Antisemit der Woche: Sophie von der Tann relativiert den 7. Oktober und wird für ihre „Haltung” ausgezeichnet
Ein Beitrag von
In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin zum zweiten Mal Sophie von der Tann.
Für ihre – zugunsten der Palästinenser – voreingenommene Berichterstattung aus Nahost heimste die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann gestern eine weitere Auszeichnung ein: den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Ausgerechnet. Der dekretierte einst, wenn Gefühle geweckt würden und sich erhitzten, müssten Journalisten „cool bleiben“. Sein Motto für einen kritischen Journalisten lautete bekanntlich: „Distanziert bleiben, nicht mit der Sache identifizieren, auch nicht mit einer vermeintlich guten.“
Die Preisträgerin jedoch verfährt ausweislich ihres Wirkens seit Jahren aber nach dem Motto: Ein Journalist sollte sich mit keiner Sache gemein machen, außer mit einer sehr schlechten. Und die lautet prägnant zusammengefasst: Es ist das Bestreben der allermeisten Palästinenser, besonders jener in Gaza, den Staat Israel zu beseitigen. Das ist die eigentliche „palästinensische Sache“. Und genau die wird von Sophie von der Tann gewohnheitsmäßig unterschlagen.

Er war kein „Haltungsjournalist“: Hanns Joachim Friedrichs.
Welche „Vorgeschichte“ könnte ein Blutbad haben?
Sie fokussiert vor allem auf palästinensisches Leid – das allerdings palästinensische Terroristen in ihrem Dschihad gegen den jüdischen Staat über sie gebracht haben. Davon hört man aber so gut wie nichts aus dem ARD-Studio in Tel Aviv. Von der Tann brachte es sogar fertig, die Hamas als „militante Palästinenser“ zu verharmlosen. Laut FAZ tat sie sich schwer, sie als „von der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe“ zu bezeichnen.
An anderer Stelle sagte sie zum Besuch eines rechten israelischen Ministers auf dem (auch den Juden heiligen) Tempelberg in Jerusalem: „Nun ist das ja eine klare Provokation in Richtung Palästinenser. So sieht es zum Beispiel die Hamas.“ Na, wenn die es so sieht …
Wenige Tage vor der Verleihung berichtete die Welt, dass von der Tann Ende Oktober bei einem internen Hintergrundgespräch im ARD-Studio Tel Aviv sagte, die Massaker vom 7. Oktober 2023 hätten eine „Vorgeschichte“. Nun hat alles eine Vorgeschichte, nur sieht die in diesem Fall anders aus als von der Korrespondentin gemeint. Am Ende bleibt jedenfalls nur die Feststellung der Relativierung. Für ein Massaker an 1200 Menschen, dem brutalsten Verbrechen an Juden seit der Shoah, kann es keine rationale Erklärung geben, so wenig wie für den Holocaust selbst. Der damalige bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle war Zeuge des Gesprächs und bekräftigte später die Vorwürfe der Relativierung.
„Mediale Hetzjagd“
Verständlich, dass sich viel von der weiteren Ehrung für von der Tann entsetzt zeigen. Die FAZ schrieb, sie stehe „stellvertretend für die verzerrte Berichterstattung über den Nahostkonflikt, die uns ARD und ZDF bieten“. Der Reserve-Armeesprecher der israelischen Streitkräfte, Arye Shalicar, bezeichnete sie sogar als „das Gesicht vom neudeutschen Juden- und Israelhass“.

Israels Botschafter in Berlin, Ron Prosor, sieht von der Tann als „Aktivistin“.
Vielsagend ist, dass von der Tann Rückendeckung aus extrem israelfeindlichen bis antisemitischen Kreisen erhält. Die Politologin Melanie Schweizer, die auf der Plattform X täglich Hamas-Propaganda der schlimmsten Art betreibt, beklagt eine „mediale Hetzjagd“, die taz spricht von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“. Ex-Nahostkorrespondenten sehen eine „Diffamierungskampagne“. Und die „Reporter ohne Grenzen“ sind selbstredend auch mit ihr solidarisch.
Sophie von der Tann entfährt selten ein Satz, mit dem man ihre Voreingenommenheit zulasten Israels eindeutig beweisen kann. Ihre Methode sieht meistens so aus: Sie lässt weg, was der Zuschauer oder Hörer zum Verständnis aktueller Ereignisse wissen muss, sie „ordnet ein“, immer mit Schlagseite, sie berichtet in einem Beitrag 90 Prozent der Zeit über Anklagen vermeintlicher palästinensischer Opfer gegen Israel (mit Bildern) und erwähnt ein israelisches Dementi nur am Rande (ohne jeden human touch). Die 34-Jährige arbeitet fast ausschließlich mit Framing, Auslassungen, Halbwahrheiten und moralischer Gewichtung. Aber geschickt, das muss man ihr lassen.
Haltungsjournalisten zeichnen Haltungsjournalistin aus
Entsprechend einseitig wählt sie auch ihre Gesprächspartner aus. Auf palästinensischer Seite immer Zivilisten, auf israelischer niemals Vertreter der breiten Bevölkerungsmehrheit, sondern Extreme von rechts (antiarabisch) und links (regierungsfeindlich), die es zwar auch gibt, aber eben nicht den Durchschnittsisraeli repräsentieren. So kann sie von sich behaupten, „alle Seiten“ zu Wort kommen zu lassen. Und statt selbst zu werten, versteckt sie sich oft hinter den Aussagen von „Israelkritikern“
In der Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises sitzen, wenig überraschend, so gut wie alle Vertreter des „Haltungsjournalismus“ – von Annette Dittert und Petra Gerster über Tina Hassel und Claus Kleber bis zu den Talkmastern Maybrit Illner, Sandra Maischberger, Frank Plasberg und Anne Will. Zu den Preisträgern vergangener Jahre gehörten unter anderem Elmar Theveßen („beeindruckendes Hintergrundwissen“), Marietta Slomka (gehört aktuell selbst der Jury an) und Oliver Welke.
Die Jury lobt von der Tann als unerschrockene Journalistin, die sich „nicht scheut, Dinge beim Namen zu nennen“. Dabei zeige sie Haltung (gerade im Kontext der deutschen Geschichte!) und lasse sich nicht vereinnahmen. Sie liefere „in einer Extremsituation zuverlässig erstklassige Arbeit, die – gestützt auf ihre Kenntnis der Sprachen und Kulturen des Landes – den Menschen und ihren Schicksalen nahe ist, ohne dazuzugehören“.

Framing, Auslassungen und Halbwahrheiten: Die Methode von der Tann.
Von der Tann sei, wie von Hajo Friedrichs postuliert, „cool“, aber: „nicht kalt“. Dabei setzt die ARD-Korrespondentin, Friedrichs‘ zentrale journalistische Forderungen unterlaufend, stark auf Emotionalisierung, etwa in Berichten über ein Krebskrankenhaus im Ostteil Jerusalems, oder über Gaza („Da gibt es im Prinzip gar keine Lebensgrundlage mehr“). Selbstverständlich ohne die jeweiligen Ursachen zu nennen.
Hauptsache, gegen Netanjahu keilen
Es gehört auch eine gewisse Kaltschnäuzigkeit dazu, ausgerechnet am 60. Jahrestag der Aufnahme deutsch-israelischer diplomatischer Beziehungen die Staatsräson neu „definieren“ zu wollen, die „keine nahezu bedingungslose Unterstützung einer teils rechtsextremen Regierung bedeutet“. In ihrem Kommentar sprach sie das ominöse „Völkerrecht“ an, jedoch mit keinem Wort den Grund für den Gaza-Krieg, den Überfall auf Israel vor zwei Jahren.
Von der Tanns Augenmerk auf palästinensisches Leid (das, wie der ÖRR-Konsument annehmen muss, von Israel verursacht wird) und heftiger Kritik am jüdischen Staat – die, so viel sei vorhergesagt, auch anhalten wird, wenn Netanjahu eines Tages nicht mehr Regierungschef ist – ist allzu offensichtlich und wird auch nicht dadurch widerlegt, dass ihre Sendeanstalt behauptet, Kritik von pro-palästinensischer und pro-israelischer Seite zu hören, was in ihren Augen offenbar nur zeigt, dass man ganz richtig in der goldenen Mitte liegt.
Von der Tann selbst versteht ihre Arbeit als Balanceakt „zwischen Empathie und Distanz“. Was in der Praxis so aussieht, dass sie sich die Empathie für die arabische Seite aufhebt und die Distanz für den jüdischen Staat.
Wer „Haltung“ zeigt, zelebriert indes das Gegenteil von journalistischer Distanz. Das wird Sophie von der Tann und ihren Mitarbeitern egal sein, sie wähnen sich ja mit ihrer unausgewogenen Empathie auf der richtigen Seite. Die Haltungsjournalisten zeichnen sich gegenseitig mit Preisen aus und werden damit weitermachen, so lange, wie man sie lässt. Gut, dass Hajo Friedrichs das nicht mehr erleben musste.
Lesen Sie dazu auch:
Antisemit der Woche: Ines Schwerdtner mit dem Kein-Israel-Schal
Antisemit der Woche: Sahra Wagenknecht nennt Israel im Gaza-Krieg „Aggressor“
Antisemit der Woche: Stephan Detjen stellt Bezug zwischen Israel und den Nationalsozialisten her
Antisemit der Woche: Sawsan Chebli unterstellt Israel „Vergewaltigungen durch trainierte Hunde“
Antisemit der Woche: Enissa Amani vergleicht die Hamas mit Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare