Männer in Tangas und Strapsen lesen Kindern vor: Berlin fördert Dragqueen-Event mit 40.000 Euro
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Die Stadt Berlin fördert ein Drag-Sommerfest, bei dem als Frauen verkleidete Männer Shows aufführen und mit Kindern in Kontakt treten wollen, mit knapp 40.000 Euro.
„Die Veranstaltung im Botanischen Garten wird aus zweckgebundenen Mitteln im Rahmen der Zuschüsse für besondere touristische Projekte 2025 der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe finanziert. Der Auftragsbruttowert beträgt 39.999,47 EUR“, lautet die Antwort des Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin auf eine NIUS-Anfrage nach den Kosten der Veranstaltung. „Queens & Flowers“ wird am 23. August im Botanischen Garten gefeiert.
Der Grund für die ungerade Summe: Gemäß der sogenannten „Unterschwellenvergabeverordnung“ dürfen 40.000 Euro „freihändig“, also ohne Ausschreibungs-Aufträge vergeben werden.
„Dragqueen-Reading-Hour“
Auf der Webseite des Botanischen Gartens heißt es wörtlich: „Neben der beliebten Dragqueen-Reading-Hour (ab 15:30 Uhr) auf dem Liegerasen, bei der Dragqueens aus Kinderbüchern vorlesen, gibt es Familienführungen in den Gewächshäusern, Mitmachangebote für Kids und mehr.“

Dragqueens lesen vor. Am 23. August 2025 öffnet der Botanische Garten Berlin seine Tore für das Open-Air-Drag-Sommerfest „Queens & Flowers“.
Das Event, das bereits im vergangenen Jahr stattfand und nun am 23. August 2025 in die zweite Runde geht, wird von den Veranstaltern euphorisch beworben: „Von Familien mit Kindern über interessierte Senior*innen bis hin zu queeren Pflanzen aus dem Berliner Underground erleben alle einen Tag voller Entertainment und entspanntem Miteinander.“ Von 15 bis 22 Uhr gebe es „eine bunte Vielfalt für Besucher*innen aller Altersklassen.“
Doch: Können Darsteller aus dem „Berliner Underground“ – zum großen Teil Männer, die vollkommen übersexualisiert als „Frauen“ verkleidet herumlaufen, ihre Geschlechtsteile überbetonen und teilweise extrem angsteinflößend aussehen – wirklich eine altersgerechte Unterhaltung für Kinder liefern? Oder wird dadurch vielmehr ein übersexualisiertes Verhalten im Beisein von Minderjährigen normalisiert?
Keine Antworten zu Jugendschutz-Fragen
Eine diesbezügliche Anfrage von NIUS ließ der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner unbeantwortet.
Das Bundes-Familienministerium und die Unabhängige Bundesbeauftragte der Bundesregierung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen fragten wir: Müsste eine derartige Veranstaltung aus Jugendschutz-Gründen nicht erst ab 16 oder sogar ab 18 erlaubt sein? Beide Stellen blieben eine Antwort schuldig.
NIUS fragte auch bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe nach, die die finanziellen Mittel (genauer: das Geld der zahlenden Bürger) beisteuert: „Inwiefern sieht die Senatsverwaltung einen Mehrwert für Kinder, wenn sie von Dragqueens Bücher vorgelesen bekommen?“ Und: „Wie bewertet die Senatsverwaltung den Vorwurf, ein gemeinsames Event von Kindern und Dragqueens wie ‚Tessa Testicle‘ sei ‚staatlich geförderte Pädophilie‘?“

So posiert „Tessa Testicle“, gebuchter Darsteller für das Event am Samstag, auf seiner Instagram-Seite.
„Berlin steht für Vielfalt und Toleranz“
Die Antwort: „Die Veranstaltung ‚Queens&Flowers‘ im Botanischen Garten fand im vergangenen Jahr erstmalig statt und war ein Publikumsmagnet: Gut 2.000 Besucher:innen hatten sich Tickets gesichert und kamen zu dem Event im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, von Senior:innen bis zu Familien mit Kindern. Berlin steht für Vielfalt und Toleranz.“
„Alien aus dem Weltall, das gleichzeitig Albträume und Freude verursacht“
Unter anderem diese Drag-Darsteller treten beim Familienfest „Queens & Flowers“ in Berlin-Steglitz auf:

Antina Christ
„Antina Christ ist das hexenhafte, nicht-binäre Alien aus dem Weltall, das gleichzeitig Albträume und Freude verursacht. Die Femme Fatale des DarkWave ist bekannt für schrullige und skurrile Shows, die Blut, Camp, gothischen Queerfeminismus und einen Hauch von makabrem Humor beinhalten“, schreibt Tipsy Bear Berlin, „queere Bar“ und Veranstaltungsort in Berlin, auf seiner Website über den Drag-Künstler.

Christina Corpse
Das Magazin Pinkdot schreibt über den Drag-Künstler „Christina Corpse“: „Es gibt keine Geschmacksrichtung des Horrors, an die sich Christina Corpse noch nicht gewagt hat.“

Yvonne Nightstand – die geile Wurst
Yvonne Nightstand nahm an der „Drag Race Germany“ teil, einer Reality-TV-Wettbewerbsserie. In der Show treten Dragqueens in verschiedenen Disziplinen an, „um ihre Fähigkeiten in Mode, Performance, Comedy und Lippen-Synchronisation zu präsentieren“, mit dem Ziel, als „Germany’s Next Drag Superstar“ gekrönt zu werden.

Lawunda Richardson
Der Drag-Darsteller Lawunda Richardson tritt regelmäßig in Berliner Nachtclubs auf.

Vivienne Lovecraft
Vivienne Lovecraft liest Kindern regelmäßig in Berliner Stadtbibliotheken vor.
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