ein Musterbeispiel für antisemitische Geschichtsumdeutung. Der Staat Israel wurde 1948 nach einer UN-Resolution gegründet – die arabischen Nachbarstaaten lehnten diesen Beschluss ab und griffen das neue Land sofort an. Was Todenhöfer „Nakba“ nennt, war nicht ein jüdischer Eroberungskrieg, sondern die Folge der arabischen Entscheidung, Israel auszulöschen. Hunderttausende Araber flohen, teils auf Anraten ihrer eigenen Führer, während zugleich jüdische Gemeinden aus arabischen Ländern vertrieben wurden.

Jürgen Todenhöfers Statement auf X
Die Option eines palästinensischen Staates wurde vielfach ausgeschlagen
Was Todenhöfer ebenfalls verschweigt: Den Palästinensern wurde seit 1947 mehrfach ein eigener Staat angeboten – jedes Mal lehnten ihre politischen Vertreter ab. Der UN-Teilungsplan von 1947 sah zwei Staaten vor, einen jüdischen und einen arabischen. Die jüdische Seite akzeptierte ihn, die arabische Seite begann stattdessen den Krieg. Auch 1967, 2000 in Camp David, 2008 unter Ehud Olmert und selbst nach den Abraham-Abkommen 2020 lag immer wieder die Option eines palästinensischen Staates auf dem Tisch. Kein einziges Mal wurde sie ergriffen – stattdessen folgten Kriege, Terror und Raketen.

Todenhöfer in den 1970ern, damals noch CDU-Politiker.
Todenhöfer behauptet weiter: „Israel hat diesen Menschen nie eine echte Perspektive auf ein Leben in Freiheit und Würde gegeben.“ Auch das ist Geschichtsklitterung. Israel zog sich 2005 vollständig aus dem Gazastreifen zurück – jede israelische Siedlung, jeder Soldat wurde abgezogen. Statt eines friedlichen Aufbaus folgten Raketenangriffe, Tunnelbau und die Machtübernahme der Hamas, die den Gazastreifen seither in eine islamistische Geiselhaft verwandelt hat. Wer dort keine „Freiheit“ findet, hat vor allem die Hamas zu fürchten – nicht Israel.
„Der verzweifelte Aufstand der ‚Verdammten dieser Erde‘“
Besonders perfide wird Todenhöfer, wenn er die Massaker der Hamas relativiert: „Der verzweifelte Aufstand der ‚Verdammten dieser Erde‘ am 7. Oktober 2023 war Terrorismus. Aber die jahrzehntelange bewusst demütigende und völkerrechtswidrige Misshandlung der Palästinenser durch Israel war ebenfalls Terrorismus – Staatsterrorismus.“
Mit dieser Formulierung setzt Todenhöfer den gezielten Mord an Babys, die Vergewaltigung von Frauen und sonstige Barbarei moralisch gleich mit der Verteidigung eines demokratischen Staates gegen Terroristen. Das ist klassische Täter-Opfer-Umkehr – und genau jene Rhetorik, mit der – vor allem linke – Antisemiten seit Jahrzehnten versuchen, die Juden selbst für Gewalt gegen sie verantwortlich zu machen.
Wer, wie Todenhöfer, am Jahrestag des 7. Oktober nicht an die über 1.200 ermordeten Israelis erinnert, sondern die Hamas-Propaganda bedient, zeigt, dass er nichts begriffen hat. Seine angebliche Distanzierung vom Antisemitismus („Keine Lösung ist Antisemitismus“) ist reiner Selbstschutz: ein Feigenblatt, das die Verachtung Israels nur notdürftig verdeckt.
Jürgen Todenhöfer mag sich selbst als „Kritiker“ sehen, als moralische Instanz. In Wahrheit reiht er sich mit seinem Geschichtsrevisionismus, seiner selektiven Empörung und seiner Verharmlosung des Hamas-Terrors ein in eine lange Tradition des modernen Antisemitismus, der das Vokabular der Menschenrechte benutzt, um Israel zu delegitimieren.
Wer am 7. Oktober die Täter moralisch auf eine Stufe mit ihren Opfern stellt, wer Israel das Existenzrecht abspricht und Terrorismus als „verzweifelten Aufstand“ verklärt, verdient keine Bühne – sondern klare Worte: Jürgen Todenhöfer ist der Antisemit der Woche.
Todenhöfer veröffentlichte auch ein Lied mit dem Gaza-Rapper Massiv. Schauen Sie hier:
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare