Berliner entsetzt: Aus einem Seniorenheim soll ein Flüchtlingsheim werden
- Ab 2024 sollen in einem Berliner Altenheim Flüchtlinge statt Senioren wohnen.
- Die Anwohner kritisieren das Vorgehen scharf.
- Es ist nicht der erste dieser Fälle.
Man braucht einen Moment, um das Altenheim in der Sonnenallee in Berlin-Neukölln zwischen türkischen Gemüsehändlern, orientalischen Restaurants und arabischen Supermärkten als solches zu erkennen. Bald wohnen dort keine Senioren mehr, sondern ukrainische Flüchtlinge werden einziehen. Die meisten der Bewohner sind schon auf andere Heime verteilt worden.
„Grund ist der Zustand des Altbaus, der nicht mehr den zeitgemäßen Standards moderner Pflegeeinrichtungen entspricht“, sagt die Sprecherin des Diakoniewerk Simeon, Theresa Albig, gegenüber der Berliner Zeitung.
Die Anwohner des Heims äußerten sich kritisch zu den Plänen, aus dem Seniorenheim eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. NIUS hat sich vor Ort umgehört:
Wurde den Mitarbeitern ein Maukorb verpasst?
Aus 120 Senioren sollen 300 Flüchtlinge werden, heißt es. „Diese Entscheidung wurde intensiv geprüft“, beteuert die Diakonie-Sprecherin. Ein Handwerker, der sich um den Umbau der Räumlichkeiten kümmern, sagt, er dürfe nichts sagen. Auch die Frau an der Gegensprechanlage – der Hof des Heimes ist ohne weiteres nicht betretbar – verweist auf die Geschäftstelle. Wurde den Mitarbeitern der Diakonie ein Maulkorb verpasst?

Hier sollen Senioren ausziehen, damit Flüchtlinge einziehen können.
Gesprächig aber sind die Anwohner. Ein Mann, der nicht gefilmt werden möchte, wird deutlich: „Das ist eine Schweinerei, dass die Alten weg müssen. Das ist nicht normal!“ beschwert er sich. Ein ehemaliger Bäcker, der sein Geschäft nur wenige Meter entfernt hatte, sagt: „Wir Deutsche werden immer mehr benachteiligt!“
Ein syrischer Anwohner sagt: „Ich finde das nicht toll“
Allgemein ist die Stimmung zu dem Thema negativ. „Das Altenheim sollte für Alte bleiben und für Flüchtlinge sollte man andere Plätze finden.“ Auch ein Syrer, der seit sieben Jahren in Deutschland lebt, ist skeptisch: „Ich finde das nicht toll“, betont er. „Vielleicht gibt es noch anderer Möglichkeiten“, fügt er hinzu.
Zum Ende des Jahres wird aus dem Altenheim eine Flüchtlingsunterkunft. Es ist nicht der erste dieser Fälle. Bereits im vergangenen Jahr schickte ein Altenheim im Berliner Stadtteil Wedding 110 Bewohnern die Kündigung. Inzwischen wohnen in der Einrichtung Flüchtlinge.
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Julian M. Plutz
Leonie Ipati
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