Bundespolizeigewerkschafts-Vorsitzender Heiko Teggatz zu Gewalt an Bahnhöfen: „Ein Schutzmann ist heute überhaupt nichts mehr wert“
Ein Beitrag von
Die Messergewalt an deutschen Bahnhöfen steigt weiter an. 2023 waren es 32 Prozent mehr Vorfälle als im Vorjahr. Über 50 Prozent der Täter hat keinen deutschen Pass. Die Bundespolizeigewerkschaft fordert Maßnahmen, um der Lage Herr zu werden. Neben Waffen-Verbotszonen und teilautomatisierter Videoanalyse ist es vor allem die Einführung des Tasers.
Im Nachrichten-Talk „Stimmt!“ erklärt Heiko Teggatz, Vorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, warum diese Elektroimpulswaffe den entscheidenden Unterschied macht. Die Arbeit seiner Kollegen sei mittlerweile so gefährlich, dass ein Schlagstock für die Abwehr von Angreifern nicht ausreiche. „Ein Messerangriff unter einer Distanz von sechs Metern verläuft tödlich für den Angegriffenen“, so Teggatz. „Die Alternative zum Taser ist dann nur die Schusswaffe.“ Es sei also auch für die Angreifer von Vorteil, wenn die Elektrowaffe zum Einsatz käme.

Heiko Teggatz, Vorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft, bei „Stimmt!“
„Es gibt offensichtlich nicht den Willen, das Gerät einzusetzen“
In mehreren Bundesländern werde das Gerät bereits genutzt, weiß der Polizei-Gewerkschafter. In Rheinland-Pfalz zum Beispiel. „Der ist schon seit Jahren in Erprobung“, so Teggatz im NIUS-Talk. Er sei mit der Bodycam verbunden: „Gerichtsfester, sicherer und rechtsstaatlicher geht es eigentlich nicht.“ Auf eine Distanz von drei Metern könne der Angreifer für ein paar Sekunden außer Gefecht gesetzt werden.
Am Berliner Ostbahnhof wird der Taser erprobt. Seitdem sei die Gewalt gegen Polizisten massiv zurückgegangen. „Allein die Sichtbarkeit des Tasers sorgt dafür, dass die Situation deeskaliert“, sagt Teggatz. Doch die Anschaffung kostet Geld und das habe man nicht, zumindest nicht für diese Belange, ärgert sich der Polizei-Gewerkschafter. „Es gibt offensichtlich nicht den Willen, das Gerät einzusetzen.“

So sieht ein Taser aus.
„Seit Jahren fehlen uns 3500 Kolleginnen und Kollegen“
Schon unter Horst Seehofer wurde entschieden, dass Polizisten nur noch zu dritt Streife an Bahnhöfen laufen sollten. „Zu dritt, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Schutzmann ist heute überhaupt nichts mehr wert“, sagt Teggatz sichtlich verärgert. „Nichts ist davon bisher umgesetzt. Seit Jahren fehlen uns da 3500 Kolleginnen und Kollegen.“
Das sei fatal für alle Reisenden sowie die Einsatzkräfte. Hinzu komme, dass im Sommer in Deutschland die Fußballeuropameisterschaft ausgetragen wird. „Auch die Mannschaften sollen nach Möglichkeit auf Busse und Kraftfahrzeuge verzichten und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren“, erzählt Teggatz. Die Bundespolizei habe für die Durchführung von Sicherheit zu diesem Großevent um 25 Millionen Euro gebeten. Ohne Erfolg. Nun müsse das Geld „aus anderen Titeln zusammengekratzt werden“, so Teggatz.
„Der Fokus dieser Bundesregierung liegt ganz sicher nicht auf der inneren Sicherheit“.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
Mehr NIUS:
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Mehr NIUS:
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Mannheim, Göttingen, Hannover und Magdeburg fördern Vereine mit Puppy-Veranstaltungen mit insgesamt einer Million Euro
„Macht das Maul auf!“: Dieter Bohlen über Meinungsfreiheit, Krieg und Xavier Naidoo
Burgerladen wird angefeindet, weil er kein Halal-Fleisch verkauft
„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
Weil sie Araber und Türken als „größte Gefahr” für Juden bezeichnete: Kölner Theater sagt Auftritt von Autorin Mirna Funk ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare