Arche-Sozialarbeiter Wolfgang Büscher: „Wir werden eine Form der Radikalisierung und Verbrechen erleben, die wir nie gesehen haben“
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4,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Viel zu viele für eines der wohlhabendsten Länder der Welt. 60.000 Kinder und Jugendliche verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss. Sie sind abgehängt, von der Gesellschaft Vernachlässigte.
Einer, der tagtäglich erfährt, wie es um die Kinder in Deutschland steht, ist Wolfgang Büscher. Er arbeitet in der landesweit bekannten Einrichtung „Die Arche“, in der Kinder Essen, Hausaufgabenhilfe und soziale Unterstützung bekommen. Zählt man die verschiedenen Standorte zusammen, besuchen rund 10.000 Kinder täglich „Die Arche“.

Mittagessen in der Arche Berlin-Hellersdorf. Viele Kinder kommen mit leerem Magen.
„Enorme Radikalisierung unter Jugendlichen“
Doch Büscher und seine Kollegen bekämpfen häufig nur noch Symptomen, verhindern das Schlimmste. „Wir haben eine enorme Radikalisierung der Jugendlichen“, so der Pressesprecher der Arche im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Hinzu komme, dass in vielen Einrichtungen 99 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben.
„Antisemitismus, der Hass auf Israel, auf Juden, auf deutsche Frauen, wenn sie anders herumlaufen, als sie es aus ihren Ländern kennen“ sei an der Tagesordnung, so Büscher. „Wir werden eine Form der Radikalisierung, der Gewalt, der Verbrechen erleben, die wir nie gesehen haben“.
Büscher fordert, für ein oder zwei Jahre die Grenzen zu schließen. „Wir können nicht Leute holen und uns dann nicht kümmern“. Erst müssten die versorgt werden, die bereits hier sind. „Wir haben uns als Arche entschlossen, die Dinge wirklich jetzt beim Namen zu nennen“, so der Arche-Mann. „Wenn wir es nicht tun, wer tut es dann?“.
Die ganze Sendung „Stimmt!“:
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