Bäcker, Mobilfunkanbieter, Hotel: Diese Firmen wollen auf Kunden mit falscher Meinung verzichten
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Im Zuge der gesellschaftlichen Spannungen infolge der Correctiv-Recherche und den darauf folgenden „Anti-Rechts-Demos“ springen immer mehr Firmen auf den Trend der Politisierung auf.
Statt lediglich marktwirtschaftlichen Interessen zu folgen und eine pluralistische Gesellschaft mit Dienstleistungen zu bereichern, findet zunehmend eine Gesinnungsprüfung statt.
Ob Bäcker, Mobilfunkanbieter oder Hotels – immer mehr Betriebe selektieren ihre Kunden nach ihrer politischen Einstellung.
NIUS präsentiert einige Beispiele für diese Dynamik:
Telefonieren gegen Rechts
Der Mobilfunkanbieter Congstar hat in einer Pressemitteilung am Freitag seine Position gegen „Hass und Rassismus“ bekräftigt und betont, dass dies auch Teil ihrer Verantwortung als Unternehmen ist. Das Unternehmen hebt hervor, dass sein Engagement für Demokratie und gegen Hass und Rassismus ein wesentlicher Bestandteil seiner Identität ist.
Congstar fordert nun Personen, die diese angeblichen demokratischen Grundwerte nicht unterstützen, aktiv auf, ihre Dienste zu kündigen.
„Wir setzen daher als erster Mobilfunkanbieter Deutschlands ein klares Zeichen: Menschen, die die demokratischen Grundwerte und unsere Vorstellungen von einer vielfältigen und offenen Gesellschaft nicht teilen, rufen wir ab sofort proaktiv auf, bei uns zu kündigen. Denn wir haben lieber weniger Kund*innen, als mit unserem Angebot zur Verbreitung von Hass und Hetze beizutragen“, heißt es seitens Congstar.

In einem Forum-Eintrag lässt sich das Congstar-Statement nachlesen.
NIUS fragte bei Congstar, wie diese Rassismus definieren und ob der Kündigungsaufruf auch bei Rassismus gegen Weiße gilt. Weiter fragte NIUS, wieso sich Congstar nicht gegen den islamistischen Antisemitismus positioniert habe, der nach dem Hamas-Angriff durch Deutschland zog.
Congstar antwortete: „Wir positionieren uns seit vielen Jahren z.B. durch unsere Initiative „Kein Platz für Rassismus“ mit dem FC St. Pauli, im Rahmen unserer allgemeinen Sponsoring-Kommunikation und mit unserem Podcast FAIRsprochen regelmäßig zu gesellschaftlichen Themen“. Der FC St. Pauli gilt als linker Club mit einer linksradikalen bis extremistischen Fanszene.
Congstar beantwortete die Fragen seitens NIUS ausweichend. Dafür stellte der Mobilfunkanbieter folgendes klar: „Wir wollen uns in erster Linie als Unternehmen klar gegen Hass und Rassismus und für demokratische Werte positionieren. Wir werden selbstverständlich auch niemanden proaktiv kündigen. Wir wollen jedoch ganz klar vermitteln, dass wir keine Rassist*innen unter unseren Kund*innen haben möchten. Wer sich diesbezüglich angesprochen fühlt, den lassen wir gerne gehen!“
Wer als Rassist gilt und wer nicht, bleibt weiterhin unklar. NIUS fragte nochmals nach und erhielt selbige Antwort, anders formuliert.
Kein Brot für Nazis
Karlchens Bachstube, eine westdeutsche Bäckerei-Kette mit über 60 Filialen, überraschte ihre Kunden mit der Einblendung des Slogans „Kein Brot für Nazis“ im Kassensystem.
Wer genau damit gemeint ist, wird daraus nicht deutlich. Nazis gibt es altersbedingt nicht mehr, die ideologischen Nachfolger werden Neonazis genannt und bilden eine kaum auffallende Minderheit der deutschen Gesellschaft.
NIUS fragte auch hier an, ob Karls Bäckerstube das Statement als Teil ihres gesellschaftlichen und demokratischen Wirkens ansieht und wieso es keine ähnliche Aktion nach dem Hamas-Angriff gab.
Weiterhin wurde gefragt, ob Karls Bäckerstube Kommunisten, Islamisten oder anderweitige Verfassungsfeinde den Brotkauf gestattet. NIUS wollte außerdem den konkreten Anlass für die aktuelle Aktion erfahren, herausfinden wie Karls Bäckerstube „Nazis“ definiert und wie das Unternehmen in der Praxis feststellt, ob es sich bei einem Kunden um einen Anhänger des Nationalsozialismus handelt.
Eine Antwort steht bis dato aus.
Toleranz unabhängig der Meinung - außer es ist die falsche
Das Hotel Europäischer Hof Heidelberg verkündete in einem Newsletter, dass sie „beunruhigende Nachrichten und Enthüllungen tief berührt und besorgt“ haben.
„Als Familienunternehmen, das seit über 150 Jahren eine werteorientierte Unternehmenskultur lebt und den Schrecken des Nationalsozialismus überstanden hat, fühlen wir uns verpflichtet, Haltung zu zeigen und unsere Stimme zu erheben. Und es war für uns klar, dass wir an der Demonstration in Heidelberg 'Nie wieder ist jetzt! Gemeinsam stark gegen rechts!' teilnehmen“, heißt es in dem Schreiben.
Weiter heißt es: „Im Europäischen Hof Heidelberg stehen wir für ein weltoffenes, demokratisches Deutschland, in dem Vielfalt und Toleranz geschätzt werden. Ein Deutschland, in dem jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft oder wen er liebt, unabhängig von seiner Hautfarbe oder seines Glaubens, unabhängig von seinen Meinungen, sicher und frei leben kann“. Anscheinend gilt diese Toleranz nicht für Menschen mit rechten politischen Ansichten.
Besonders abstrus: Das Hotel nutzte den Slogan „Nie wieder ist jetzt“ als Motto gegen „Rechts“, obwohl dieser im Zuge der islamistischen Angriffe auf Israel und die daraus resultierende Gefahr für Juden in Deutschland entstand. Mehr dazu ist hier zu finden. NIUS fragte, wieso es zu dieser Zweckentfremdung kam und ob sich das Hotel auch gegen Linksextremismus und Islamismus positioniert.
NIUS fragte das Hotel auch, wie das Hotel eine Toleranz unabhängig der Meinung und eine Demo gegen „Rechts“ kombinieren könnte. Antworten ausstehend.
Auf einem Plakat wurde sogar direkt der Holocaust relativiert, indem dieser mit einer Abschiebung gleichgesetzt wurde.
Mehr NIUS: „Demos gegen rechts“: Die größte Holocaust-Relativierung in der Geschichte der Bundesrepublik

Ein Demonstrant in Heidelberg relativiert den Holocaust.
Wohnungsbaugenossenschaft selektiert Mieter
Die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) kündigte in einem Facebook-Post an, Mieter mit der falschen Meinung fristlos zu kündigen und aus der Genossenschaft auszuschließen.
„Wir akzeptieren und dulden keinerlei rechtsextreme Aussagen, Handlungen oder Gedanken. Weder in unseren Objekten, noch in der Genossenschaft“, heißt es seitens der EWG. Wie diese Gesinnung geprüft werden soll, ist unklar. NIUS fragte die EWG, ob diese mit Linksextremisten genauso umgeht und was für die EWG „Rechtsextremismus“ bedeutet. Bisher reagierte die EWG nicht.
Interessant ist auch, dass die EWG in dem Post zur Demonstration „gegen Rechts“ aufruft. Die Demo fand unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ statt, der auch hier zweckentfremdet wurde.
Ein temporäres Phänomen?
Der Trend der pseudo-antifaschistischen Firmen scheint, nach der Impf-Debatte, der bedingungslosen Solidarität mit der Ukraine und dem Queer-Aktivismus, das neue „Current Thing“ zu sein. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob dieser Trend genauso temporär sein wird, wie seine Vorgänger.
Bezeichnend ist, dass die Firmen auf die einfachsten Nachfragen nach der Deutung der Positionierung nicht reagierten.
Mehr NIUS: 5 krasse Beispiele: Deutschlands Schulen schicken Schüler zu Gegen-Rechts-Demos
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