Bei Gottesdienst mit „Letzter Generation“: Klima-Schuld! Linksextremer Pfarrer betet Weltuntergang herbei
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Am Sonntag rief die evangelische Kirche in Berlin-Tempelhof zum ersten Klimagottesdienst auf, mit Referenten der „Letzten Generation“. NIUS war dabei.
Ein Erfahrungsbericht:
Berlin – es ist ein sonniger Sonntagmorgen um 11 Uhr, als die Glocken der Evangelischen Kirchengemeinde in Alt-Tempelhof zum „Alternativen Gottesdienst“ aufrufen. Es ist der erste Gottesdienst der Evangelischen Kirche, bei dem offiziell Vertreter der „Letzten Generation“ auftreten.
Auf den ersten Blick sieht alles aus wie ein normaler Gottesdienst. Das Sonnenlicht bricht sich warm durch die bunten Fenster, sakrale Gesänge erfüllen die gut besuchte Glaubenskirche in der Friedrich-Franz Straße. Ich möchte den Gottesdienst filmen, werde aber recht rüde von einem Gemeindediener daran gehindert, er droht, mich des Gottesdienstes zu verweisen.
Dann wird es still, Pfarrer Bertram Jörg Schirr setzt zur Klima-Predigt an.

Die Glaubenskirche in der Friedrich-Franz Straße, Berlin-Tempelhof.
Untergangsbotschaften eines Klima-Pfarrers
„Wir wollen gar nicht hören, was die Wissenschaft uns seit langem sagt. Gott erhöre unseren Ruf für Umkehr“, spricht Pfarrer Schirr in betroffener Tonlage in die Menge. Die Besucher lauschen Schirrs Worten erwartungsvoll, die Stimmung wirkt angespannt. Der Pfarrer wirkt von seinem Erscheinungsbild eher jugendlich und hip, seine Predigt erinnert allerdings von der ersten Sekunde an die Untergangsbotschaften längst vergangener Zeiten:
„Unsere Privilegien zerstören die Lebensgrundlage für andere. Vergib uns unsere Schuld und erbarme dich. Wir fürchten uns vor einem drohenden Kollaps, wir haben Angst um die Zukunft unserer Enkel*innen. Oh mein Gott, erbarme dich.“
Schnell wird mir, als gläubiger und praktizierender Christin, bei Schirrs Predigt klar: Spirituelle Inhalte habe ich heute nicht zu erwarten. Der drohende Klimakollaps ist alleiniges Thema und wird mantrahaft beschworen. Ein Gottesdienstbesucher wird mir später berichten, er habe sich zu keiner Sekunde wie bei einem Gottesdienst gefühlt, sondern „wie beim Parteitag der Grünen“.

Weniger ein Gottesdienst, eher ein Parteitag der Grünen.
Pfarrer Schirr ist ganz offensichtlich politisch engagiert, auf seinem Instagram-Profil postet er Fotos, auf denen er stolz ein Banner mit der Aufschrift „Solidarität mit der letzten Generation“ hochhält, während er von weiteren Aktivisten mit grell-orangenen Transparenten der „Letzten Generation“ umgeben ist.
Pfarrer Schirr betont während seiner Predigt, dass das Ziel des Klimagottesdienstes die Verständigung zwischen der „Letzten Generation“ und der Kirche sei, und dass die Veranstaltung nicht politisch motiviert sei, sondern rein dem Austausch diene.
Über Klima, Gott und die Welt: Phillip und Antje malen den Teufel an die Wand
Nach Schirrs Predigt treten zwei Vertreter der „Letzten Generation“ auf die Bühne, um einen Vortrag zu halten. Phillip ist dreiundzwanzig und sagt, er sei kaufmännischer Angestellter bei einer Bank. Aufgebracht erklärt er der Gemeinde, dass die Regierung nicht genug für den Klimaschutz tue und „die drohende Klimakatastrophe noch nicht ausreichend in der Gesellschaft thematisiert“ würde. Er habe sich aus Angst und Ohnmacht dazu entschieden, der „Letzten Generation“ beizutreten.
Auch Antje ist dort aktives Mitglied. Als sie zu sprechen beginnt, schwärmt sie: „Mein Schatz, bei Gott, ist die Natur.“ Danach folgen Forderungen an die Politik, durchsetzt mit Aussagen wie: „Die Menschheit hat durch ihre klimaschädlichen Aktionen das Tor zur Hölle aufgestoßen!“

Auch Klimakleber kamen beim Gottesdienst zu Wort.
Erregt lässt sie das Publikum wissen, dass „die Experten“ und „die Wissenschaftler“ Alarm wegen der „Klimakatastrophe“ schlagen, dass wir die Bundesregierung jetzt aufrufen müssten, klimafreundliche Maßnahmen einzuführen und dass es eine weitere Flüchtlingskrise mit sogenannten Klimaflüchtlingen geben wird, weil unser CO2-Ausstoß viel zu hoch wäre, denn: „Wir sind die Reichen und wir zerstören die Welt.“
Über Gott verlieren die Aktivisten kein Wort.
Keine Barmherzigkeit für kritische Stimmen
Nach dem Auftritt der „Letzten Generation“ bekommen die Kirchenbesucher die Möglichkeit, Fragen an die Aktivisten zu stellen. Dabei kippt die Stimmung zunehmend. Als ein älterer Herr in grauer Jacke das Wort ergreift, verdrehen die Aktivisten demonstrativ die Augen, Teile des Publikums stöhnen genervt bei seinem Vortrag. Er sagt: „Ich bin 71 Jahre alt, ich bin seit Anfang der 80er Jahre in der Umweltbewegung aktiv und habe mich auch zum Umweltberater ausbilden lassen. Ich bin die letzten Jahrzehnte so gut wie nicht geflogen, ganz selten. Mir ist in letzter Zeit bewusst geworden, dass ich in Bezug auf den durch CO2 angeblich verursachten menschengemachten Klimawandel, Jahrzehnte lang betrogen wurde. Ist jemand von Ihnen bewandert, wie hoch der CO2-Gehalt in der Luft ist? Sie wissen es doch sicherlich, wo sie da so besonders interessiert sind.“
Als die Aktivisten keine Antwort auf die Frage geben können, schreit eine Besucherin den Mann aggressiv an: „Hören sie auf, den Klimawandel zu leugnen!“.
Schließlich beantwortet der Mann seine Frage selbst: „Meine Information ist, dass der CO2-Gehalt der Luft 0,04 Prozent beträgt. Wissen Sie, wie hoch der CO2 Gehalt vor ungefähr 150 Jahren war? Laut Meyers Konversationslexikon betrug der CO2 Gehalt auch damals 0,04 Prozent, sowohl 1820 als auch 1890.“

Der Pfarrer fordert eine Reduktion von CO2.
Aus dem Publikum wird dem Mann ein weiteres Mal die Leugnung der Klimakrise vorgeworfen. Pfarrer Schirr weiß die Lösung: Er nimmt dem Herrn in der grauen Jacke das Mikrofon weg, die Diskussion verstummt.
Als ich Pfarrer Schirr auf seine Predigt und die damit verbundenen politischen Botschaften anspreche, werde auch ich wutentbrannt von einer aktivistischen Kirchenbesucherin gefragt: „Was ist denn ihr Problem? Wollen Sie, dass es zum Klimakollaps kommt?
Politischer Aktivismus statt christlicher Glaubenslehre
Nach dem Klimagottesdienst weiß ich wenig mehr, aber eines weiß ich: Die biblische Botschaft der Nächstenliebe stand in diesem Gottesdienst nicht im Mittelpunkt. Pfarrer Schirr versichert mir zum Abschied zuversichtlich, dass er für den nächsten „Alternativen Gottesdienst“ immerhin eine weitere politische Gruppierung eingeladen habe: „Fridays for Future.“
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